Kipp’n’Trink – Kaffee aus dem Thermobecher

BRUGO KaffeebecherIch bekam im April eine Anfrage von der T’n T Trend & Trade GmbH, ob ich Lust hätte den neuen BRUGO Thermobecher der 2. Generation zu testen. Und ja, ich hatte große Lust dazu. Aus einer wahren Fülle von Farben suchte ich mir also einen dieser patentierten Becher aus. Als mein orangener Kaffeebecher dann nach wenigen Tagen bei mir eintraf konnte der Test auch schon losgehen.

Zunächst fiel mir auf, dass die Farbe des Bechers etwas dunkler als abgebildet war, aber das war in Ordnung. Dann fand ich ihn im ersten Moment recht dick und klobig.

BRUGO Thermobecher

Das kommt aber wohl durch die rundliche Form, denn im Vergleich ist er auch nicht viel dicker als andere Thermobecher. Meine Hand reicht etwa zur Hälfte rum. Bei einem Axel Schulz ist das sicher anders. 😉

BRUGO - rundliche Form

Die BRUGO Fakten

Der BRUGO unterscheidet sich aber auf eine andere Weise von der Konkurrenz, denn er ist mit einem patentierten System ausgestattet, dass verhindert, dass man sich am frisch gebrühten Kaffee den Mund verbrennt. Deshalb hat jeder Thermobecher eine Temperatur Kontrollkammer an Bord. Hier unten zu sehen als äußerer Rand.

Temperatur KontrollkammerIn den „Innenteil“ gießt man wie üblich den heißen Kaffee und durch kurzes Kippen fließt dieser dann Schluck für Schluck in diese Temperatur Kontrollkammer. Dort wird der zum Trinken zu  heiße Kaffee auf optimale Trinktemperatur runtergekühlt und kann gefahrlos zu Munde geführt werden. Tolle Idee, wie ich finde.

Der Deckel des BRUGO ist mit 3 Funktionen ausgestattet, die durch Drehen ausgelöst werden.

BRUGO Funktionen

Lock verschließt den Kaffeebecher soweit, dass er vor einem Verschütten, zum Beispiel durch einen Stoß, geschützt ist. Aber Vorsicht, der Becher sollte trotzdem stets aufrecht transpotiert werden.

Mit der Einstellung  Tip & Cool aktiviert man das Temperatur Kontrollsystem und man kann nun jeden Schluck kippen und gefahrlos trinken.

Wer allerdings auf sein morgendliches „Zunge verbrennen“ nicht verzichten möchte, stellt den Pfeil des Bechers einfach auf Sip. Damit ist das Kontrollsystem wieder ausgeschaltet und der BRUGO kann wie jeder andere Kaffeebecher auch benutzt werden. Soweit also die Theorie.

BRUGO Deckel

Der BRUGO Test

Ich habe den Becher erstmal ordentlich ausgespült und dann frisch gekochten, schwarzen Kaffee eingefüllt. Da man das Ding ja nicht randvoll schütten soll/kann, gehen so ca. 340 ml Flüssigkeit rein. Also, etwa so viel…

BRUGO FüllhöheNun kommt der Deckel drauf und der wird so weit zugedreht, dass diese beiden, der Markierung dienenden Nippel übereinander stehen. Das ist auch dann der Fall, wenn die Trinköffnung nach vorne zeigt.

BRUGO MarkierungenDann die Einstellung am Deckel auf Tip & Cool stellen, was sich etwas schwierig gestaltet, da man das auf dem Deckel echt nicht lesen kann. Wir haben es mit 3 Leuten probiert. Was auf dem Foto oben vom Blitzlicht hervorgehoben wird, ist im Alltag bei normalem Tageslicht schwer zu sehen. Ich stand mit Brille und Lupe am Fenster. Mein Freund mit Kontaktlinsen sah genauso wenig und meine Freundin, die noch gute Augen hat, hatte auch Schwierigkeiten. Man muss es definitiv ins Licht halten. Der hohe Rand wirft nämlich noch zusätzlich Schatten.

Wenn es aber mal eingestellt ist und man weiß wo die Funktionen sind, geht es. Am Anfang dreht es sich auch noch etwas schwer, aber auch das geht vorbei. Dann ist der Becher auf jeden Fall trinkbereit. Jetzt gilt es also den Kaffeebecher bei jedem Schluck kurz so weit nach hinten zu kippen, dass der heiße Kaffee in die Kontrollkammer fließen kann. Dann wieder aufrichten und wie gewohnt den Becher zum Munde führen und trinken.

Dieses Kippen ist recht ungewohnt und da der Deckel nicht hundertprozentig dicht ist, denkt man immer es könne raustropfen. Beim ersten Schluck habe ich mich dann schon erschrocken, denn der war doch noch recht heiß. Ich habe mich zwar nicht wirkklich verbrannt, aber ich habe es mir nicht mehr so heiß vorstellt.

Da diese Prozedur immer nur für einen Schluck durchgeführt wird, bleibt der restliche Kaffee im Becher natürlich noch eine Weile schön heiß.

Das Trinkgefühl ist nicht so toll. Der Rand des Deckels ist recht dick und innen kantig. Das gefällt mir nicht so gut, das könnte anders geformt sein.

Der restliche Kaffee im BRUGO bleibt maximal für 45 Minuten heiß. Es ist also keine Warmhaltekanne, er soll zum Beispiel nur auf dem Weg ins Büro warm bleiben. Es ist ein klassischer Coffee-to-go-Becher, aber eben mit diesem Temperatur Kontrollsystem. Übrigens, je leerer der Becher wird, desto schräger muss man ihn kippen. Es sei denn man trinkt den Rest Kaffee bei ausgeschaltetem System.

Am Ende hat er mir nicht ganz so gut gefallen wie erhofft. Ich fand das Trinken recht umständlich. Dieses Kippen ist doch sehr gewöhnungsbedürftig und es kann passieren, dass die Leute drumrum schon mal komisch gucken, wenn man seinen Kaffeebecher immer hin- und herkippt. 😉 Auch schmeckte mir der Kaffee aus diesem Becher nicht so gut. Ich weiß aber ehrlich gesagt nicht woran das liegt.

Dass man die Einstellungen auf dem Deckel nicht lesen kann, könnte die Firma  übrigens leicht lösen, indem sie die Schrift weiß macht und/oder durch farbige Punkte unterstützt. Zum Beispiel Ampelpunkte: Rot = Lock, Gelb = Sip und Grün = Tip & Cool. Auf jeden Fall sollte daran gearbeitet werden. Man muss sowieso auch IMMER an Sehbehinderte denken.

Das Spülen geht übrigens nur mit Bürste und auch damit kommt man nicht in jede Ecke. Wer seinen Kaffee mit Milch trinkt, der weiß, dass diese einen Fettfilm hinterlässt und wer lieber schwarzen Tee mag, kennt das Problem der Verfärbungen. Ich persönlich habe da lieber Sachen wo ich mit dem Lappen reinkomme, aber dann wäre der Becher ja noch viel klobiger. Ich empfehle hier einen runden Spülschwamm am Stiel. Der Geschirrspüler ist laut Hersteller jedenfalls tabu.

Wer nun Interesse an diesem Thermobecher hat, der kann mal auf www.brugomug.de nachschauen. Dort gibt es auch eine Animation zur Handhabung. Und ein Video, das aber unverständlicherweise trotz .de Domain in englisch ist, so dass man nichts versteht. Lass Dich also von den Temperaturangaben nicht verschrecken, das sind Fahrenheit. 😮

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Über Chaosweib

Jutta - Nachtmensch, Bücherwurm, Spielkind, Teeliebhaberin - chaotisch, frech, neugierig, ungeduldig, experimentierfreudig - bloggt über alles, was ihr unter die Finger kommt und freut sich genau jetzt über deinen Kommentar :)
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11 Antworten auf Kipp’n’Trink – Kaffee aus dem Thermobecher

  1. Gucky sagt:

    Also etwas nicht leicht spülen zu können und ein unangenehmes Gefühl beim Trinken wären für mich ein Ausschlußkriterium !
    Dafür hätten sie den anderen Kram weglassen können. (Tip&Cool)
    So ein Becher wäre im Idealfall dicht gegen Verschütten und hält lange warm (heiß). Letzteres scheint ja gut zu funktionieren.

  2. Gucky sagt:

    Ich war das… 😉 habe aus bestimmten Gründen eine andere E-Mailadresse.

    • Chaosweib sagt:

      Hallo Gucky,
      wenn Du den Beitrag gelesen hast, weißt Du ja, dass mir das Teil auch nicht zusagt. 😉

      Und ich bin absolut Deiner Meinung. Wenn schon ein Thermobecher, dann einer, der auch wirklich dicht ist. Macht für mich keinen Sinn einen Thermo-To-Go zu entwickeln, der kaum Vorteile gegenüber einem Pappbecher hat. Alleine diese Kontrollkammer ist kein Kaufgrund. Ich hab mir auch sonst die Zunge nicht verbrannt. Aber ein dichtes Transportmittel, das warm hält und stylisch aussieht, DAS ist ein Kaufgrund. 😉

    • Chaosweib sagt:

      Kein Ding, aber Du kannst die neue Mailaddy auch mit Deinem Gravatar verbinden. Aber was sag ich, ein Gucky weiß das ja sicher 😀

  3. sabo sagt:

    Hmpf… Ich benutze Thermobecher eh eher ungern – eigentlich geb ich den Jungs ihre Schulgetränke eher im Thermobecher mit, weil die unkaputtbarer sind als so manche Trinkflasche.
    *räusper* Look-Funktion? Zum Gucken? Oder Lock zum Verschließen (klugscheißmodus off)
    Aber was mir absolut nicht zusagt ist „Geschirrspüler geht nicht“ – damit wird der Becher nicht bei mir einziehen dürfen!
    LG,
    Sabo

  4. diewahrekraehe sagt:

    Die haben den Becher sogar in der Farbe meines Lieblings-Khimars^^ Das kommt auf meine Geburtstagswunschliste;)

  5. kaffeefan sagt:

    Hei,

    also ich bin auch ziemlich enttäuscht. Eure Kritik ist sehr angebracht. Ich hatte mich Mega auf den Turbo-praktischen und endlich allen-Bechernachteilen-ein-Ende-setzenden-Mug gefreut.

    Mich stört zusätzlich, dass ich dachte das Ding wäre mit Edelstahl und das ist es ja keinesfalls. Wegen dem Preis bin ich davon ausgegangen. Irgendwie stands scheinbar nirgends genau, sonst hätt ich den Brugo nicht bestellt. Jedenfalls wo der komische Geschmack herkommt ist ja wohl klar….. Plastik überall. Aber ich hab Hoffnung dass der Plastiktouch wenn das Ding mal eingetrunken ist, noch weggeht.

    Als eine Gebrauchsanweisung ehrlich gesagt, betrachte ich diesen Klappzettel innen nicht. Daher danke für diese Brugo-Erläuterungen, die ich alternativ zu de Brugo-Inlay im Internet gefunden habe. Dies beigelegte Aufklappblatt im Becher selbst war mir nicht behilflich. Keine Pfeile, keine näheren Erläuterungen. Wenn man dann weiss wie es geht, versteht man im Nachhinein auch die Bildchen.

    Diese Abkühleinrichtung in der Tasse ist aufwendig geformt, aber letztlich ja ziemlich simpel. Von wegen Temperaturchip…. Weiss nicht wo das wieder stand. Jedenfalls ist ja wohl klar – wenn ich die Flüssigkeit von wenigen Millilitern in einen Rinne laufen lasse -, dass sie dann ein bissi kühler wird…. Aber von wegen auf die ideale Trinktemperatur abkühlen. Wann denn? Temperaturchip…. das ich nicht lache. Eine Idealtrinktemperatur erreicht man niemals, wenn man wirklich kochendheiss einfüllt, davon ist d r i n g e n d abzuraten. Also der Vorteil ist schon, der Becher hält bombenheiß. Aber den Becher hin und herkippeln um einen halben Schluck irgendwodrin vorzukühlen…. Neee, das ist echt Quatsch. Bringt nix. Hilft nur – trinkwarm einfüllen und gut ist.

    Ein anderer großer Nachteil dieser Kühlrinne – „Tip & Cool“ genannt -, ist …. es ist nur maximal ein HALBER Schluck drin…. Will ich meine Zunge mit Kaffee benetzen und Schüttelübungen für jeden Milliliter Kaffee machen um ihn in die Kühlrinne zu bringen oder Kaffee trinken? Genau.

    Geht man auf die normal Trinkfunktion und füllt trinkwarm ein, dann ist der Becher Spitze.

    Für mich allerdings bleibt die Enttäuschung wegen dem Plastikgeschmack meiner ersten Tasse Tee aus dem Teil.

    Bei der Amazon Kritik die ich gelesen habe muss ich auf eine falsche Becherbeschreibung gekommen sein. Ich suche nämlich nach dem tollen Knopf, den man drückt und wenn man loslässt ist der Becher wieder ratzfatz verschlossen. Das muss dann doch der Contour oder so Becher gewesen sein. So einen Knopf wollte ich…. für 22.95 unbedingt haben.

    Naja – das man mit einer Taschenlampe unterwegs sein muss, mit der man unter (!!) den Rand leuchten muss, um die drei Funktionen einzustellen ist das andere in Deinem Blogg wohlweislich genannte Dilemma. Das ist wirklich so!!! Man lernt am besten gleich auswendig wo was ist. Denn nur mit Leuchtstrahler und Taschenlampe kann man das lesen.

    Was auch etwas nervt ist, das in den Werbebroschüren diese tollen leuchtenden Farben drin sind und die Echtfarbe des angeblich (sonnen)gelben Bechers am besten mit braun-orange beschrieben werden kann. Die Farben in den Anzeigen sind praktisch Photoshop und haben nix mit der Realität zu tun.

    Was den Laden, wo ich arbeite freuen wird – man kann aus dem Becher nur geschlossen trinken… Offen lassen bedeutet – die beiden Trink-Rinnen verwandeln einen sonst in einen sabbernden Brugo-Becher-User.

    Also – Brugo – große Töne spucken für eine Erfindung die keine ist ist euch gelungen. darum hab ich den Becher gekauft. Den derzeitigen Eistemperaturen draußen geschuldet. Die heiss beworbene Vorkühlfunktion ist aber voll überflüssig. Kein Mensch trinkt in so kleinen Schlucken.

    Das andere Problem – wenn der Becher halbleer ist, kann man die Schüttelei überhaupt vergessen. Dann müsste man das Teil durchsichtig machen um zu sehen, wie man die Flüssigkeit ins Vorkühlbecken bringt… Oder eine Brugo-Selbsthilfegruppe gründen – wieviel Grad muss ich den Becher kippen, um aus dem halbleeren Becher die Flüssigkeit in die spezielle Brugo-Vorkühlrinne zu befördern.

    Trotz aller Enttäuschung. Das Ding macht einen stabilen Eindruck, es sind keine komplizierten versteckten Windungen oder Metallfedern irgendwo im Deckel, die sich nicht reinigen ließen und den Becher frühzeitig schrotten. Die Trinköffnung des geschlossenen Bechers ist gut geformt und ich denke die lässt sich auch beim Autofahren oder eingepackt in einem öffentlichen Verkehrsmittel sitzen, problemlos ansetzen. Ich hoffe dringend, dass ich den Plastikgeschmack bald nicht mehr wahrnehme. Mein Kräutertee konnte sich vom Geschmack her schon einigermaßen dagegen durchsetzen.

  6. Julian sagt:

    Ich muss schon sagen, dass mich die Idee zunächst neugierig gemacht hat: Ein Becher der den Kaffee auf Trinktemperatur runter kühlt? Ich kenn das Problem zu gut, dass man sich den Mund an zu heißem Kaffee verbrennt.

    Nachdem ich nun deine Beschreibung gelesen habe, schreckt mich der Becher eher ab. Da es sich nur um eine Vorkühlkammer handelt, wird der Kaffee nicht wirklich abgekühlt und kann, wie du es ja auch beschreibst, immer noch sehr heiß sein. Das ständige Becher-Kippen, um die Vorkammer zu füllen, wär mir auf Dauer zu lästig, vor Allem, dass man ihn sehr stark kippen muss, wenn der Becher schon fast leer ist.

    Vielen Dank für diesen Test, der mich vor einem eventuellen Fehlkauf bewahrt! Dann werde ich wohl doch bei einem der Becher aus diesem Thermobecher-Test bleiben.

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