Das Chaosweib und der Putzsklave

Ihr erinnert euch an meine Rezension von Natascha Kampuschs Buch „3096 Tage“? Seit ich dort in der Überschrift den Satz des Täters zitiere „Ich wollte schon immer eine Sklavin“, bekomme ich diverse Suchanfragen in dieser Richtung. Es ist schier unglaublich, was die Leute alles so in die Suchmaske von Google & Co. hämmern.

Von „sklavin woher“, „Sklavin muss hungern“, „Sklavin Glatze“ über „dicke sklavin“ bis hin zu „Sklavin unten ohne“ ist alles dabei. Und  der Artikel ist gerade mal 6 Tage online. Beim Lesen und Kopfschütteln ist mir dann aber eine kleine, wahre Geschichte eingefallen, die ich euch mal erzählen könnte.

Ich bin ja ein Nachtmensch und da läuft werktags bekanntlich „Domian“ auf 1LIVE. Seit 15 Jahren spitze ich nun schon gespannt die Lauscher, wenn unser geliebter Nachtfalke wieder mit seinen Hörern telefoniert. Nicht selten kommen einem da ziemlich kuriose Geschichten zu Ohren. Eines Nachts, ich glaube es war vor 2 Jahren, erzählte eine Frau, dass sie einen Putzsklaven hätte. Sie erzählte, dass sie wohl verheiratet ist, aber ihr Mann nichts dagegen hätte, dass am Wochenende ein halbna*ckter Mann im Flur angekettet sei. Die Kette war freundlicherweise so lang, dass er das Klo erreichen konnte. Tagsüber durfte er die Wohnung putzen und einkaufen gehen. Nur die Nächte verbrachte er angekettet im Flur. Die Frau hat so viel erzählt, dass ich nur dachte: „Sachen gibts – obwohl……, so ein Putzsklave wäre doch echt nicht schlecht…“

Jetzt hab ich ja manchmal so Anwandlungen und da dachte ich mir, such ich mir auch mal einen Putzsklaven. Die Sendung lief noch, als ich Google startete und nach „Putzsklave“ suchte. Ich hab echt nicht damit gerechnet so schnell fündig zu werden. Ich stieß tatsächlich auf die Anzeige eines jungen Mannes und schwuppdiwupp tanzten meine Finger über die Tastatur. Noch in der selben Nacht ging eine Mail raus und ich wartete ganz gespannt auf das, was da kommen würde.

Zwei Tage später bekam ich tatsächlich Antwort von…. nennen wir ihn mal „Paul“. Paul hat nur wenig geschrieben, dafür eine Telefonnummer geschickt. Er hatte wohl schon ziemlich viele, schlechte Erfahrungen gesammelt und wollte sichergehen, dass ich eine Frau bin. Paul ist nämlich nicht schwul und auch nicht bi, weswegen ich anrufen sollte, damit er die Stimme hört. An der Stelle hab ich das erste Mal gezögert, aber dann rief ich ihn doch an.

Paul war mitte 20 und sehr nett. Er erzählte frei von der Leber weg und beantwortete brav all meine Fragen und ich hatte viele Fragen, war er doch der erste Sklave mit dem ich sprach. Er erzählte, dass er sehr reinlich sei und seine Wohnung tip top aufgeräumt und sauber. Er putze sehr gerne und würde sich freuen, wenn ich seine neue Herrin würde. Ich musste laut lachen, weil ich mir vorstellte, wie ich, angesichts meiner Größe, an ihm hochsehe und ihm befehle das Bad mit der Zahnbürste zu putzen. Während und nach dem Putzen sollte ich ihn dann beschimpfen, ohrfeigen und treten. Also erhrlich, wenn mir einer die Wohnung putzt und dann auch noch unentgeltlich, dem fall ich doch um den Hals und schrei ihn nicht auch noch an und verhaue ihn, oder?

Daran würde ich mich schon gewöhnen, meinte Paul. Dann machte ich ihn auf die Entfernung aufmerksam, die zwischen seinem Putzeimer und meinen dreckigen Bad lag, das waren nämlich ganze 500 km. Egal, er wollte trotzdem kommen. Paul ist übrigens nicht nur Putzsklave, er ist auch Fußfetischist. Logisch, dass ich auch auf ihm rumlaufen und auf seinem Gesicht stehen sollte. Bei meiner Schuhgröße, wäre ich einen gefühlten halben Tag unterwegs, wenn ich seinen Rücken entlang lief, aber auch das war Paul egal.

Ich fragte ihn, ob er nicht einen Kollegen in meiner Nähe kennen würde, was er leider verneinte. Paul wäre lieber selbst gekommen und er wollte mir sogar die Füße sauberlecken, wenn ich doch nur „ja“ sagen würde. Leider sind meine Füße recht selten dreckig, weshalb sich der Weg nicht wirklich lohnen würde. Wir haben noch über eine Stunde gequatscht und das war echt nett und lehrreich. Ich weiß nicht, was ich getan hätte, wäre er aus meiner Umgebung gekommen. Vielleicht wäre meine Wohnung dann heute einen Tick sauberer und ich wäre die erste „Herrin“,  die zu ihrem Sklaven aufsieht.

Vielleicht liest „Paul“ das ja jetzt, denn wie ich sehe, sucht er noch immer eine strenge Herrin, die ihn nach allen Regeln der Kunst versklavt und verhaut.

Lieber „Paul“, ich bin sicher Du weißt, dass Du gemeint bist. Ich hab Dich nicht vergessen. Ich würde mich freuen, wenn Du mir endlich mal jemand in meiner Nähe empfehlen könntest. Er sollte auch kleiner sein als Du, damit er keinen Lachanfall bekommt, wenn ich losschimpfe. Darfst hier auch gerne kommentieren oder übers Kontaktformular schreiben.

So, das war meine kleine Geschichte. Wenn auch ihr einen Putzsklaven sucht, ich kann gerne den Kontakt zu Paul herstellen. Nur keine Scheu, er ist nett, sauber und hetero *gg*

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Über Chaosweib

Jutta - Nachtmensch, Bücherwurm, Spielkind, Teeliebhaberin - chaotisch, frech, neugierig, ungeduldig, experimentierfreudig - bloggt über alles, was ihr unter die Finger kommt und freut sich genau jetzt über deinen Kommentar :)
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26 Antworten auf Das Chaosweib und der Putzsklave

  1. Manu sagt:

    😀 …unglaublich, was es für Sachen gibt.

  2. Heike sagt:

    Gegen einen Na*cktputzer hätte ich auch nichts einzuwenden. Er muß ja nicht gleich mein Sklave sein. Hauptsache, er putzt gründlich :inlove:
    Heike

  3. Scheitern sagt:

    Super formuliert, musste hier und da wirklich schmunzeln – wundervoll!
    Aber das klingt doch toll, will nich jeder Mann von einer kleineren Frau rumkommandiert werden? Bei mir, meinen Geschwistern (alle über 1,80m außer mir mit 1,76m) und meiner Mama (1,65m) funktioniert es hervorragend *lach* Es kommt ja auf die Autorität und nich auf die Größe an 😉
    Alleine, dass du ihn quasi interviewt hast, finde ich so genial, das hätte ich mich nie getraut 🙂 Wobei….*kicher* 😉

  4. Sylvi sagt:

    Der Beitrag ist herrlich geschrieben und supermutig finde ich, dass Du es dann auch noch gewagt hast, Paul anzurufen. Wer wünscht sich nicht jemanden, der für fast nix die Wohnung putzt.
    Aber mir tut Paul total leid und vielleicht wäre ihm mit einer Therapie geholfen.

  5. Erdbeere sagt:

    Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, lach.
     
    1) Domian liebe ich auch, *smile*
    2) Die Sendung habe ich auch damals gesehen
    3) So ein Paul ist schon praktisch, doch leider fehlt mir dazu die Grundeinstellung. Wie Du bereits schon so reizend angeführt hast, könnte ich ihn ebenfalls für seine Putzattacke nicht bestrafen. Im Gegenteil, ich würde ihm eher einen Kaffee kochen, natürlich müsste er die Küche danach wieder säubern. Versteht sich von selbst.
     
    Lieben Klasse-Artikel-Gruß
    Erdbeere

  6. Sunny69 sagt:

    Deine Paul Geschichte kannte ich ja schon, aber ich bin zugegeben etwas überrascht, mit welchen Suchanfragen die Leute hier landen. Ich glaube es gibt nichts was nicht in Google gehämmert wird, oder? 🙂

  7. La Piratesse sagt:

    haha 🙂 – köstlich dein bericht.
    mir würde ja eine ganz  normale putzfrau schon reichen 🙂
    lg
    la piratesse

  8. Chaosweib sagt:

    @Manu: es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt.

    @Heike: Mir ist lieber die/der Putzfrau/Putzmann ist angezogen. Wäre mir sonst zu unhygienisch.

    @Christina: Manchmal hab ich so Ideen, dann ziehe ich das aber auch durch. Wie gesagt, keine Ahnung was passiert wäre, würden da keine 500 km dazwischenliegen 😉

    @Sylvi: Der braucht keine Therapie, dem geht es gut so

    @Erdbeere: Hast den Link zwar wieder entfernt, aber ich habs doch noch nachschauen können. Weißt Du noch Einzelheiten von dem Gespräch?

    @Sunny: Ich dachte der Thread sei noch da, dann hätte ich ein bisschen Tipperei gespart, aber den hab ich wohl im Aufräumwahn geprunt.

    @La Piratesse: Ja, mir würde eine normale Putzfrau auch reichen

    @all: Schaut mal wer mein neuster Follower ist. „Der Auspeitscher“ *rofl*


  9. Erdbeere sagt:

    Der Link wurde als reiner href Link dargestellt, das sah sooooo doof aus, lach
     
    Lieben an-Einzelheiten-erinnere-ich-mich-nicht-mehr-Gruß :-/
    Erdbeere

  10. Tina sagt:

    Ha, ein Putzsklave wäre mein Fall. Ich würde ihn putzen lassen und ihn zur Strafe nicht bestrafen, sondern gut behandeln. 😀 Lustige Geschichte und Hut ab, weil du ihn tatsächlich angerufen hast. 🙂

  11. Wolf sagt:

    hallo meine Damen,
    bin 28 Jahre alt, aus dem Raum Duisburg, athletisch, ausgebileter Raumpfleger,
    und würde gerne die Ehre haben bei euch zu putzen, den Boden
    zu pflegen,das Badezimmer auf das Gründlichste zu reinigen, anschließend zu
    polieren, Fenster, Garage, Küche, alles wird wieder wie neu ausehen, bei
    besonders wertvollen Gegenständen putze ich mit meiner zarten Zunge auf
    Hochglanz.
    Da bei harter Arbeit viele Spähne fallen, ziehe ich keine
    Arbeitskleidung an,oder nur die von Ihnen gewünschte. Der Antrieb der mich zu diesen
    Leistungen führt, sind strenge Befehle oder schläge auf meinen Knackpopo oder ähnliches.
    Bitte um schnellstmögliche Gelegenheit,Bezahlen tue ich.
    Gruß wolf

  12. Nila sagt:

    Grins, mutig-mutig dasss du den Kontakt hergestellt hast. 😀  Darf er eigentlich stehend putzen, oder nur mit Latexmaske auf allen 4-ren?? Moah… die Aussicht dann…
    Und will er als Bestrafung eine mit dem Wischmopp auf den Arsch?
    Lol, Fragen über Fragen… Ich nehme dann doch lieber einen Nackputzer. Obwohl, wenn er den ganzen Tag seinen Pinsel schwingt…. muss ich auch nicht haben :chic:

  13. Aleksandrah sagt:

    Zu geil – hab sehr gelacht beim lesen 🙂
    Ich bin schon ganz schön blöd, merke ich gerade…zahle ich doch Geld dafür, dass mir eine sehr nette junge Dame die Wohnung sauber wischt…  😎

  14. AndiBerlin sagt:

    Na*cktputzer… das bringt mich jetzt auf eine Idee. Ob man da viel Geld mit machen kann? Irgendwie muß ja jetzt langsam mit meiner ersten Million beginnen.
    Meine Nebentätigkeit als Na*ckttänzer scheint ja nicht so zu laufen, aus welchen Gründen auch immer. Keine Ahnung woran das wohl liegt!  😉
     

    • Chaosweib sagt:

      Du kannst Dich ja mal mit Wolf, da oben drüber, kurzschließen. Reich wirst Du aber wohl nicht, denn die zahlen in der Tat selbst dafür, dass sie bei anderen putzen dürfen und beschimpft werden. :shutmouth:

  15. Gucky sagt:

    Ob es das  auch mit anderen Vorzeichen gibt ? Also PutzsklavIN ?  In einer Nebenrolle als  Se xsk lavin, sonst muß ich mir noch eine suchen… 😯

  16. mayarosa sagt:

    Ich lach mich kaputt. Auch über die eifrigen Marketingaktivitäten des Na*cktputzers in deinen Kommentaren. Mann muss wissen, wo mann seine Kundinnen findet ;-)) Köstlich. Schenkel klopf! …. LG mayarosa

  17. flo sagt:

    wo wohnt eigentlich das chaosweib?
    nur damit potenzielle bewerber gleich wissen, ob es sich überhaupt lohnt sich zu bewerben 😉

  18. Frosch sagt:

    Hallo es hört sich alles sehr interressant an.

  19. Frosch sagt:

    Würde mich gerne anbieten wenn Verwendung besteht.

  20. Ronny sagt:

    Hallo chaosweib ich kann Paul sehr gut verstehen ich habe genau die gleichen Vorlieben ich komme aus Köln leider weiss ich nicht wo sie wohnen aber vielleicht passt es ja von der Entfernung wuerd mich freuen lg Ronny

  21. jan sagt:

    Guten Tag,

    ich selbst diene auch gerne als Sklave/Putzsklave.
    Anfangs hat mich dieser Wunsch irretiert. Eine Therapie
    ergab, ausleben sei besser als zu unterdrücken.
    Das tue ich jetzt und genieße es, wenn ich einer Herrin
    dienen darf. Erniedrigung fühlt sich berauschend an und
    es ist wundervoll für die Bequemlichkeit und Belustigung
    einer dominanten Frau da zu sein.

    Das als Beitrag aus Sicht eines Sklaven.

    Liebe, devote Grüsse

  22. Martin sagt:

    Sehr geehrte Jutta,

    Hut ab vor diesem tollen Beitrag. Es ist schön wie verständnisvoll Sie mit den Vorlieben anderer umgehen, ohne diese vorzuverurteilen.Klar ist diese Leidenschaft, die ich ebenfalls teile, nicht allzu weit verbreitet. Dennoch gehen Sie damit unverkrampft und authentisch um.

    Der Artikel ist sehr humorvoll geschrieben ohne sich dabei aber über diesen Fetisch lustig zu machen. Aufgrund Ihrer toleranten Herangehensweise an diese Vorlieben, gebührt Ihnen meine Respekt. Schade, dass ich auf den Beitrag leider erst so viel später aufmerksam wurde.

    PS: Ich bin aus dem Saarland *g*

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