Hast Du mal ne Niere? – Organspende in Deutschland

Meine lieben Leser, dies wird kein Fachbericht, ich möchte das Thema einfach nur in Erinnerung bringen und wünsche mir, dass ihr bitte mal einen Moment darüber nachdenkt. Vielleicht habt ihr aktuell in den Nachrichten gehört, dass der SPD Politiker Frank-Walter Steinmeier gerade seiner Frau eine Niere gespendet hat.

Das war eine sogenannte Lebendspende, die, um Organhandel zu verhindern, nur unter Eheleuten, Verlobten. Partnern, Verwandten ersten oder zweiten Grades und nahestehenden Freunden erlaubt ist. Lebend Organe spenden geht auch nur bei Nieren, weil die doppelt vorhanden ist und der Leber, von der man dann nur einen Teil spendet.

Wie es aktuell aussieht

Aktuell warten ca. 12.000 Patienten auf ein dringend benötigtes Organ und dabei ist es nicht so, dass diese Organe nicht vorhanden wären. Es werden täglich hunderte Menschen „komplett“ unter die Erde gebracht oder verbrannt. Organe, die anderen Menschen das Leben retten könnten, verfaulen im Boden oder verbrennen. Hört sich hart an, ist aber so.

Um bei uns in Deutschland nach dem Tode Organe spenden zu können braucht es einen Organspendeausweis und DAS ist in meinen Augen ein großes Problem. Es gibt nämlich durchaus Menschen, die grundsätzlich spendenbereit sind, aber bis jetzt noch nicht den Gang zu den entsprechenden Stellen getätigt bzw. im Internet gesucht haben. Man schiebt es immer vor sich her bis es zu spät ist oder  ist zu bequem dafür.

Woran es hapert

Andere wissen noch immer nicht, dass man sie nicht einfach sterben läßt, nur weil gerade eine Herz gebraucht wird. Die denken, dann wird ihnen nicht mehr richtig geholfen. Das ist absoluter Käse. Holland hat in meinen Augen das absolut richtige System für diese Angelegenheit. In Holland ist jeder Bürger von Geburt an Organspender und wer das nicht will, muss halt entsprechend angeben, dass er nicht wünscht, dass ihm Organe entnommen werden.

DAS ist der beste Weg, wie ich finde. Wir wissen doch, wenn der Deutsche etwas nicht will, wie zum Beispiel „Google Street View“, dann protestiert er dagegen und schreibt ganz schnell einen Widerspruch. Dazu ist man grundsätzlich immer bereit, aber sich einen Ausweis zu holen um was zu erlauben, fällt einigen wohl wirklich schwer.

Was vielleicht auch nicht jeder weiß, ist die Tasache, dass man auf dem Ausweis bestimmen kann ob und was man spenden will. Das sieht dann so aus.

  • JA, ich gestatte, dass nach der ärztlichen Festellung meines Todes meinem Körper Organe und Gewebe zur Tranplantation entnommen werden.
  • JA, ich gestatte dies mit Ausnahme folgender Organe/Gewebe
  • JA, ich gestatte dies jedoch nur für folgende Organe/Gewebe
  • NEIN, ich widerspreche einer Entnahme von Organe oder  Gewebe zur Tranplantation
  • Ich habe die Entscheidung übertragen auf: (z.B. Eltern, Partner)

Stellt euch mal vor

Ihr werdet irgendwann nierenkrank und müßt 3 Mal die Woche für 4 Stunden an die Dialysemaschine. Oder ihr habt übermorgen einen Unfall mit der Folge, dass ein Organ so schwer verletzt wurde, dass es versagt. Dann steht IHR auf der Warteliste und euer Leben ist davon abhängig wieviele Menschen bereit sind ihre Organe zu spenden.

Ich denke, wer im Notfall selbst gerne eine Organspende für sich haben möchte, der sollte auch bereit sein die seinen zu spenden. Spenden kann man übrigens sehr viele Organe, wie Nieren, Leber, Lunge, Herz, Herzklappen, Hornhaut der Augen, Bauchspeicheldrüse, Blutgefäße, Darm, Haut, Gehörknöchelchen, Knochengewebe, Knorpelgewebe, Sehnen und Teile der Hirnhaut.

Man kann also im günstigsten Fall ca. 16 Menschen das Leben retten oder stark Sehbehinderten wieder klaren Durchblick verschaffen. Ich hab schon viele Jahre einen Organspendeausweis und erneure ihn auch regelmässig, dass man sieht, dass es aktuell noch immer mein Wunsch ist. Die alten Ausweise hebe ich ebenfalls auf, dann sieht man, dass ich schon länger Organspender bin.

Man muss übrigens noch nicht mal das Haus verlassen um einen Organspendeausweis zu bekommen, die kann man auch kostenlos  im Internet anfordern oder gar downloaden. Tut das ruhig mal, dann könnt ihr euch das genau anschauen und wer nicht will, muss ihn ja nicht ausfüllen.

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Und jetzt zu euch! Wie denkt ihr darüber? Habt ihr einen Ausweis? Oder warum habt ihr keinen? Könntet ihr das bittte mal kurz kommentieren, damit man mal sieht wieviele einen haben?

RETTET LEBEN, SPENDET EURE ORGANE

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Über Chaosweib

Jutta - Nachtmensch, Bücherwurm, Spielkind, Teeliebhaberin - chaotisch, frech, neugierig, ungeduldig, experimentierfreudig - bloggt über alles, was ihr unter die Finger kommt und freut sich genau jetzt über deinen Kommentar :)
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25 Antworten auf Hast Du mal ne Niere? – Organspende in Deutschland

  1. stang2k sagt:

    Ich habe schon einmal darüber nachgedacht, aber bis jetzt ebenfalls noch nichts in die Wege geleitet. Es wird allerdings mal Zeit daran etwas zu ändern. Guter Beitrag von dir zu so einem sehr wichtigen Thema.

  2. Chaosweib sagt:

    Hallo Daniel, genau das ist das Problem. Schon mal dran gedacht, aber noch nichts gemacht. Wenn es dann zu spät ist, kannst Du nichts spenden. Deshalb hab ich das nochmal angesprochen, das kann man gar nicht oft genug tun. :doctor:

  3. Bea sagt:

    Ich hatte viele Jahre lang einen Organspenderausweis. Heute komme ich als Spenderin leider nicht mehr infrage.
    Das System der Holländer finde ich auch perfekt.
    Schade, dass es noch immer viel zu wenig Spender gibt. Ein Organspenderausweis kostet nix und rettet Leben. Ich hoffe, dass diese Message irgendwann mal bei allen angekommen ist.
    Schöner Beitrag!

  4. Janina sagt:

    Hallo Jutta! Ich finde deinen Beitrag wirklich sehr gut und danke dir, dass du uns darauf hingewiesen hast! Ich selbst war bisher auch zu faul, um mich damit zu beschäftigen. Gebe ich offen zu. Aber ich werde mich heute Abend mit meinem Mann zusammenzusetzen und den Ausweis anfordern. Danke! Lieben Gruß, Janina

  5. Chaosweib sagt:

    Hallo Janina, wenn ich mit diesen Beitrag auch nur einen einzigen dazu bewegen kann sich so einen Ausweis zuzulegen, dann hat es sich schon gelohnt.

    Bea, das tut mir leid, für gar kein Organ mehr? Aber Du hattest wenigstens einen Ausweis, das ist die Hauptsache.  :handshake:

  6. Bea sagt:

    Nein, leider für kein Organ mehr (10 Jahre Chemo und 8 Jahre Antimalariamittel hinterlassen überall ihre Spuren), aber wenn ich könnte, würde ich alle Organe spenden (man kann das nämlich auch eingrenzen).
    Und ich würde es wirklich super finden, wenn sich aufgrund Deines Beitrages hier, Leute dazu entschließen, auch Spender zu werden.

  7. Dennis Farin sagt:

    Organspenden ist ne ordentliche Sache, da ich leidenschaftliche gerne Rennhobel fahre gehört Organspenden einfach dazu.
    Nur mein Hirn möchte ich behalten, das Wirre zeuch da oben drin wäre für andere eh nur eine Belastung.  😀

  8. MacSchlumpf sagt:

    Die Idee sowie auch dein Beitrag ist natürlich Super, etwas gegen diesen Missstand zu unternehmen.
    Also ich bin kein Spender und hab eigentlich auch noch nicht darüber nachgedacht, was sicherlich ein Fehler ist. Doch frag mich nicht warum, aber ich hab damit irgendein Problem, schon der Gedanke daran…..
    Wenn ich mal Gärtner im Garden Gottes bin, dann ist mir das egal und man kann mich ausnehmen wie sprichwörtlich eine Weihnachtsganz – aber zu Lebzeiten schaudert es mir bei diesem Gedanken (frag mich nicht warum, ich weiss es selbst nicht, ist aber so).
    Zum anderen sollte sich jeder sehr gut überlegen, ob er irgendein „versüftes“ und „abgefracktes“ Organ von mir möchte – mein Tip – wer leben will, sollte lieber nichts von mir nehmen  (Spässle) :cyclops:

  9. Chaosweib sagt:

    Schlumpf, ich kann ja ein bisschen verstehen, dass das hier kein leichtes Thema ist. Wenn es Dir aber egal ist, wenn Du tot bist, dann hol Dir bitte einen Ausweis, sonst ist es nämlich den Äzten später nicht egal und Du spendest niemandem was. Steck das Teil ganz hinten in Deinen Geldbeutel, dann siehst Du es nicht und hast es in kurzer Zeit vergessen. Aber eben ohne das Ding geht nix.

    Und die Ärzte verpflanzen auch nicht alles. Was von Dir nicht brauchbar ist, nehmen sie nicht. Du kannst aber auch entscheiden, dass Dir nur eine einzige Niere entnommen wird. Die wird man doch wohl opfern können, wenn man tot ist und nix mehr spürt. Wenigstens einem Menschen helfen.

  10. Janina sagt:

    So, Ausweise bestellt. Fühlt sich gut an! Macht es Leute, es hat auf jeden Fall einen Sinn, man kann nach seinem Tod noch Menschen helfen, das ist doch klasse!!! (und für dich Chaosweib hier nur die Info, dass dein Artikel für mich schon mal etwas gebracht hat  🙂

    • Chaosweib sagt:

      Hallo Janina, wenn es jetzt auch nur einen einzigen Ausweis mehr gibt als vorher, hat sich das Publizieren doch schon gelohnt. Ich danke Dir.

      Was anderes: Hat noch jemand so extreme Internetprobleme? POP3 Server gehen nicht und jede zweite Seite in Netz auch nicht 🙁

  11. Janina sagt:

    Bei mir sind keine derartigen Probleme. Hoffentlich ist es bald besser bei dir!

  12. Halliway sagt:

    Ich besitze auch seit einigen Jahren einen Organspendeausweis, den ich meiner Geldbörse mit mir herumtrage.  Man weiss ja nie, ob man nicht selber mal ein neues Organ benötigt. Und wenn man selber eins haben möchte, dann sollte man sich nach seinem Ableben auch dafür entscheiden anderen Menschen ihr Leben zu verlängern, indem man seine eigenen Organe freigibt.  Mitnehmen kann man nix und so hätte der Tod noch etwas gutes für sich bzw. andere

  13. roteswusel sagt:

    bei uns liegt der ausweis im zeitungsladen direkt neben der kasse. und ein anruf, bei den wahnsinnig netten leuten der organspendehotline hat ergeben, dass ich, entgegen den vorschriften bei blut- und knochenmarkspende, meine organe auch weiterhin spenden darf. also ist der ausweis noch aktualisiert worden, und wie in die handytasche, die ja überall mithingeht eingesteckt.
    schöner beitrag. hoffe, du erreichst noch ein paar leute damit.

  14. Chaosweib sagt:

    Liebes rotes Wusel, schön, dass Du hier bist. Ich freue mich zu hören, dass Du auch bereit bist im Todesfall Deine Organe zu spenden. Was war denn mit Deinem Blut und dem Knochenmark?

    Ich würde übrigens soweit gehen und die Patienten auf der Warteliste nochmal neu mischen. Wer ebenfalls einen Organspendeausweis hat, steht weiter oben auf der Empfängerliste, als andere. Nur so geht es. Verdammt, wenn man tot ist merkt man doch nix mehr, was soll denn das geziere? :no:

  15. Halliway sagt:

    @Chaosweib Seh ich genauso. Tot is tot. Also holt euch einen Ausweis und tut was Gutes.  :yes:

  16. Svea sagt:

    Huhu 🙂
    Ich bin grad durch Janina auf dich aufmerksam geworden… und ich finde es klasse, dass du auch dazu aufgerufen hast. Habe ich vor 3 Tagen ebenfalls getan.
    Und ich war überrascht was es an Rückmeldungen gab… und ich habe tatsächlich auch schon eine Freundin zur Spenderin gemacht.
    Sind insgesamt mit dir also schon mal 2 😉
    *wink*

  17. Pingback: Drop a Line

  18. Nicole sagt:

    Hatte einen ähnlichen Beitrag vor einiger Zeit bereits auf einem anderem Blog gelesen und wollte ursprünglich auch einen posten. Aber leider war es bei mir zeitlich etwas knapp.
    Ich persönlich finde das ein wichtiges Thema, hat sich doch vor ein paar Wochen durch Zufall herausgestellt, dass ich nur eine funktionstüchtige Niere habe. Die andere ist nur wenige cm groß und tot. Für mich heißt das jetzt natürlich, dass ich auf mein letztes Nierchen besonders achten muss, sonst….. :-((
    Ja, ich habe auch einen Organspendeausweis und Männe auch. Ich brauch den ganzen Kram nicht mehr, wenn ich hopps gehe, also warum nicht!! Auch sind wir als Stammspender registriert, seitdem vor einigen Jahren eine Typisierungsaktion im Ort war. Und in diesem Jahr durfte ich schon mal Stammzellen spenden und evtl. so einem Menschen das Leben retten!!!!
    Ich glaube, ich werde das Thema in der nächsten Woche auf meinem Blog auch noch mal zur Sprache bringen!!
    Außerdem hab ich den Beitrag eben noch bei facebook

    • Chaosweib sagt:

      Oh, das mit der Niere tut mir leid. dann pass mal schön auf Dich auf, Du wirst noch gebraucht.  Aber Du siehst, man landet schneller auf so einer Liste wie einem lieb sein kann, das soll man gar nicht so weit wegschieben. Da ist es nur fair, wenn man seine Organe auch zur Verfügung stellt. Bei mir würden echt nur Leute ein Organ kriegen, die selbst einen Ausweis haben. *denk*

  19. Nicole sagt:

    Oops, da fehlt in meinem comment ja noch das letzte Stück!! :-/
    Wollte sagen, dass ich deinen Beitrag eben noch fix bei facebook empfohlen habe.

    Ja, es kann in der Tat schneller gehen, als man denkt!! Aber ich bin froh, dass es die Niere ist (da hab ich 2 von) und nicht ein anderes Organ. Mir geht es soweit gut und das ist wichtig!! 

  20. NL sagt:

    Hallo Jutta,

    Ich finde deinen Beitrag wirklich gut. Ich beschäftige mich schon ein paar Jahren mit dem Thema Organspende wegen meinen Ausbildungen, und als ich diesen Artikel gefunden habe bei Google, hat der Teil über “Holland“ meine Interesse geweckt. Ich bin selber nämlich Niederländer und muss leider dazu sagen dass bei uns NICHT jeder Bürger von Geburt an Organspender ist (auch nicht in “Holland“ denn das ist eigentlich ein Teil der Niederlanden!) Das system hier ist also wie bei euch in Deutschland.

    • Chaosweib sagt:

      Hallo NL,
      freut mich, dass Du den Weg zu mir gefunden hast. Musste Dich nur erstmal aus dem Spamfilter befreien. 😉

      Das Thema, dass Holland/Niederlande ein solches System hat, kam mal im Fernsehen. Schade, dass dies nicht so ist, denn ich fände es echt klasse. Dafür soll bei uns in Zukunft, lass mich lügen, bei der Vergabe der Krankenkassen-Versicherungskärtchen gefragt werden, ob man Spender sein möchte oder nicht. Und dann steht es gleich in der Karte drin. Ich hoffe sehr, da tut sich noch einiges in dem Bereich.

      Liebe Grüße und bleib gesund. 😉

      • NL sagt:

        Hallo Jutta,

        Gut zu lesen dass meine Nachricht angekommen ist bei dir 🙂

        Ich fände es persönlich auch echt klasse wenn es so wäre.. leider wird es warscheinlich noch dauern bevor es so weit ist..

        Danke nochmal für deine schnelle Reaktion,
        Liebe Grüße aus den Niederlanden

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