Content-Klau – ein Kommentar wird zum Artikel

Zugegeben, die Überschrift ist etwas merkwürdig, aber schnell erklärt. Sascha hat auf seinem Blog sascha-oertlin.de einen Artikel über Content-Klau, die Folgen und was man dagegen tun kann veröffentlicht. Ein Thema, das mich schon lange beschäftigt.

Ich wollte eigentlich unter dem Artikel kommentieren, aber beim Lesen des Textes fielen mir so viele Punkte ein, dass es für einen eigenen Artikel genügen würde. Und so wird ein Kommentar hier jetzt zum Beitrag und ich hoffe, dass ich viele Antworten auf meine Fragen bekomme werde.

Content-Klau

Ich hab mich schon früh mit dem Thema „Content-Klau“ und „Doppelter Content mit Abstrafung seitens Google“ beschäftigt. Ich war noch keine 4 Wochen mit dem Blog online, da hat jemand 90% meines Berichts über No- und DoFollow bei sich gepostet. Als auf meinen Kommentar dort, den Beitrag zu entfernen, keine Reaktion kam, schrieb ich eine Mail mit Hinweis auf Urheberrechtsverletzung, dass dies strafbar sei und die Löschung zu erfolgen hat. Darauf gab es dann diese Antwort

Hallo Jutta,
ich habe den Artikel entfernt.
Du hättest mich auch ein wenig freundlicher darauf Hinweisen können!

M….

Hatte ich ja mit meinem Kommentar getan. Ich hab dann geschrieben es täte mir leid, keine Luftschlangen mitgeschickt zu haben, aber das Thema wäre halt kein Spaß. Aber was genau ist jetzt das Problem und warum gibt es so viele Meinungen dazu? Klar, wenn jemand fremde Artikel 1:1 kopiert und als seins ausgibt, ist das frech, dreist und eben strafbar.

CC-Lizenzen

Dann aber lese ich öfter mal Blogs, die komische Lizenzen haben mit Hilfe derer sie es erlauben ihre Inhalte und Bilder zu veröffentlichen. Das nennt sich dann CC-Lizenz

Creative Commons (CC) ist eine Non-Profit-Organisation, die in Form vorgefertigter Lizenzverträge eine Hilfestellung für die Veröffentlichung und Verbreitung digitaler Medieninhalte anbietet. Ganz konkret bietet CC sechs verschiedene Standard-Lizenzverträge an, die bei der Verbreitung kreativer Inhalte genutzt werden können, um die rechtlichen Bedingungen festzulegen….

Auf der anderen Seite gibt es Hilfsmittel, die deine Texte im Netz aufspüren und/oder verhindern sollen.

Stichwort: ©FeedPlagaware oder Copyscape

Als Anfänger bin ich da restlos verwirrt. Ist es nun gut Texte wild im Netz zu verteilen oder schlecht? Soll ich es erlauben oder bekämpfen? Ich persönlich möchte meine Texte nicht auf fremden Webseiten sehen, es sei denn es handelt sich um ein Zitat mit Link. Aber bin ich da die Ausnahme, die Regel, oder egoistisch und dumm?

Doppelter Content

Es geht aber noch weiter, denn wie eingangs schon erwähnt, erzeugt das Ganze ja bei Google auch den sogenannten „doppelten Content“, welcher von Google bestraft wird indem man aus dem Index fliegt. Aber wer fliegt denn dann? Der Urheber, der Dieb oder beide? Woher weiß Google denn welches das Original ist oder ist das Google egal?

Ich habe mich zum Beispiel, wie viele von euch sicher auch, bei den Blogverzeichnissen wie Bloggerei, Blogeramt usw. angemeldet, weil ich dachte damit bekannter zu werden. Man meldet sich dort an, erstellt ein Profil und gibt neben dem Link zum Blog auch seinen Feedlink an. Diese Blogberzeichnisse werden dann bei jedem Post angepingt und hat zur Folge, dass mindestens der erste Abschnitt eines jeden Beitrags dort erscheint. Bin ich also in 5 Blogverzeichnissen eingetragen, so erscheint der Text 5x bei Google. Ist das nun „gefährlich“ für mich? Muss ich jetzt Angst haben, dass Google mich abstraft? Soll ich mich lieber dort abmelden?

Feed schützen

Ich hab zum Beispiel meinen Feed jetzt mit einem Plugin namens ©Feed „geschützt“. Damit kann man dem Feed einen Copyright Hinweis und einen digitelen Fingerprint hinzufügen. Desweiteren kann man im Daschboard mit Hilfe des Fingerprint seine Texte im Netz finden. Aber was nütz das wenn die Blogverzeichnisse trotzdem Texte veröffentlichen und Diebe die Beiträge mit samt dem Copyright klauen? Ich habs auch nicht geglaubt, aber das ist Nismion passiert und steht noch immer so hier im www. Zu doof zum Klauen oder was?

Feed kürzen oder nicht?

Sascha ist nun soweit gegangen und hat seinen Feed gekürzt, was auch wieder Diskussionen hervorrufen wird. Die einen finden das doof, weil man dann „gezwungen“ würde den Blog zu besuchten und der Leser bevormundet würde, andere sagen, dass muss der Leser doch verstehen. Aber hält ein gekürzter Feed nun wirklich Diebe davon ab  einen Text zu klauen? Das mag ich mal stark bezweifeln. Wer das nämlich vor hat, der klickt auch auf die Seite und kopiert von da, oder nicht?

Fragen über Fragen und ein kleines, verwirrtes Chaosweib, das  gerne wüßte was nun Sache ist. Wie denkt ihr darüber und was tut ihr dagegen? Oder habt etwa auch solche CC-Lizenzen und wie handhabt man das damit?

Bitte lest auch den Artikel von Sascha zum Thema, denn das war ja schließlich  der Auslöser für diesen Beitrag. Danke.

Diebstahl, doppelter Content und weitere Ärgernisse – Feed ab sofort gekürzt von Sascha Oertlin



↑↑ wieder nach oben ↑↑
Hat der Artikel gefallen? Dann abonniere doch meinen Feed Chaos-Blog RSS Feed abonnieren

Über Chaosweib

Jutta - Nachtmensch, Bücherwurm, Spielkind, Teeliebhaberin - chaotisch, frech, neugierig, ungeduldig, experimentierfreudig - bloggt über alles, was ihr unter die Finger kommt und freut sich genau jetzt über deinen Kommentar :)
Gepostet unter: geärgert, gebloggt
Tags: , , , , , , , ,
Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.


14 Antworten auf Content-Klau – ein Kommentar wird zum Artikel

  1. Sascha sagt:

    Wow. Danke für die Verlinkung. Ist echt nett. Und einen guten Artikel hast Du da. Ich kombiniere nun PlagAware mit C-Feed und lass beide Tools einmal am Tag scannen. Das reicht mir als Kontrolle 🙂

  2. Chaosweib sagt:

    Sascha, Du mußt Dich doch nicht fürs Verlinken bedanken, das ist doch wohl selbstverständlich. Dein Artikel war doch der Auslöser für den Bericht hier 😉

  3. Jasmina sagt:

    Leute, beide Artikel sind super – ich habe den Artikel von Sascha auch schon gelesen und muss sagen, dass das Thema ja echt brisanter ist, als ich mal angenommen habe !
    Eines der Tools werde ich sicher mal am Wochenende überprüfen ! Ich sage Danke an euch beide für die tollen Infos !

    LG
    Jasmina

  4. Chaosweib sagt:

    Nismion, warum lässt Du den Bericht eigentlich nicht löschen?

    Ich hab schon so einiges mit Textdiebstahl erlebt. Als ich noch bei Ciao Berichte gepostet habe, waren meine Beiträge wohl auch so gut, dass man sie gleich mit genommen und selbst gepostet hat.

  5. Peter sagt:

    Hi erstmal,
    „Leser“, die zu bequem sind mal auf einen Feed zu klicken, um den ganzen Artikel zu lesen, werden sicher nicht kommentieren. Davon lebt aber ein Blog. Diese Art der „Content-Schmarotzer“ möchten unterhalten werden, ohne aus dem Sessel aufzustehen. Die werden zwar auch nicht deinen bzw. meinen Conten als ihren eigenen ausgeben, weil sie viel zu faul sind, selber einen Blog zu betreiben, oder überhaupt irgend etwas in dieser Richtung tun. Aber auf diese Leute kann ich auch verzichten, weil sie in meinen Besucherstatistiken nicht auftauchen, und meine Seite deshalb nicht nach vorne bringen…

    LG Peter

  6. Marc sagt:

    @Peter – ich verfolge ca. 300 Feed, keinen einzigen gekürzten – denn diese werden immer sofort gelöscht.
    Gekürzte Feeds sind eine Unsitte und widersprechen doch irgendwie dem Sinn eines Feeds, schnell Informationen zu sammeln?!
    Das diese Leser somit weniger kommentieren, halte ich somit für eine gewagte Theorie… Eher das Gegenteil ist der Fall.
    Wenn mich jemand „zwingt“ den Blog zu besuchen um den ganzen Artikel zu lesen (wobei ich noch nichtmal weiß, ob der Artikel mich interessiert), dann werde ich mich Sicherheit keinen Kommentar da lassen.

    Ich glaube auch nicht, dass sooo oft komplette Artikel geklaut werden.
    Wenn doch, hat man viele Möglichkeiten – wenn man sich die Arbeit wirklich machen will.
    In Deutschland eine Abmahnung oder direkt Anzeige (wie Crazygirl zuletzt), im Ausland den Hoster anschreiben – oder direkt Google, die reagieren auch recht kompetent und schnell, werfen den „Dieb“ aus ihrem Index.

  7. Peter sagt:

    @Marc – Hmm, das mag sein, mag nicht sein. Ich sehe einen Feed eher als „Appetizer“, sozusagen als Info, DASS es was Neues gibt, nicht WAS es Neues gibt. Denn was nutzen mir 300 Feed-Follower, wenn keiner von denen meinen Blog besucht. Und warum sollten sie das, wenn sie den ganzen Beitrag schon gelesen haben. Und zwingen? Niemand wird gezwungen meinen Blog zu besuchen. Aber ich denke bloggen ist auch ein bisschen nehmen und geben. Du sprichst von schnellen Informationen sammeln. Ich denke mehr an Erfahrungs- oder Meinungsaustausch. Das sollte schon mal einen Klick auf den Blog wert sein. Wenn noch ein Kommentar rausspringt, umso besser. Wir bloggen schliesslich auch für unsere Statistiken.. 😉
    Aber ich denke dies sind 2 grundsätzlich verschiedene Sichtweisen, die jede für sich nicht 100 % richtig oder falsch sind..

  8. Sascha sagt:

    @Marc Das sehe ich ähnlich wie Peter. Wer in der Lage ist einen interessanten Teaser zu schreiben und zwar so, dass er den Inhalt des Artikels in kürze wiedergibt, der wird auch Leser mit einem gekürzten Feed erreichen.
    Etwas sehr eingeschränkt sehe ich aber die Einstellung „keinen einzigen gekürzten – denn diese werden immer sofort gelöscht“. Sicher bleibt dies jedem selber überlassen, aber wie ich schon in meinem Artikel sagte, es ist mir egal, ob Leute einen gekürzten Feed nicht abonnieren. Dann ist das halt einer weniger für eine Statistik, die eh niemanden interessiert.
    Was mich aber wundert, ist, dass Du als aufgeschlossener Blogger nicht in Betracht ziehst, durchaus interessante Artikel eventuell zu verpassen, weil du eben nur Full-Feeds abonnierst. Korrigiere mich wenn ich falsch liege, aber sind es nicht mittlerweile sehr viele Blogs, die gekürzt ausgeliefert werden?

    @Nismion Du schreibst- „Die Blogverzeichnisse produzieren keinen doppelten Kontent.“
    Wie kommst Du darauf? Ein Auszug von zwei drei Sätzen reicht völlig um DC zu produzieren. Es gibt Algorithmen die sogar einen einzelnen Satz als DC erkennen können.

    „Erstens ist es normalerweise, so dass alte Artikel nicht aufbewahrt werden, sondern nur der aktuelle Feed Inhalt.“
    Das ist nicht ganz richtig. Je nachdem wo Du angemeldet bist, kannst Du über die Profilseiten etliche Deiner Artikel wiederfinden. Und das oft über mehrere Seiten hinweg. Wo ich dir recht gebe, ist, dass nur der aktuelle Kram auf der STARTSEITE erscheint.

    “ Außerdem verweist jeder Ausschnitt zurück zur Originalwebseite, was zur Folge hat, dass es Backlinks on Mass für die Originalseite gibt.“
    Die man alle durch Eigenleistung erreichen kann, was google als „Spammy“ und somit wertlos behandelt. Ebenso wie Social Bookmarks. Die Links, die wirklich zählen sind die, an die Du nicht so einfach rankommst, wie zum Beispiel die Verlinkung in einem Artikel. Die kriegste nur, wenn der Autor dich toll findet, salopp gesagt.

    In diesem Sinne nochmal danke @Chaosweib 🙂

  9. Marc sagt:

    @Peter – natürlich sind die Statistiken fein, natürlich liebe ich Besucher.
    Aber Traffic mache ich über Suchmaschinen-Besucher, nicht über Feedleser.
    Und ein Feedleser soll kommentieren (und tut es idR auch), wenn er den Beitrag gut fand oder etwas anmerken kann.
    Oder einfach nur, um andere Kommentare zu lesen, FALLS das Thema entsprechend interessant für ihn ist – was er nach dem lesen des vollständigen Artikels via Feed weiß 😉

    @Sascha – „durchaus interessante Artikel eventuell zu verpassen“
    Glaube ich nicht. Denn einen wirklich Knaller-Artikel bekomme ich (ggf. später) auf anderen Kanälen mit – Twitter, Facebook oder so.
    Irgendwo muss man ja die Grenze setzen an Blogs die man verfolgt, meine 300 werde ich noch weiter reduzieren.
    Und wenn ich ~ 250 sehr gute Blogs mit Fullfeeds verfolgen kann, wieso sollte ich dann gekürzte mit aufnehmen?
    Den Feedreader nutze ich ja aus dem Grund, schnelle Infos – schneller Überblick.
    Und klar, gaaanz wenige Feeds habe ich auch in gekürzter Form (TechCrunch z.B.)… Ja richtig, dort ist es die Qualität, der Informationsgehalt, dass ich akzeptiere einen gekürzten Feed zu lesen. Aber bei rein privaten Blogs – nein.

    Unterscheiden muss man auf jeden Fall noch bei deinem Argument mit dem Teaser:
    Wenn man einen gekürzten Feed bekommt, wo man nicht stumpf die ersten X Zeichen des vollständigen Artikels zu lesen bekommt, sondern eine kurze, individuelle Zusammenfassung – da kann man drüber reden 🙂

  10. Peter sagt:

    @Marc – Feedleser kommentieren? Da habe ich andere Erfahrungen gemacht. Wenn man die nicht auf seinen Blog trägt, möglichst noch die Fingerkuppen auf der Tastatur festklebt, machen die freiwillig nix! Traffic über Suchmaschinenbenutzer? Das sind doch in der Regel „Laufkunden“, die einmal kommen und dann, wenn Sie nach 3 Sätzen merken: „Och nöö, nicht das was ich gesucht habe“ wieder weg sind. Die Absprungrate ist da doch ziemlich hoch. Klar, bei mir kommen auch 50 % oder noch mehr über goggel und Co. Zeigt aber doch nur, dass meine Artikel im Ranking ganz gut sind und meine SEO gut funktioniert. Die Kunst ist aber doch aus „Laufkunden“ „Stammkunden“ zu machen.
    Naja, aber ich denke wie haben hier völlig kontroverse Ansichten, und das soll ja auch hier nicht zu einem Streitgespräch pro oder contra „Feed-Kürzung“ ausufern. Soll halt jeder machen, wie er meint. Aber ich denke, ich werde dich dann wohl nicht so schnell auf meinem Blog sehen.. 😉
    Ich wünsch ein gar sonnigliches Wochenende…

  11. Marc sagt:

    @Peter – das stimmt und es gilt ja wie immer: Jeder wie er mag 🙂
    Oh, und deinen Blog habe ich gerade im anderen Tab auf 🙂

  12. Chaosweib sagt:

    Uff, Leute, ihr verwirrt mich total. Aber erstmal herzlich Willkommen auf dem Chaos-Blog Peter und Marc.

    Hier gehen die Meinungen ja weit auseinander. Soll ich meinen Feed jetzt auch kürzen, oder so lassen?

    Ich hab auch schon drüber nachgedacht, dass jemand, der meinen Beitrag mit allem pipapo geschickt bekommt ja nicht mehr auf den Blog geht und somit aus der Statistik fällt. (obwohl ich im Dashboard durchaus ein paar Feedleser entdecke).

    Auf der anderen Seite bin ich jemand, der bei Interesse trotz Vollfeed den Text lieber in der „original Umgebung“ liest und IMMER den Blog des Autors besucht.

    Man wird hier wohl nie ein Richtig oder Falsch definieren können. Vielleicht starte ich mal ne Umfrage und ein Test mit gekürztem Feed.

  13. Nila sagt:

    Auch ich mag keine gekürzten Feeds. Da ich ca. 250-300 Blogs in meinem Feedreader verfolge.
    Gefällt mir ein Artikel gut, bzw. habe ich etwas zu sagen, so klicke ich gerne auf den jeweiligen Blog und lasse ein Kommentar dort. Und wer mich kennt der weiß, dass ich eigentlich trotz Feedreader oft kommentiere.  Gekürzte Feeds schmeisse ich konsiquent aus meinem Feedreader raus.
    Da ich selber schon ein paar Mal Probleme mit Contentklau hatte, nutze ich “ PlagAware“. Obwohl sich die Leute davon nicht wirklich abschrecken lassen *grummel*

  14. Chaosweib sagt:

    Hallo Nila, schön, dass Du hier bist. Ich mag gekürzte Feeds auch nicht, aber ich akzeptiere es, wenn ein Blogger so entscheidet. Ich glaube auch nicht, dass es vor Diebstahl schützt, denn wer Texte klauen will, der schreckt auch nicht vor einem Klick zurück. Muss mir PlagAware auch mal anschauen. 🙂

Jetzt mitreden!

Bitte beachte die Netiquette. Ich behalte mir vor Kommentare mit Werbe-Links und/oder Keywords als Namen zu editieren oder zu löschen! ↑↑ wieder nach oben ↑↑

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.