Rezension: Splitter von Sebastian Fitzek

Splitter von Sebastian FitzekNach dem Hörbuch „Der Augensammler„, das ich hier rezensiert hatte, war mein zweites Buch von Sebastian Fitzek, der Psychothriller „Splitter“. Gekauft hatte ich mir die Taschenbuchausgabe von September 2010 bei Amazon. Die gebundene Ausgabe erschien bereits im Juni 2009. Das Cover sieht mit dem Verband etwas merkwürdig aus, aber die erhabene Schrift in Spotlack macht das wieder wett. Das Spiegeln des roten fühlbaren Schriftzugs macht schon was her.

Der Roman hat, ohne Fitzeks berühmte Danksagung am Ende eines jeden Romans/Hörbuch, noch 361 von 384 Seiten, die in 74 Kapitel unterteilt sind.

Sebastian Fitzek Splitter TBBevor ich anfange hier zunächst mal noch der Rückentext bwz. der Klappentext dieses Thrillers:

Splitter Klappentext

Klick macht big 😉

Splitter – Die Story

Der Protagonist Marc Lucas (32) ist Jurist und arbeitet als Streetworker in Berlin. Marc Lucas hat alles verloren, was ihm wichtig war. Bei einem vom ihm verschuldeten Autounfall starb seine geliebte Frau Sandra zusammen mit dem ungeborenen Baby. Seitdem quält ihn nicht nur ein übriggebliebener Splitter im Nacken, sondern auch die stets präsente Erinnerung an dieses Ereignis.

Eines Tages liest Marc in einer Zeitschrift eine Anzeige einer Privatklinik, die mit Teil-Amnesie experimentiert. Man verspricht die bösen, quälenden Erinnerungen aus seinem Gedächtnis zu löschen, während die schönen Momente erhalten bleiben. Neugierig geworden begibt sich Marc in diese Klinik zu Professor Bleibtreu um sich das mal anzusehen. Nach der Aufnahme und dem Ausfüllen des Fragebogens, möchte er sich das aber dann doch nochmal in Ruhe überlegen und eine Nacht drüber schlafen.

Als Marc die Klinik verlässt, ist nichts mehr wie es war. Obwohl er keinerlei Behandlung hatte, hat sich sein Leben komplett geändert. Oder anders, er hat überhaupt kein Leben mehr. Der Schlüssel zu seiner Wohnungstür passt nicht mehr. Mit Schrecken liest er auf dem Klingelschild statt seinem Namen, den Mädchennamen seiner toten Frau. Und schlimmer noch, sie öffnet ihm persönlich die Tür, aber kennt ihn nicht.

Seine Kreditkarten sind ungültig und das Bargeld reicht noch nicht einmal für die dringend benötigten Schmerzmittel.  Auch der Speicher seines Handys ist gelöscht, er hat keine Nummer mehr um irgendwen anzurufen. Die Tücken der Technik, man schreibt sich ja keine Nummer mehr auf und die meisten Kontakte im Telefon haben eine Kurzwahl. Ein Testanruf an seine eigene Nummer bereitet ihm das zweifelhafte Vergnügen mit sich selbst zu sprechen. Der Typ am anderen Ende behauptet einfach er zu sein. Marc ist fertig mit den Nerven, weiß keinen Rat mehr und da wo noch eben diese önimöse Klinik war, ist nun eine leere Baugrube.

Dann taucht eine fremde Frau namens Emma auf. Sie scheint die einzige zu sein, die ihn erkennt und seinen Namen weiß. Angeblich ist auch sie ein „Opfer“ dieses Experiments und betont, dass sie beide in großer Gefahr schweben. Gemeinsam versuchen sie nun hinter das Geheimnis dieser mysteriösen Ereignisse zu kommen. Doch mit wem flüstert Emma da dauernd am Telefon? Ist sie jetzt Freund oder Feind?

Leseprobe von Seite 200

… „Das waren Bleibtreus Jungs, die sollen mich zurückbringen. In die Klinik. Den Rest meiner Erinnerungen löschen.“
In die Klinik? Aber die gibt es doch gar nicht mehr. In der Französischen Straße 211 befindet sich nur noch ein großes Loch.
Emma kniff sich in die Nasenwurzel, schnappte nach Luft und sprach keuchend weiter, wobei sie nach jedem Satz eine Pause machte, um geräuchvoll Luft in ihre Lunge zu pumpen. „Die wollen von mir das Gleiche wie von Ihnen. Glauben Sie mir jetzt endlich? Wir stecken in dem selbem Programm. Alleine haben wir keine Chance, aber gemeinsam können wir denen entkommen.“

Marc drehte sich zu ihr. In ihrem Blick lag tiefe Erschöpfung, ansonsten schien sie klar, auch wenn das, was sie sagte, nach einer durchgeknallten Verschwörungstheorie klang.
Aber weshalb geschieht das alles?
Gesetzt den Fall, es gab wirklich dieses Programm – was sollte man bei ihm löschen wollen. Oder bereits gelöscht haben?
Allein der Versuch, nach Antworten auf diese aberwitzigen Fragen zu suchen, grenzte an Irrsinn. „Wie haben Sie das gemacht?“, wechselte er deshalb das Thema.
„Was?“
„Die Männer. Wie haben Sie das eben geschafft?“
Emmas schneeweiße Zähne blitzten auf. „Ich habe ihn gebissen.“ …

Meine Meinung
Der Schreibstil ist super, es liest sich rasch und flüssig, alleine die Story hat die Grundidee nicht überlebt. Was hier noch spannend klingt, wird von Seite zu Seite verworrener. Erst ist es so, dann wieder so. Die Geschichte schlägt Hacken, die sich kein Mensch ausdenken kann. Fitzek schreibt sich von einer Absurdität in die nächste. Ich bezweifele, dass er am Ende selbst noch gewußt hat was er da tat. Der Weg zur Lösung und das Ende ist sowas von unglaubhaft und an den Haaren herbeigezogen.

Ich spoilere jetzt mal ein bisschen rum, um denen, die es gelesen haben oder denen, die es interessiert ein paar Beispiele zu nennen. Um aber niemandem den Lesespaß zu nehmen, schreibe ich den Text in der Farbe weiß. Wer es lesen will, muss den Text mit der Maus markieren.

*Spoiler Anfang*
Hier also ein paar Beispiele: Es gab einen Unfall bei dem Frau und Kind starb. Der Unfall fand nie statt. Seine Frau Sandra ist demnach auch nicht tot, sondern lebt. Marc hat einen Splitter im Kopf, welcher starke Schmerzen verursacht und die Wunde regelmässiger Verbandwechsel bedarf. Möööp: Er hat gar keinen Splitter im Kopf, es ist keine Wunde vorhanden. Hat er das nicht selbst gemerkt? usw.
*Spoiler Ende*

Mehr möchte ich nicht schreiben, ich denke das genügt schon mal. Es geht aber in dem Dreh weiter. Auch die Rolle, die sein Bruder Benny hier spielt, ist recht merkwürdig. Die einzig positive Überraschung in dem Buch findet man in Kapitel 27 auf Seite 149. Dort wird erstmals der Augensammler erwähnt und auch Polizist Stoya hat einen Kurzauftritt. Auf der Polizeistation, die Marc aufsucht, verwechslt man ihn kurz und denkt, er wolle eine Aussage zum Fall des Augensammlers machen. Dessen Taten waren schon genau beschrieben, obwohl das Buch erst 1 Jahr später erschien.

Trotzdem war der Rest des Buches einfach nur unlogisch und völlig an den Haaren herbeigezogen. Nach zuklappen dieses Buches habe ich nur einen einzigen Wunsch. Wer hat die Adresse dieser Klinik? Ich will dieses Buch einfach nur ganz schnell vergessen…

Titel: Splitter
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Knaur TB (9. August 2010)
ISBN-10: 9783426503720
Preis: 9,90 Euro

2 Sonnenblumen

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Über Chaosweib

Jutta - Nachtmensch, Bücherwurm, Spielkind, Teeliebhaberin - chaotisch, frech, neugierig, ungeduldig, experimentierfreudig - bloggt über alles, was ihr unter die Finger kommt und freut sich genau jetzt über deinen Kommentar :)
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4 Antworten auf Rezension: Splitter von Sebastian Fitzek

  1. nasch sagt:

    So können Meinungen auseinander gehen, ich fand das Buch einfach klasse *lach* da gab es ein anderes was ich gar nicht mag, war aber auch Gott sei Dank das einzige von ihm 🙂

  2. Carsten sagt:

    Ich habe es noch nicht gelesen, werde das Buch aber in „to do-Liste“ packen.

  3. Macmook sagt:

    Zwar schon per Twitter mitgeteilt, aber hier noch mal 🙂

    Danke für die Info. Ich war kurz davor mir das Buch zu kaufen. Aber ich mag Bücher nicht, die ins „unlogische“ abrutscht. Von daher danke für die Info, spart mir 10€ 🙂

    lg
    mac

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