Brille auf Rädern

Brille auf BuchIch brauche zum Lesen schon ne Weile eine Brille, aber in letzter Zeit erwischte ich mich dabei, dass ich das Ding immer öfter anhabe. Am PC, beim Kartoffelschälen oder beim Urlaubsbilder schauen. Das sind jetzt nur Beispiele, jedenfalls hab ich mir dann vor 14 Tagen eingestanden, dass ich vielleicht doch noch ne andere Brille brauche. Durch Zufall fiel im Gespräch mit einer Freundin ein Stichwort, dass diese plötzlich anfing von einem Optiker in ihrer Nähe zu reden, der statt eines Ladenlokals ein Wohnmobil hat. Ein Wohnmobil?

Ich muss wirklich komisch geschaut haben, aber dieser Optiker ist wirklich mobil. Er fährt zu den Kunden hin und dabei ist es egal ob der Kunde vielleicht aus gesundheitlichen Gründen nicht aus dem Haus kommt oder der Beruf einen Besuch zu regulären Geschäftszeiten nicht erlaubt. Ihr mobiler Optiker kommt zu jedem! Also ein Heimservice oder Brille auf Rädern.

ihr mobiler Optiker

Ich fand das so genial und hab sofort im Internet nach der Telefonnummer gesucht. Ein Anruf und der Termin stand. Und dann kam letzten Monatg tatsächlich das Wohnmobil hier an. Ich hab natürlich gleich gefragt ob ich Bilder machen und drüber bloggen darf *gg*

das Wohnmobil

In diesem Wohnmobil ist alles drin, was ein Optiker braucht. Ich nahm auf dem umgedrehten Beifahrersitz Platz und ließ mich 90 Minuten lang ausführlich beraten und meine Augen testen. Dieser nette, junge Mann hier gab sich die allergrößte Mühe mir das richtige Spekuliereisen zu verpassen.

Augenoptiker Dietmar Theobald

Augenoptiker Dietmar Theobald

Zuerst gab es dieses komische Gestell auf die Nase mit dem man bescheuerter nicht aussehen kann und es wurden zig Gläser probiert. Mal so rum, mal anders rum, mal auf einem Auge, mal getönt.

verschiedene Sehstaerken

die einzelnen Gläser mit verschiedenen Sehstärken

Und auch im Wohnmobil muss man damit Buchstabenreihen vorlesen. Dazu steht dann im Heck, in entsprechendem Abstand, ein Computer mit speziellem Programm.

Sehtest

Sehtest

Nachdem festgestellt wurde, dass meine Augen total überanstrengt sind und ein Auge weniger sieht als das andere, ging es dann ans Aussuchen des Brillengestells. Hier nur noch ein kleiner Teil der Herrenmodelle, die großen Koffer waren schon wieder weggeräumt. Ich hatte vor lauter Aussuchen vergessen zu knipsen.

eine kleine Auswahl

eine kleine Auswahl

Die Auswahl war wirklich riesig, aber leider hab ich ein Jahr erwischt in dem Mode so dämlich aussieht, dass sich dies gar nicht so einfach gestaltete. Ich mag keine breiten Bügel, ich bin doch nicht Heino. Und wenn diese breiten Bügel dann noch silber und mit Mustern ausgestanzt sind, komme ich mir vor ein geschmückter Weihnachtsbaum. Nee, das war alles nichts für mich und am Ende hab ich mich dann für diese hier entschieden.

meine Wahl

meine Wahl

Auf den Gläsern ist schon eingezeichnet wo der Mittelpunkt meiner Pupillen ist, daher die schwaren Striche. Nun wird sie noch angefertigt. Gleitsicht für schlappe 500,- Euro. Mal gespannt wie ich damit zurecht komme. Falls es wirklich ganz dramatisch wird, hab ich Umtauschrecht. Dann müßte ich mir zwei „normale“ Brillen machen lassen und dann immer Wechseln. Hoffen wir mal das Beste…

die Leistungen im Überblick

Meine Meinung zu diesem Service: Ich finde es genial, dass dieser Optiker zu einem nach Hause kommt. Wenn die Oma ne neue Brille braucht, wegen eines Schlaganfalls aber nicht mehr mobil ist, ist das doch die optimale Lösung, oder? Und wenn sie es auch nicht mehr ins Wohnmobil schafft, dann werden die Gerätschaften auch ins Haus gebracht.

Und keine Sorge, das ist wirklich ein richtiger, ausgebildeter Optiker, der sein Handwerk versteht. Leider hat das Wohnmobil wegen seiner 7 m Länge nicht in unsere Einfahrt gepasst, weswegen es am Straßenrand geparkt war. In meinem Fall war das wirklich nicht so günstig, weil wir am Berg wohnen und alles, was wir auf dieses Tischchen gelegt haben, ist gerutscht. Und ein bisschen eng ist es im Innenraum des Wohnmobils auch. Aber die Vorteile überwiegen für mich.

Aber warum schreibe ich das alles für euch auf? Diesen mobilen Optiker gibt es doch nur in meiner Nähe, sonst nirgends. Na ja, ich hab ja vielleicht Leser in meiner Nähe, die den Service nutzen könnten?!

Kleiner Scherz, das Chaosweib hat natürlich auch für euch was gefunden. Es gibt deutschlandweit einen ähnlichen Service, das Optic Mobil. Da findet ihr ne Karte die zeigt wo diese überall verfügbar sind. Und hier hab ich noch einen mobilen Optiker am Bodensee. Ich kann euch aber nicht versprechen, dass ihr da so einen netten Augenoptiker bekommt wie ich, aber ein Versuch ist es sicher wert.

Und was haltet ihr jetzt von so einem Service? Wieviele Brillenträger hab ich eigentlich unter meinen Lesern? Würdet ihr so eine Dienstleistung nutzen?

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Über Chaosweib

Jutta - Nachtmensch, Bücherwurm, Spielkind, Teeliebhaberin - chaotisch, frech, neugierig, ungeduldig, experimentierfreudig - bloggt über alles, was ihr unter die Finger kommt und freut sich genau jetzt über deinen Kommentar :)
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7 Antworten auf Brille auf Rädern

  1. Xanni sagt:

    Das ist ja geili! Wäre was für unsere Dörfer mit den alten Leutschings, die nicht mehr so gut zu Fuß sind. Schade, dass es so ein Mobil nicht bei uns gibt.  😥

  2. Birgit sagt:

    Liebes Chaosweib!
    Mein Mann hat auch ein Chaosweib 😕 und außerdem ist er ebenfalls mobiler Optiker. Und zwar am Bodensee. Er betreibt seine Firma weitBLICK Optik im dritten Jahr. Und seit er „frei“ unterwegs ist, macht ihm sein Job noch viel mehr Spaß als früher, als er noch an einen Laden gefesselt war. Die Geschäftsidee hat auch für uns als Familie viele Vorteile, denn Christoph kann seinen Tag frei von üblichen Ladenzeiten planen. D.h. er geht zum Manager halt auch mal Samstagabends, aber kommenden Montag ist er pünktlich daheim, wenn der Nikolaus kommt oder macht heute früher Schluss, damit wir in vierköpfiger Vollbesetzung unseren Erstklässler bei seinem ersten Weihnachtsspiel in der Schule bewundern können. Cool, oder?
    Ich wünsch dir viel Spaß mit deiner neuen Brille, wir wollen auf jeden Fall ein Foto von dir mit Brille sehen!
    Liebe Grüße von Birgit
    PS: Und das Geheimnis des Preises: haste dir schon mal überlegt, was ein Laden so kostet? Der vollgeladene weitBLICK-Caddy  kommt ihm und somit seinen den Kunden viel billiger als ne Brillenboutique in 1a-Lage!

  3. Chaosweib sagt:

    Danke, Birgit, für den Kommentar. Mir ist schon klar, dass ein Auto billiger ist, als ein Laden. Wie gesagt, ich sehe nur Vorteile darin. Ich werde Eure Seite mit in den Artikel aufnehmen, wenn es Recht ist. :rose:

  4. Erdbeere sagt:

    Mehr als genial, der passt zu einem Service, den das Erdbeerdorf zu bieten hat. Sobald ich ein Foto geschossen habe, blogge ich darüber und sende Dir einen Trackback.
     
    Lieben Du-wirst-Augen-machen-Gruß, Erdbeere
    P.S. Schönen 2 Advent wünsche ich Dir und Deinen Lesern!

  5. Tina sagt:

    Die Geschäftsidee ist klasse und ich würde sofort einen mobilen Optiker in Anspruch nehmen. Am besten gleich zu uns ins Büro, könnte nämlich nicht schaden, wenn alle hier mal ihre Sehkraft abchecken lassen würden. 😉 Ich werde mir diese Möglichkeit merken und zu gegebener Zeit ausloten, ob es bei uns auch einen mobilen Optiker gibt.
    Grüßle

    • Chaosweib sagt:

      Ich fand das auch total cool und stelle mir vor, dass man das in ganz vielen Situationen in Anspruch nehmen kann. Ich drücke die Daumen, dass es bis dahin jemand in Eurer Nähe gibt.

  6. Daniel sagt:

    Ich finde solch einen Service sehr gut! Selber habe ich keine Brille aber wenn jemand wenig Zeit hat und selten raus kommt warum auch immer für den ist so ein MobilerOptiker eine super sache. Das so ein umgerüsteter Wohnwagen günstiger ist kann auf die Jahre gesehen möglich sein.
    Ps. Deshalb liebe ich Blogs, da erfährst du Sachen die in den Nachrichten nicht kommen z.B.  „Brille auf Rädern“! :shutmouth:

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