Morbus Crohn – den Scheiß braucht kein Mensch

Magen- Darmtrakt…aber auch damit kann man leben!

Dieser Beitrag wird jetzt ein bisschen privater. Vielleicht verstehst du dann das Eine oder Andere besser. Man kann ja nie hinter den Blog schauen, schnell hat man sich seine Meinung über den Typ hinter der Tastatur gebildet. Es ist ja auch so einfach und das Denken fällt den meisten doch arg schwer.

Vor genau 26 Jahren im Frühling traten erste Symptome einer Krankheit bei mir auf, von der ich noch nie etwas gehört hatte und manche Ärzte auch noch nicht, wie ich heute weiß. Was ab dem Zeitpunkt mit mir geschah hat mein Leben dann völlig aus der Bahn geworfen und gänzlich verändert. Doch ich fange am besten mal ganz von vorne an…

~Die ersten Symptome~

1985
Eines Tages, aus heiterem Himmel, ich hatte gerade Mittagessen gekocht, als ich nach zwei Bissen Krämpfe im Unterbauch bekam. Und das lag definitiv nicht an meinem Essen. 😉 Von da an bekam ich regelmäßig diese Krämpfe und kurioserweise wirklich meistens beim Essen. Nach einigen Tagen ging es dann los mit Durchfall und Schmerzen. Der Arzt glaubte erst an eine Salmonellengeschichte, die sich als negativ herausstellte und dann gab er mir Sachen gegen Hämorrhoiden. Eine Besserung stellte sich nicht ein, eher das Gegenteil. Ich konnte vor Schmerzen nicht sitzen und kaum laufen. Als die Salmonellen ausgeschlossen werden konnten und der Ultraschall nichts ergab, wußte mein damaliger Hausarzt auch nicht weiter. Er gab sich aber auch wirklich keine Mühe. Schnell wurde ich als Simulant nach Hause geschickt. Da ich ja wußte, dass ich nicht simuliere hab ich selbst versucht die Ursache zu finden.

In einem Fernsehbericht hörte ich zum Beispiel, dass sich eine prominente Persönlichkeit, die an Kopfschmerzen litt die Amalgamplomben entfernen lies und danach beschwerdefrei war. Ich las dann, dass Amalgam für Vieles verantwortlich sein kann und so konsultierte ich meinen Zahnarzt. Ich schilderte ihm mein Problem und er entfernte mir auf Wunsch alle Amalgamplomben. Er glaubte zwar nicht, dass es mir helfen würde, aber er wollte mir diesen Strohhalm nicht nehmen, was ich ganz toll fand. Leider behielt er Recht, es hat mir damals nicht geholfen, ich bin aber heute froh, dass ich sie los bin.

1986
Nach fast einem Jahr kam mir der Zufall dann zur Hilfe. Ich kaufte rohes Mett um Zwiebelmettbrötchen zu machen. Abends nach dem Essen, war mir nicht sehr wohl und ich dachte noch, ob das Mett wohl noch gut war!? Und dann ging es in der Nacht mit Durchfall und Brechreiz los, wie ich es noch nie erlebt hatte. Mein Bad war sofort gegenüber des Schlafzimmers, doch nach ein paar Stunden war ich so schwach, dass ich den Weg kaum noch schaffte. Auf der Toilette wusste ich gar nicht, ob ich mich draufsetzten sollte, oder davor knien, denn es ging hinten und vorne gleichzeitig los.

Am nächsten Morgen, war ich so dehydriert und schwach, dass ich den Arzt rief. Der kam – oh Wunder – nicht!!! Er lies mir nur von seiner Frau (die rein gar nichts in der Praxis zu suchen hatte) ausrichten, dass ich in die Praxis kommen sollte. Ich hätte ja schließlich nix an den Beinen. Als ich das meiner Mutter am Telefon erzählte rief sie den Arzt an und drohte ihm mit der Polizei. Eine Stunde später kam er dann endlich, mit einer faden Entschuldigung. Eine weitere Stunde später war ich bereits in der Klinik. Nach 10 Ringerlösungen (Kochsalzinfusion) war meine Dehydrierung aufgehoben und es ging mir etwas besser. Um es kurz zu machen ich hatte tatsächlich eine Lebensmittelvergiftung, die wiederum von den Klinikärzten, aufgrund der Vorgeschichte, nicht erkannt und nicht beachtet wurde. Dafür glaubten die aber die Ursache meiner Krämpfe und Durchfälle gefunden zu haben.

~Die Diagnose~

Es gab viele Tests, wie Blutspiegel, Röntgen mit und ohne Kontrastmittel, Ultraschall, Darmspiegelung (Koloskopie) und Magenspiegelung (Gastroskopie) – beide jeweils mit Gewebeentnahme (Biopsie). Solltet ihr mal der ein, oder anderen Spiegelung entgegensehen, so besteht bitte auf zwei verschiedene Schläuche (Endoskope) 😉 Für die Klinikärzte und für mich stand die Diagnose dann schnell fest.

~Morbus Crohn~

Morbus Crohn – von dieser Krankheit hatte ich noch nie gehört und richtig aufgeklärt wurde ich dort auch nicht, denn die Ärzte wußten bis dahin selber kaum was darüber. Heutzutage ist es fast schon eine Modekrankheit, aber damals war es noch nicht erforscht. Ich bekam Claversal-Tabletten gegen den Durchfall und Claversal-Zäpfchen gegen den Brechreiz. Das war eine echt gelungene Medikation. Die Tabletten habe ich gespuckt und die Zäpfchen verlor ich regelmäßig beim Gang auf die Toilette.

Ich war damals noch Laie, aber ich hätte da schon eher auf Spritzen gesetzt. Im Laufe der Jahre wusste ich dann was Morbus Crohn bedeutet. Ich habe unzählige Ärzte und Heilpraktiker aufgesucht und ich habe ne Menge „Dummbeutel in weißen Kitteln“ gesehen. Zum Schluss war ich sogar bei einer Heilerin. Die hat allerdings nur mein Portemonnaie von meinem Geld geheilt. Das war zwar schon vorher irgendwie klar, aber glaub mir, in dieser Situation versucht man einfach alles.

~Was ist Morbus Crohn~

Ich lasse mal die Fachbegriffe weg und beschreibe es mit meinen eigenen Worten. Wer es wirklich wissen will, der kann bei www.dccv.de alles genauer nachlesen. Morbus Crohn ist eine unheilbare Krankheit, die meist im unteren Dünndarm bzw. im Dickdarm beginnt und im ungünstigsten Fall den gesamten Verdauungsapparat, sprich vom Darm über den Magen bis hin zur Speiseröhre befallen kann. Man wird gequält von starken krampfartigen Schmerzen im Bauch, Durchfall, Brechreiz und Fieber, nicht selten über 40°. Darauf folgt Mineralstoffmangel, Gewichtsabnahme (es gibt keine bessere Diät), Fistelbildung und im allerschlimmsten Fall sind noch die Leber, Augen und Gelenke betroffen.

Wie gesagt ist Morbus Crohn nicht heilbar, kann zwar im günstigsten Fall zum Stillstand kommen, aber auch jederzeit wieder ausbrechen. Der Crohn kann in Schüben auftreten, oder wie in meinem Fall sich konstant ohne jede Veränderung durchziehen. Dazu kommen noch diverse Begleiterscheinungen wie, Blutarmut (Anämie), Vitamin- und Mineralstoffmangel und allgemeine Erschöpfung.

Anatomie des Darms

~Was sind die Ursachen~

So ganz genau weiß man das in der Tat bis heute nicht. Damals gab es nur einige Spekulationen. Ein Arzt meinte, dass es psychisch wäre, ein anderer, dass es was mit der Ernährung zu tun habe. Bei letzterem stritt man sich dann, ob es an den Milchprodukten lag, oder am Zucker in der Nahrung. Also, ich konnte essen was ich wollte, ich musste einfach immer zur Toilette. So habe ich es dann auch gemacht. Wenn mir mal gerade nicht schlecht war, habe ich gegessen was mir schmeckte. Das bekam mir dann aber auch und wenn mir schlecht war konnte ich ja sowieso weder das eine noch das andere essen. So mache ich das noch immer.

Was ich seit Beginn meiner Erkrankung mit Ärzten und  Gesundheitsreformen alles erlebt habe, glaubt mir so schnell keiner. Nachdem ich den ersten Arzt, wie ihr bestimmt verstehen werdet, verlassen und einen neuen aufgesucht hatte, dachte auch dieser, trotz Diagnose schwarz auf weiß, ich würde simulieren. Auf mein Drängen nach etwaigen Medikamenten, die mein Leiden lindern könnten, sagte er für diese Krankheit gibt es nichts. Ich besorgte mir eine Rote Liste (das ist das Lexikon der Medikamente mit Anwendungsgebieten, Wirkung, Nebenwirkungen usw.) und blätterte das über 3 Kilo starke Werk durch, bis ich fündig wurde. Leider gab es ja 1986 bei uns noch kein Internet. Azulfidine war ein Medikament, das gegen Colitis Ulcerosa verabreicht wurde und auch für Morbus Crohn geeignet war. Mit dem Ergebnis konfrontierte ich den Arzt und verlangte das Medikament.

~Therapie Versuche~

Ich bekam das Medikament dann, aber nicht mehr von diesem Arzt. Es gab danach auch noch ein anderes Medikament, Colo Pleon. Das bekämpfte aber lediglich die Symptome, als die Ursache, weil die Ursache ja auch noch immer nicht eindeutig geklärt war. Ein weiteres Medikament ist Cortison. Es ist ziemlich umstritten, wegen der Nebenwirkungen und deshalb habe ich es nie genommen. Als Nährstoffausgleich sollte man hauptsächlich Vitamin B12, Kalzium, Vitamin D, aber auch andere Vitamine, Mineralien und Spurenelemente zu sich nehmen. Auch das habe ich nie bekommen, ich könne ja normal essen!! Irgendwann war ich aber bei Trinknahrung angelangt, auch als Astronautennahrung bekannt. Meine heißt Fresubin und ist in vielen Geschmacksrichtungen zu haben. Ich vertrug aber, nach bekanntem Zwischenfall, nur Vanille. Es gab diese Nahrung in Flaschen und im praktischen 200 ml TetraPak. Das war auch ein langer Kampf, bis ich das bekam, den es ist nicht billig.

~Der Verlauf der Krankheit~

1987
Ich konnte von da an das Haus nicht mehr verlassen, weil ich ohne Toilette völlig aufgeschmissen war. Ich rannte täglich bis zu 48 Mal aufs Klo. Ich hatte mir irgendwann mal ein Heft angelegt, in das ich immer Striche machte, wenn ich auf dem Klo saß. Ich wollte mal genau wissen wie oft ich da so sitze. Es waren zwischen 36 Mal an guten Tagen, bis zu erschöpfenden 48 Mal an schlechten Tagen. Oft war es nur Schleim der den Körper verließ und mal nur Blut. Das natürlich nicht nur tagsüber, sondern auch in der Nacht. Wir haben damals eine Mikrowelle angeschafft, weil ich immer ausgerechnet dann auf die Toilette musste, wenn gerade fertig gekocht war.

Ich hätte ja sonst ewig nur kaltes Essen bekommen. Seit August 1985 bis heute habe ich keine einzige Nacht mehr durchgeschlafen. Im Stuhlgang fand sich auch immer mehr Blut, bis ich einmal soviel davon verlor, dass ich Panik bekam und glaubte zu verbluten. Ich konnte mit der Zeit auch unterscheiden, welches Bauchweh ich gerade hatte. Mal wusste ich diese Schmerzen werden weniger, wenn ich auf Toilette gehe und andere Schmerzen blieben auch danach noch.

Moderner OperationssaalFoto: Wikipedia

1991
Der Höhepunkt meiner Krankheits-Karriere. Vier Jahre litt ich nun schon Höllenqualen, dann hatte ich wieder einen Arzttermin bei einem sogenannten Spezialisten im Krankenhaus. Man sagte mir nach einigen sehr schmerzhaften Untersuchungen, dass ich sofort in den OP müsste wenn ich übermorgen noch erleben wolle. Zu meiner Mum, die genau ein Jahr zuvor ihren Mann verloren hatte, sagte der Arzt wortwörtlich:

„Wenn sie ihre Tochter nicht überreden können hier zu bleiben, können sie am Wochenende den Leichenwagen rufen“.

Ich hatte also keine andere Wahl und so starteten die Ärzte an einem Freitag um 21:30 Uhr eine Notoperation. Soviel also zum Thema Simulation. Da fällt mir der Witz ein: Die Schwester: „Herr Doktor, Herr Doktor, der Simulant auf Zimmer 114 ist so eben gestorben“. Der Arzt: „Na, jetzt übertreibt er aber wirklich“.

Ich erwachte auf der Intensivstation und hatte rechts auf meinem Bauch einen Plastikbeutel. Man hatte mir den gesamten Dickdarm, sowie den unteren Teil des Dünndarms rausgenommen und einen künstlichen Darmausgang angelegt. Im Fachjargon auch Anus praeter (AP) genannt. Bei mir handelt es sich dabei um einen Dünndarmausgang, also ein Ileostoma, aber dazu gleich mehr. Das war aber nur der Anfang von vielen Operationen, denn der künstliche Ausgang hielt nicht. Sie mussten noch mal operieren und legten ihn jetzt auf die linke Seite. Jetzt hatte ich auf der rechten Seite ein offenes Loch im Bauch, auf der linken Seite einen Beutel und in der Mitte von oben nach unten eine riesige Narbe die geklammert war und aussah, als hätte ich einen Reißverschluss auf dem Bauch. Auch eine dritte OP war nötig um das Teil entgültig richtig anzubringen. Ich sage nur: Uniklinik! Alles Studenten die an einem üben und dann kommt so was dabei raus. Und es sollte nicht bei einem Kunstfehler bleiben. Dazu vielleicht später mal mehr.

Nach Monaten war ich aus der Klinik zu Hause und musste erst mal wieder auf die Beine kommen, Ich wog noch ganze 33 Kilo. Ich habe mich aber im Großen und Ganzen recht schnell erholt. Dank des Beutels auf meinem Bauch, den ich zu Beginn dermaßen verflucht habe, weil ich ihn absolut nicht akzeptieren wollte, konnte ich wieder am öffentlichen Leben teilnehmen. Doch schon ein Jahr später kam der nächste Schicksalsschlag. Wir wollen ja keine Langeweile aufkommen lassen.

~Die Nebenwirkungen des Crohn~

Ileostomie bzw. ein Dünndarmausgang bedeutet folgendes: Bei der OP hat man mir den Dickdarm entfernt der normalerweise sehr wichtige Aufgaben im Körper erledigt. Wenn du Nahrung zu dir nimmst, dann beginnt die Verdauung schon im Mund. Durch das Kauen wird die Speise eingespeichelt und so für den Magen vorbereitet. Deshalb ist gutes Kauen ja auch so wichtig. Im Magen angekommen wird der Speisebrei dort unter anderem von der Magensäure zersetzt und in den Dünndarm befördert. Der resorbiert mit Hilfe von Enzymen die Nahrung und gibt alles was er nicht braucht an den Dickdarm in Form von breiigem Stuhl weiter. Der Dickdarm resorbiert dann noch die so wichtigen Salze und Vitamine und führt sie dem Körüer wieder zu.

Bei mir ist ohne den Dickdarm das Entziehen der Salze und Vitamine nicht mehr möglich, deshalb habe ich sozusagen lebenslänglich Durchfall und mir fehlen logischerweise dann auch die lebenswichtigen Mineralien, Vitamine und Spurenelemente. Diese in Tablettenform zu mir zu nehmen bringt nicht viel, weil die meisten Medikamente vom Dickdarm aufgeschlüsselt werden, der mir ja nun fehlte. Ich kann nur solche Sachen nehmen die im Magen oder oberen Dünndarm aufgenommen werden und das in höherer Dosis, damit wenigstens etwas davon hängen bleibt. Das will nur kein Arzt „einsehen“ (Stichwort: Budget) und so habe ich solch wichtigen Sachen nicht bekommen (hab sie später selbst gekauft) und das bescherte mir dann eine fortgeschrittene Osteoporose. Denn Rest kürze ich etwas ab. Vielleicht auch davon später mal mehr, wenn du willst.

1992
Ich kam mit einem Bandscheibenvorfall in die Orthopädie (auch eine Geschichte für sich) und nebenbei bemerkte man dann, dass ich ziemlich ausgelaugte, poröse und brüchige Knochen habe. Man schob das auf die jahrelange Einnahme von Cortison. Du erinnerst dich, ich hab das bis heute noch nie in meinem Leben genommen. Jedefalls wurde gegen den Knochenabbau nichts getan, schließlich kam ich ja wegen des Bandscheibenvorfalls und somit wurde auch nur dieser beachtet.

Ich bekam nach und nach immer stärker werdende Schmerzen und mir brachen nacheinander mehrere Deckplatten der Wirbelsäule zusammen. Die Folge, ich kann nicht mehr lange sitzen, weil mittlerweile die unteren Rippen auf dem Becken aufsitzen und durch eine missglückte Nukleolyse (Auflösung von Bandscheiben-Kernteilen im LWS- Bereich) zwei Wirbel aufeinander reiben. Ich kann also nur kurze Zeit stehen, oder eben liegen. Das Schreiben am PC mache ich zum Beispiel im Liegen, dazu habe ich den PC am Bett. Ich muss immer eine Pause einlegen und mich kurz hinlegen um meinen Rücken zu entlasten. Ich verlasse das Haus nur zum Einkaufen und sonstige wichtige Erledigungen.

Ansonsten habe ich nur noch ab und zu mal Darmverschluss, dann geht 2 Wochen absolut nix. Ich kann dann nichts essen, nichts trinken und habe tierische Bauchschmerzen, dass ich denke mir platzt nach all den Jahren noch die Naht auf. Ich nehme dann an einem Tag 2 Kilo ab. Aber auch das ist nicht so schlimm, so kommt wenigstens keine Langeweile auf.

Was nach wie vor ein riesiges Problem ist, ist die ärztliche und medikamentöse Behandlung, da die Gesundheitsreform bewirkt, dass Ärzte nicht das verschreiben, was man wirklich braucht und wenn es doch mal was gibt, dann gibt es nicht genug davon, oder der Arzt bekommt eins auf den Deckel. Ein Arzt hat mich 2000 sogar vor die Tür gesetzt, weil ich ihm zu teuer war. Auch dazu gibt es vielleicht später mal ein bisschen was zu erzählen, wenn du willst. Als Kassenpatient sollte man lieber nicht krank werden. Deshalb muss ich mir vieles selber kaufen was unvorstellbar ins Geld geht, vor allem wenn man keines hat.

Kassenpatient

~Heute~

2006
Ich habe in den vergangenen Jahren immer mal wieder fest gelegen, da sich mein Zustand ständig geändert hat und ich immer mal wieder Darmverschluss hatte. Dazwischen konnte ich ganz normal leben, rausgehen und auch eine Beziehung führen.Ich musste mich nur ein bisschen schonen.

Vor ein paar Jahren hat sich das dann aber schlagartig geändert. Meine Mum erlitt mehrere Schlaganfälle und ich bin die Einzige, die sie pflegen und den Haushalt schmeißen kann. Tag und Nacht, ohne einen freien Tag, ohne Urlaub, ohne Wochenende. Niemand, der mich auch nur mal eine Stunde ablöst.

2011
Tja, und das mache ich nun schon seit 5 Jahren, 22 Stunden täglich. Ich kriege mit Mühe 2 Stunden Schlaf zusammen. Daher bin ich auch immer auf der Suche nach Kaffee. 😉 Meine Mum hatte inzwischen 6 Schlaganfälle und kann sich gar nicht mehr helfen. Da ich nur 136 cm groß bin und mein Rücken nicht wirklich belastbar ist, ist das schon ne ziemliche Anstrengung. Sie stöhnt auch leider den ganzen Tag, obwohl sie weder Schmerzen hat, noch fehlt ihr was. Sie hat es sich einfach angewöhnt und merkt das selbst gar nicht mehr. Die, die es aber rund um die Uhr hören müßen, macht es wirklich halb wahnsinnig. Ich werde demnächst mal über so einen Tagesablauf berichten.

Den Alltag kann ich ganz gut erledigen und ich mache mir jeden Tag so angenehm wie nur möglich. Bis auf die unendliche Müdigkeit kommen wir super zurecht. Was ich noch vergessen habe zu erwähnen, mir sieht man rein gar nichts von alle dem an. Man sieht oder erahnt keinen Beutel und ich habe auch keinen krummen Rücken. Man kann mit einem künstlichen Darmausgang ganz ohne Einschränkung leben. Man muss es nur wollen! Vielleicht auch dazu mal mehr, je nachdem wie der Artikel hier angenommen wird 😉

Ich hab lediglich, 25 Stunden am Tag Schmerzen, da mir ja auch die Erholungsphasen fehlen. Das ist dann nicht ganz so toll, aber nach 20 Jahren bin ich auch daran gewöhnt. Also bitte kein Mitleid, das ist absolut nicht nötig. Mir geht es wirklich gut! Mir fehlt nur ne ordentliche Mütze voll Schlaf. 😀

*****

Und jetzt schüttel dich ne Runde und mach weiter wie bisher. Wollte nur mal drüber sprechen, da hier etliche Trolle immer meinen alles zu wissen und besser zu können. Dabei haben sie nicht einmal die Kontrolle über ihren eigenen Furz und können einem einfach nur leid tun.

Wenn du willst, kannst du mich alles fragen, was dich zu dem Thema bewegt. Ich werde dir Rede und Antwort stehen, hab damit kein Problem. Und wenn Interesse daran besteht gibt es, wie im Text zu lesen ist, noch diverse Geschichten, die ich noch erzählen könnte.

Bildnachweise
Foto 1 aus meinem Buch „Mensch, wie funktioniert das?“ vom Meyers Lexikonverlag
Foto 2 aus meinem Buch „Gesunde Darmflora“ von Gerhard Leibold

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Über Chaosweib

Jutta - Nachtmensch, Bücherwurm, Spielkind, Teeliebhaberin - chaotisch, frech, neugierig, ungeduldig, experimentierfreudig - bloggt über alles, was ihr unter die Finger kommt und freut sich genau jetzt über deinen Kommentar :)
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49 Antworten auf Morbus Crohn – den Scheiß braucht kein Mensch

  1. Sunny69 sagt:

    Ich finde deinen Artiekl sehr interessant und sachlich fundiert. Über die beschi… Gesundheitsheitsreform können wir uns auch noch seitenlang unterhalten, ich sag nur eins englische Verhältnisse sind nicht mehr allzu fern. Falls deine Mom irgendwann mal in Kurzzeitpflege geht, biete ich dir hiermit offiziel unsere Gästecouch an, wir sind dann auch ganz leise.
    Ach ja, und gerne noch mehr Artikel in dieser Art.

    LG
    Sunny

  2. sabo sagt:

    Danke für Deinen ausführlichen Artikel. Ich denke, einige Klugsch*** überlegen jetzt, bevor sie irgendwelche Vermutungen in den Raum werfen.
    Ich drück Dich!

  3. Schäfchen sagt:

    Uff! *sprachlosbin*
    Das muss ich erst mal „verdauen“… auweia… was für ein Kalauer in dieser Situation *schiefgrins*

    Ich zieh meinen Hut. Das meine ich ganz ehrlich. Du hast da ein ganz heftiges Päckchen zu tragen… das kann nicht jeder.

  4. Aleksandrah sagt:

    Der ein oder andere private Post auf Blogs lässt manchmal mehr hinter einen Menschen blicken, als es 385 andere tun könnten.

    Meine Mutter hat ebenfalls Morbus Crohn und lebt inzwischen seit 29 Jahren damit. An die Anfangszeiten kann ich selbst mich nicht mehr erinnern, aber sie sagt heute noch, dass sie sich längst aufgegeben hätte damals, wenn ich nicht gewesen wär (ich war damals 2 Jahre alt).

    Inzwischen hat sie keine größeren Beschwerden mehr bzw. diese nicht täglich.

    Alles Gute für dich!

    • Chaosweib sagt:

      Dann war Deine Mutter auch eine der ersten hier, würde ich sagen. Ich gehe aber mal davon aus, dass sie keinen künstlichen Darmausgang hat?! Jedenfalls alle Gute für sie.

  5. Jasmin sagt:

    Mehr fehlen da auch etwas die Worte Jutta, aber es gibt halt 1.000 Krankheiten und nur eine Gesundheit.

    Kopf hoch und meister die Dinge im Leben weiterhin auf Deine Art…

  6. no0815girl sagt:

    Wow, dazu fällt mir nichts ein. Ich habe selbst Morbus Crohn, aber wenn ich solche Geschichten lese, bin ich mir oft nicht sicher, ob ich selbst simuliere.
    Was machst du gegen die Schmerzen? Ich nehme, wenn ich merke, dass die Schmerzen nicht gleich wieder vorbei sind immer sofort Schmerzmittel, aber die würden rund um die Uhr ja irgendwann auch nicht mehr helfen. Und nimmst du jetzt keine Medikamente mehr?

    • Chaosweib sagt:

      Hallo no0815girl, meine Schmerzen haben schon ne Weile nichts mehr mit dem Crohn zu tun. Mir macht nur die Wirbelsäule Probleme. Dagege nehme ich starke Schmerzmittel und deren Wirkung funktioniert Gott sei dank auch noch nach 20 Jahren.

      Ich wünsche Dir, dass der Crohn bei Dir „erträglich“ bleibt.

  7. NunuBrot sagt:

    Oi. Da muss man nach dem Lesen erst mal Schlucken. Eigentlich schon währenddessen.

    Da ich selbst (lt. dem aktuellen Internisten) eine Unterform von M.C. habe, kann ich da sehr gut mitfühlen. Glücklicherweise ist es bei mir bei weitem nicht so stark und von einem künstlichen Ausgang bin ich weit entfernt. Aber die Symptome. Die kenne ich leider nur zu gut. Die ewigen Schmerzen. Das Blut im Stuhl und man weiß nicht, warum. Es drückt und zieht und man fragt sich, was will da eigentlich noch raus?!

    Auch wenn du es nicht lesen willst.. Du hast mein größtes Mitgefühl! Ich stell mir das sehr belastend vor, gerade auch, da du noch deine Mutter parallel pflegen musst und für dich keine freie Minute mehr bleibt. Dabei ist Ruhe doch gerade das, was etwas hilft 🙁

    Ganz liebe Grüße
    Nünü

    • Chaosweib sagt:

      Hallo Nünü, Du hast Recht, mir fehlt die Ruhe und in letzter Zeit taucht auch vermehrt Bauchweh auf. Das hatte ich ja seit Jahren nicht mehr. Ich kann mir aber leider keine Pause gönnen, dazu ist mir meine Mum zu wichtig. Auch wenn es wirklich anstrengend ist, wenn man so gar keinen hat, der einen mal ablöst. Aber was will man machen, das ist eben der Nachteil eines Einzelkindes 😉

      Ich wünsche auch Dir, dass Dein Crohn sich im Zaum hält und gönne Du Dir wenigstens die Ruhe ab und zu.

      • NunuBrot sagt:

        Ja, ich sorge für die nötige Ruhe. Sonst sind meine AbiPläne gleich wieder futsch. Habe leider schon einige Jahre der Krankheit wegen verloren. Sehr ärgerlich. Stellt einen ja keiner ein, sobald das Wort „Krankheit“ irgendwo steht.
        Stress versuch ich im Vorfeld in Schach zu halten, was leider auch nicht immer so einfach ist… Denn wenns kommt, dann dicke… Kennen wir ja alle 🙁

        Ach und wegen Einzelkind… Ich habe zwar noch drei Brüder, aber im Falle wenn… Da würde die Pflege auch bei mir hängen bleiben… Mach es aber gern. Da weiß ich wenigstens, dass alles OK is.

  8. Susi sagt:

    Ich kenne deine Geschichte zwar schon, aber auch ich kann mir nicht alles merken und dein Artikel hat mir sehr gut gefallen. Es ist schon Wahnsinn, wie du das Alles meisterst deine Krankheit und deine Mum.
    Ich drück dich und alles Liebe euch beiden.

  9. Thomas sagt:

    Zunächst mal drücke ich Dir die Daumen, dass alles irgendwie im erträglichen Rahmen bleibt!

    Es stimmt, was im Hintergrund eines Blogs – beim Betreiber – genau abgeht wissen die wenigsten. Auch wenn man vielleicht im „über mich“ ein wenig Einblicke gibt. Doch das lesen die wenigsten genau bzw. überhaupt. Man fliegt eben etwas drüber. Beachtenswert finde ich auch Deinen Mut darüber so frei weg von der Leber zu schreiben, da es doch sehr ins Privatleben eingreift. Der Beitrag ist wirklich sehr aufschlussreich.

    Dein Leidensweg, insbesondere der bis zur Diagnose, ist für mich sehr gut nachvollziehbar. Das schreibe ich nicht nur so in den Tag hinein. An Verlegenheitsdiagnosen der Ärzte mangelt es weder mir noch meiner Frau. Beide haben wir nun die Folgen zu tragen, nur weil niemand rechtzeitig etwas (an-)erkannt hatte. Ich will aber hierzu nicht weiter eintauchen und von Deinem Beitrag „ablenken“.

    Eines noch…..! Die Trolle die Du angesprochen hast. Lass sie einfach links liegen. Auch wenn das manchmal leichter gesagt ist als getan. Ich habe es auch gelernt bzw. lernen müssen. Gerade diejenigen, die so schlau und allwissend sind wissen oft am allerwenigsten was das Leben alles so bereit hält. Und das sind eben nicht nur angenehme Dinge.

    Alles Gute weiterhin 😉 .

    • Chaosweib sagt:

      Hallo Thomas,
      danke für Deinen ausführlichen Kommentar. Glaube mir, hierfür war weder Mut noch sonstwas nötig. Das bin ich und ich habe keine Probleme über mich zu schreiben. Entweder man mag mich wie ich bin, dann wird man weiter hier lesen oder man mag es nicht, dann ist dort die Tür.

      Was ich allerdings nicht mag, ist wenn Unwissende anfangen über Dinge zu spekulieren, die sie nie und nimmer verstehen und meinen sich darüber auch noch bei Twitter und Co das Maul zerreissen zu müßen. Das ist mein Blog. Ich schreibe was ich will. Ich habe meine Gründe dafür.

      Wenn Du über die „Verlegenheitsdiagnosen der Ärzte“ reden willst, im Impressum steht meine Mailaddy 😉

  10. Aleksandrah sagt:

    Nein, sie hat sich immer gegen diese Vorschläge der Ärzte gewehrt und die Menschen, die sie in der Zeit mit MC kennengelernt hat, denen man einen künstlichen Darmausgang verpasst hat, hatten langfristig gesehen wohl wesentlich mehr gesundheitliche Probleme als die ohne…aber das sind nur Laieninfos und nicht ärztlich untermauert.

    • Chaosweib sagt:

      Ich konnte mich ja leider nicht mehr dagegen wehren. Dadurch, dass es über Jahre „verschleppt“ wurde, war es am Ende leider zu spät. Mir geht es aber so wesentlich besser, es war nur ein langer Weg, bis ich das eingesehen hatte.

  11. Bea sagt:

    Danke für Deine Offenheit!

    So hat wohl ein jeder sein Päckchen zu tragen. Wenns mal ganz dicke kommt, hilft mir „mein Mantra“: Es gibt immer noch was Schlimmeres!

    Herzliche Grüße aus Kiel 🙂

  12. Sylvi sagt:

    Dein Beitrag hat mich sehr berührt. Ich hatte ihn bereits am Tage der Veröffentlichung gelesen, musste ihn aber wirklich erst einmal sacken lassen.
    Ich bewundere es, dass Du trotz der vielen Jahre mit den schlimmen Schmerzen und „Niederlagen“ so taff rüberkommst. Ich habe überlegt, ob ich so wäre. Aber manchmal entdeckt man ja auf einmal Stärken in sich, die man vorher nie für möglich gehalten hätte.
    Und nachdem Du beschrieben hattest, dass Du daher auch immer auf der Suche nach einem anständigen Kaffee bist, sehe ich Deine anderen Beiträge in einem etwas anderen Licht. Aber keine Sorge, ich erkenne trotzdem deren Inhalte an, die Du sachlich fundiert recherchiert und geschrieben hast 🙂

    Ich wünsche Dir, dass Du mental weiterhin stark bleibst und so selbstbewusst bloggst, wie Du es bisher getan hast. Am liebsten möchte ich Dich einfach mal drücken. Hut ab vor diesem Beitrag, bei dem es Dir evlt. gar nicht leicht gefallen ist, ihn zu veröffentlichen. Und es bestätigt mich wieder, dass hinter jedem Blog ein Mensch steckt – mit einem mehr oder weniger schlimmen Schiksal.

    Ganz lieben Gruß
    Sylvi

    • Chaosweib sagt:

      Danke Sylvi, für Deinen Kommentar. Es ist mir wirklich nicht schwer gefallen darüber zu schreiben. Ich weiß, dass das einige nicht verstehen können, aber ich rede darüber wie übers Wetter. Mir war auch klar, dass ich einigen Lesern, die Gefühle haben, damit ein bisschen was zu verdauen gebe und die anderen werde ich wahrscheinlich eh nicht erreichen.

      Wenn ich euch aber versichere, dass es mir, bis auf den Schlafmangel, wirklich sehr gut geht, dann vergesst ihr das bald wieder. Dann besucht ihr weiterhin das Chaosweib, das ihr die ganze Zeit „gekannt“ habt. Ich bin lustig, ich bin fröhlich, ich hab meinen Humor nie verloren. Mir gefällt mein Leben, ich möchte mit niemandem auf der Welt tauschen. Man soll mich nur bitte auch so nehmen wie ich bin. Und wenn ich einen Artikel über Frischkäse schreibe, dann ist das alleine mein Bier.

      Das da unten müßtest Du mir aber bitte nochmal erklären, da stehe ich glaube ich, auf dem Schlauch. 😉

      Und nachdem Du beschrieben hattest, dass Du daher auch immer auf der Suche nach einem anständigen Kaffee bist, sehe ich Deine anderen Beiträge in einem etwas anderen Licht. Aber keine Sorge, ich erkenne trotzdem deren Inhalte an, die Du sachlich fundiert recherchiert und geschrieben hast

      • Sylvi sagt:

        Na Du hattest geschrieben

        Tja, und das mache ich nun schon seit 5 Jahren. 22 Stunden täglich, ich kriege mit Mühe 2 Stunden Schlaf zusammen. Daher bin ich auch immer auf der Suche nach Kaffee.

        und war für mich die Erklärung für Deine letzten „Kaffee-Beiträge“.
        Vielleicht habe ich es ja jetzt überintepretiert, das hat mir damals schon mein Deutschlehrer vorgeworfen 😉
        Wollte aber Deine Beiträge jetzt nicht nur auf diesen Hintergrund reduzieren, sondern noch einmal betonen, dass die Beiträge gut geschrieben sind.

        Lieben Gruß
        Sylvi

        • Chaosweib sagt:

          Na ja, nach 2 Jahren nur Jacobs Krönung und Melitta Auslese, von denen ich je einen Jahresvorrat gewonnen hatte, möchte ich gerne so viele Sorten wie möglich probieren um „meinen Geschmack“ zu treffen. Da war jetzt die Tassimo so ein kleiner Auslöser. Wenn die Beiträge zu viel werden, bitte einfach übergehen. Ich hab da gerade echt Spass dran. 😉

  13. Sylvi sagt:

    Och es ist doch Dein Blog. Ich frage meine Leser ja auch nicht danach, was sie gerne lesen möchten 😀

  14. WordPress-Lehrling sagt:

    Hallo,

    ich bin 20 Jahre alt und leide seit kurzem auch an Morbus Crohn. Ich hatte ebenfalls ehlend lange solche Unterbauchschmerzen und wurde zu Beginn auch als Simulant beim Arzt hingestellt.

    Ich habe aber solange genervt bis er mich zum Magen- und Darmspiegeln schickte, nach diesen unangenehmen Untersuchungen hat mir der Arzt vermittelt das ich unter dieser Krankheit leide.

    Ich nahm eine Zeit lang Cortison (Wichtig: Natürlich in Zusammenhang mit magenressistenten Tabletten um Magengeschwür zu verhinten!) und seit dem geht es mir spitze, keine bisherigen Nebenwirkungen und das Morbus Crohn gibt soweit Ruhe. Das einigste woran ich noch kämpfe ist das Untergewicht, von daher bedeutet das bei mir fre**en… ähm ich meine natürlich essen was das Zeug hält… 😉

  15. Shireen sagt:

    Hallo Chaosweib,

    ich bin ursprünglich auf deiner Seite gelandet, weil ich mich für Produkttestblogs interessiere und selbst seit gestern mit dem Bloggen angefangen habe.

    Durch Zufall bin ich gerade auf diesen Beitrag von dir gestoßen und möchte dir sagen, dass ich von deinem Engagement, wie du neben deiner Krankheit noch so viele andere Dinge meisterst, beeindruckt bin.

    Mein Vater leidet seit ca. 10 Jahren an Colitis ulcerosa, die ja dem MC nicht unähnlich ist, und die Krankheit beeinträchtigt ihn leider sehr. Durch die permanente Cortisoneinnahme ist seine Knochendichte leider auch sehr in Mitleidenschaft gezogen worden.

    Ich wünsche deiner Mutti und dir alles Liebe!

    LG Nicole

  16. Solitary sagt:

    Das ist wirklich heftig was Du da alles durchstehen musstest und ich habe großen Respekt vor Deiner Stärke! Ich wünsche Dir für die Zukunft weniger Stress, mehr Ruhe und vor allem mehr Gesundheit und Schlaf!

    LG

  17. Stephan sagt:

    Hallo Chaosweib,

    ich kann Deinen bisherigen Lebenslauf gut nachvollziehen (bis auf die Pflege Deiner Mutter). Ich habe selber seit 1991 (18) Morbus Crohn. Nach 32 kg Korpergewicht, einem toxischen Megacolon, einem Darmdurchbruch und der darauffolgenden Not-OP, habe ich seit 1996 auch einen Anus praeter naturalis. Der OP-Streß brachte mir 5 Tage später eine weitere Not-Op wegen einem blutenden Streßulkus‘ ventriculi (Magengeschwür) ein. Mein Bauch sieht dementsprechend wüst aus. Weil das nicht genug ist, habe ich noch seit 1998 Fisteln rund um das Stoma. Mein Körper ist auch durch Kortison entstellt.

    Ärzte, die nichts taugen, habe ich zur Genüge kennengelernt. Meinen Vater auch. Dessen Kommentar nachdem ich in dieser Zeit mein Abi und ein FH-Studium erfolgreich abgeschlossen hatte: “ Warum ich keinen Uni-Abschluß gemacht habe?“ Toll. Eine Beziehung hatte ich noch nie. Interessierte Frauen habe ich immer auf Abstand gehalten, weil ich mich für meinen Körper schäme. Sie reagierten mit Gemeinheiten. Ein Lichtblick: Ich arbeite seit meinem Abschluß vor 12 Jahren in meinem Beruf als Elektro-Ingenieur.

    Aber allgemein gilt: Der Crohn hat mein Leben versaut. Manchmal habe ich es wirklich satt.

    Ich kann Dich gut verstehen und wünsche Dir alles Gute.

    LG

    Stephan

    • Chaosweib sagt:

      Hallo Stephan,
      Oh je, da hast Du aber wirklich nichts ausgelassen. So eine Krankheit versaut jedem das Leben, aber man muss sich arrangieren, es bleibt einem nichts anderes übrig. Ich habe immer das Beste draus gemacht und ich komme auch super klar.

      Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute und dass da nichts mehr nachkommt.

  18. Sebbo sagt:

    hallo ich bin 28 jahre und leide seit 21 jahren an MC. Anfangs wurde ich mit hohen dosen Cortison behandelt. (Hatt auch extrem mein Wachstum gehemmt) hatte dann bis ich 13 jahre alt war in regelmäßigen abständen heftige probleme, worauf mir dann schließlich der übergang von Dünn-Dickdarm entfernt wurde. Seither geht es mir relativ gut. Ab und an zwickt es an der Stellle wo das stück darm entfernt wurde. Leider habe ich im unteren Rückenwirbel eine geringere Knochendichte, was warscheinl. auf das Cortison zu führen ist.
    Ab und an fühle ich mich auch schlapp und bin seit jahren untergewichtig habe bei 174cm. gerade einmal 54kg. Dabei arbeite ich körperlich seit jahren.. Und esse auch viel. was mir meine Arbeitskollegen bestätigen. Durchfälle habe ich eher selten.. Na ja ich finde dass man auch mit MC relativ normal leben kann, oder ist mein Verlauf nur eher positiv..Was kann ich tun um mein Gewicht zu erhöhen??? Hab echt schon alles versucht..

    • Chaosweib sagt:

      Hallo Sebbo,
      freut mich dass Du hergefunden hast und dass es Dir den Umständen entsprechend gut geht. Warum Du so untergewichtig bist, obwohl Du keine Durchfälle mehr hast, weiß ich leider nicht. Ich kämpfe täglich damit nicht zuzunehmen. 🙂
      Hast Du mal einen Schilddrüsentest gemacht?

      • Sebbo sagt:

        hi hi, weiss ich auch nicht genau… liegt event. auch daran dass ich rauche… Oder da ich seit 2 jahren budenofalk nehme….
        Echt du hast probleme nicht zuzunehemen… Wie alt bist du und wie lange hast du schon MC?

        Mfg
        Sebastian

  19. Sebbo sagt:

    Hi Chaosweib …. danke werd ich glaub mal machen.

    mfg
    Sebastian

    • Sebbo sagt:

      sorry… hab jetzt erst dein Text hier durchgelesen.
      Beantwortet meine fragen!
      wünsch euch allen schöne Ostern! 😉

  20. Nadine sagt:

    Ich finde deinen artikel wirklich gut.Ich bin auch Morbus Crohn Patient nun seit 10 Jahren und wurde seit 10 Jahren falsch behandelt…nun ist der verdacht da das ich eine Darmverengung habe und habe ziemlichen schiss davor einen Künstlichen Darmausgang zu bekommen 🙁 Auch wenn viele sagen das es sich damit gut Leben lässt.Ich stell es mir halt nur im Alltag ziemlich schwierig vor.Was ist wenn man schwimmen gehen will?usw.
    Alles Gute für Dich und Deine Mutter
    Lieben Gruß Nadine

    • Chaosweib sagt:

      Hallo Nadine,
      ich gehe damit auch schwimmen, das ist heute kein Problem mehr. Dafür gibt es extra Beutel. Es gibt nichts, das Du damit nicht machen kannst.
      Dennoch drücke ich Dir selbstverständlich die Daumen, dass Du um diese OP rumkommst.
      Alles Gute.

  21. Chris sagt:

    Hallo zusammen, hallo Chaosweib,
    du hast meinen größten Respekt, wie du mit deiner Situation umgehst. Aber ich denke, so ist es richtig, man darf die Lebenslust nie verlieren!!! Ich habe auch jemanden in meinem Bekanntenkreis, der an MC leidet. Daher kenne ich mich einigermaßen aus… Ich habe bei meiner Netzrecherche noch diese gut strukturierte Seite (morbus-crohn-aktuell.de) gefunden, die ich mit euch teilen will.

    Alles Gute für dich Chaosweib und auch für alle anderen hier.
    Grüße Chris

  22. Mareike sagt:

    Hallo liebes Chaosweib ,

    Ich bin schwer beeindruckt!
    Und dankbar, denn durch habe ich erkannt, dass es nicht mein Fehler ist, dass die Ärzte nicht erkennen was ich habe !
    Ich lebe seid Jahren mit undefinierten Bauchschmerzen und all dem Anderen was es so dazu gibt … Zweimal wurde ich operiert.
    Und nun kommst du und trittst meiner größten Angst mit einem Lächeln in den Hintern !
    Anus P… Ist mein Angstwort mit dem die Ärzte mich bei der letzten OP aus den Schuhen geholt haben !
    Du stehst stolz da mit geradem Rücken und lässt dich nicht unterkriegen !!!
    Ich ziehe meinen Hut !!!!

    Auf der Suche nach Schlaf , wäre es dir nicht möglich eine Pflegerin für deine Mutter zu beantragen ?! Sieht die kk nicht ein das ihr ein Härtefall seid ?

    Ich wünsche Dir alles alles Gute und sei weiter so

    Voller Respekt
    Mareike

  23. Chaosweib sagt:

    Hallo Mareike,
    bei mir ist das ja 20 Jahre her, mittlerweile sollten die Ärzte die Symptome schon kennen. Und was haben die denn operiert, wenn sie nicht wissen, was Du hast?

    Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du bald jemand findest, der Dir helfen kann und dass Du um Dein Angstwort herum kommst. Doch glaub mir, auch damit ist das Leben nicht zu Ende!! Ich lebe ganz prima damit und sollte es soweit kommen, darfst Du mir gerne weitere Löcher in den Bauch fragen. Ich werde Dir dann ein paar Tipps geben.

    Alles Liebe

  24. Bine sagt:

    Hallo Chaosweib 😉

    Super geschrieben…würde mich freuen wenn du dich bei mir melden würdest. Haben den selben Kram am Hals und meiner Meinung nach auch den selben Humor dazu…

    Liebe Grüsse Bine

  25. Andreas sagt:

    Hallo !

    Ich habe zum Thema Morbus Crohn und Colitis Ulserosa eine eigene Homepage erstellt. Ich leide selbst seit 1986 an Morbus Crohn und teile meine Erfahrungen und meine Erkenntnisse. Also Hilfe zu Morbus rohn und Colitis Ulcerosa können Sie auf http://www.mein-crohn.com finden. Ich bin leider noch nicht damit fertige, doch ich arbeite hart daran und hoffe sie bald fertig zu stellen. Ich wünsche allen viel Erfolg und vor allem gute Gesundheit !

    Gruß,
    Andreas

  26. Lena sagt:

    Hallo ‚Chaosweib‘,

    ich finde deinen Artikel über Deinen Krankheitsverlauf einfach umwerfend, ich kann man irgendwo komplett reinversetzen, zumindest mit dem Crohn und den Toilettengängen :D.
    Bei dem Satz ‚es gibt keine bessere Diät‘ musste ich ein bisschen schmunzeln.

    Ich bin 18 Jahre alt geworden & leide an Morbus Crohn seit ungefähr 4 Jahren…mein Krankheitsverlauf ist sehr schlimm.

    Die Ärzte wussten nie genau was sie mir geben sollen, jedes mal kam irgendein anderer Mist auf den sie mir verschreiben wollten und verschrieben haben…

    Ich habe zuerst angefangen mit Cortison (rrrrrrr Dreckszeug..) als dieses dann relativ schnell immer höher gesetzt wurde, meine Backen immer dicker wurden &&&’…dann hat es nicht mehr geholfen, die Schübe wurden immer schlimmer.

    Dann fing mein damaliger Arzt an mit MTX und Azathioprin…das hat sich nicht vertragen und ich bekam Gelbsucht..(der damalige Arzt kannte sich keinen Meter aus) so der Arzt bekam Angst und setzte alles direkt wieder ab…
    Nach mehrmaligen neuversuchen hatte das auch nicht mehr geholfen…

    Da es mir danach richtig schlecht ging kam mein jetziger super netter Arzt auf die Idee mir REMICADE (Infliximab) zu geben (Mega starkes zeug mit ner menge ‚leider‘ Nebenwirkungen) mir ging es vom crohn her so gut wie noch nie…
    Nur leider habe ich starke Nebenwirkungen mit der Haut auf REMICADE bekommen..somit haben wir das vor rund 3 Monaten abgebrochen…
    Momentan schleicht sich der Crohn wieder an, ich sitze an der Arbeit mit mega Bauchschmerzn war allein heute schon wieder 27x auf Toilette…

    usw… hab einiges ausgelassen sonst wär es noch länger..

    Ich habe echt Lust mich mit dir (&anderen) über Erfahrungen auszutauschen..

    🙂 Sorry für den langen Text…

    Liebe Grüße an die ganzen Genossen des (wie ich und meine Eltern es immer nennen) Morbus Schissus. 🙂
    Lena

  27. Malin sagt:

    Hallo:)

    Erstmal Hut ab! Ich hab selber Morbus Crohn (seit 8 Monaten), also kann ich halbwegs mitfühlen. Ich hatte das Glück, naja Glück.., dass meine Zwillingsschwester auch Morbus Crohn hat (seit 3 Jahren) und sie den Ärzten für mich den A**** aufgerissen hat, damit sie mir glauben. Meine Zsw hat 2 Jahre keine Diagnose bekommen, erst als sie 15 Kilo abgenommen hat und 12 Magen-darmspiegelungen hinter sich gebracht hat wurde der Crohn erkannt. Bei mir hat eine gereicht und schwupps hatte ich eine Diagnose. Mein Problem war nur, dass ich damit null klarkam und mir ständig eingeredet habe, dass ich das auch ohne Medis überstehe…

    Hab ich nicht.. Ich kam mit 8 kilo weniger und heftigen Entzündungswerten ins Krankenhaus. Da war ich 6 Tage und wurde bis oben hin vollgepumpt mit medis. Ich bekam an einem Tag 7 Infusionen (cortison war auch dabei leider, hab jetzt ein schönes Mondgesicht:D) und künstliche Ernährung. Das mit der künstlichen Ernährung haben sie nur gemacht, weil ich seit 2 Tagen nichts mehr gegessen habe und auch nicht essen wollte, weil ich mir sicher war das ich nochmal zur darmspiegelung muss… was ja dann auch der fall war. Nachdem sie mich 6 Tage durchgecheckt haben durfte ich wieder nach Hause.
    Hier Zuhause hat sich einiges geändert, ich muss nicht mehr ständig auf klo, sondern nur 3 mal am tag und dann kommt das auch nicht total flüssig raus, sonder eher wie Pudding:D
    Ich muss aufpassen, was ich zu mir nehme, da ich keine rohen Sachen essen darf, weil ich momentan Immunblocker nehme. Mein Arzt hat mir das in etwa so erklärt: ‚Abstand halten von rohem Fleisch und rohe Eier, weil eine Salmonellenvergiftung sie umbringen wird‘ Ich bin natürlich mega in Panik ausgebrochen und hab nur mega angefangen zu heulen..

    Okay, jetzt ist aber auch mal gut…

    Ich werde dein Block mal unter Favoriten speichern:)

    LG Malin

  28. Dachser Franz sagt:

    Hallo Chaosweib,
    hoffe, daß es Dir gut geht. ich bin 60J. alt und habe seit 40 Jahren den blöden Morbus Crohn.
    Zur Zt. ist er wieder sehr aktiv. Ich wollte nur fragen, ob Du auch so eine bleierne Müdigkeit gehabt hast ? Es ist kaum auszuhalten. Was kann ich tun ?

    Liebe Grüße

    Dachser

  29. JanP sagt:

    Hallo Chaosweib,

    ich hab‘ seit über 15 Jahren Colitis und kann mich gut in deine Lage versetzen. Besonders die Schlaflosigkeit und den Kaffeekonsum kenne ich auch. Ganz schön zermürbend. Hoffe dir geht’s gut im Moment.

    Liebe Grüße, Jan

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