Rezension: WestEnd Blues – Die Krimi-Überraschung

WestEnd Blues KrimiWie in diesem Artikel berichtet, bekam ich Ende Juni durch die Aktion „Blogg dein Buch“ einen Roman zum Rezensieren zur Verfügung gestellt. Um was es bei der Aktion genau geht, kannst Du hier nochmal nachlesen. Ich hatte mir aus deren Angebot ein Buch ausgesucht, dessen Cover mich zum Einen neugierig gemacht hat und das auf der anderen Seite wiederum nicht sonderlich viel versprach. Da aber meine erste Wahl bereits vergriffen war, wagte ich das Experiment. Vor zwei Wochen kam das 380 Seiten starke Teil dann bei mir an.

“Westend Blues – Ein Katharina-Klein-Krimi aus Frankfurt am Main” geschrieben von Helmut Barz, erschienen 2009 im Sutton Verlag.

WestEnd Blues ReviewEin kompaktes Taschenbuch dessen Cover die Geister spaltet. Den Einen gefällt es, den Anderen nicht. Ganz ehrlich? Mir gefällt es nicht so gut. Es hat was von Verkehrschild. Wenn ich es in die Hand nehme überlege ich immer ob ich auch angeschnallt bin. Jetzt nachdem ich das Buch gelesen habe, kommt es mir nicht mehr ganz so schlimm vor und schließlich ist dieses Cover der Gewinner des „Bloody Cover 2010“ (Auszeichnung für die besten Krimi-Cover). Irgendwas muss es also haben.

Aber nun zum Inhalt, denn der ist, Cover hin oder her, immer noch das Wichtigste an einem Buch.

WestEnd Blues – Die Story

WestEnd Blues RueckentextKlick macht big 😉

Rückentext:
Der Partner tot, sie selbst vom Dienst suspendiert, zur Babysitterin degradiert, des Mordes beschuldigt und von einem rachsüchtigen Drogenboss gejagt: Genau der richtige Zeitpunkt für die Frankfurter Kommissarin Katharina Klein, sich in den völlig falschen Mann zu verlieben.
Eigentlich hat Katharina Klein, Hauptkommissarin bei der Frankfurter Kriminalpolizei, genug eigene Probleme: In einer eskalierten Polizeiaktion wurde ihr Partner getötet; und sie selbst hat zwei Menschen erschossen.

Doch als ihre Nachbarin ermordet wird, muss Katharina deren Tochter, die vierjährige, altkluge Laura, bei sich aufnehmen; und bald schon setzt die Kommissarin alles daran, das Versprechen, das sie dem kleinen Mädchen gibt, einzulösen und den Mörder von Lauras Mutter zu finden.

Unerwartete Hilfe erhält Katharina vom arroganten, undurchsichtigen und leider viel zu attraktiven Gerichtsmediziner Andreas Amendt – mit dem sie mehr verbindet, als gut für sie ist.

Aber alles zu seiner Zeit: Erst muss sie Laura noch in den Kindergarten bringen …
Katharina Klein liebt Oldtimer, Waffen und Zeichentrickfilme. Und sie hasst Morde: Um die Schuldigen zu überführen, riskiert sie, wenn nötig, Kopf und Kragen.
‚Westend Blues‘ ist ihr erster Fall.

Katharina Klein ist Halbkoreanerin, Kriminalkommissarin und in der Regel bis unter die Zähne bewaffnet. Nach einer wilden Nacht mit rosa Plüschhandschellen, wacht Katharina in einem fremden Bett, neben einem fremden Mann auf. Ihr Handy holt sie zurück in die Wirklichkeit.  Ihr Chef beordert sie ins Büro um sie zu suspendieren, weil sie die Typen „gerichtet“ hat, die ihren Partner auf dem Gewissen haben. Sie hat sie mit zwei sauberen Schüssen niedergestreckt. Jetzt wird sie suspendiert und gebeten ihren Partner zu identifizieren.

Zu Hause angekommen liest sie die Nachbarstochter von der Treppe auf. Laura, die sehr viel Wert darauf legt, dass sie keine vier Jahre ist, sondern fast Fünf, wartet auf ihre Mama. Sie sollte sie vom Kindergarten abholen, aber kam nicht. Später findet Katharina sie leblos auf dem Küchenboden ihrer Wohnung. Es sieht so aus, als sei sie bei der Hausarbeit von der Leiter gefallen. Kurz darauf verstirbt sie an den Folgen ihrer Verletzungen. Nicht nur die Art der Verletzungen, sondern auch die Tatsache, dass die Tote 3 benutzte und nummerierte Kondome im Kühlschrank aufbewahrt, bewegen Katharina dazu ein bisschen zu ermitteln.

Hilfe bekommt sie dabei von dem gutaussehenden, ebenfalls suspendierten und nicht bei jedem beliebten Andreas Amendt. Gerichtsmediziner der auf der Säuglingsstation gerne die Babys füttert. Ebenfalls unterstützt sie der Pate von Frankfurt, der gleichzeitig auch ihr Pate ist, zwei Bodyguards von denen einer mit Hilfe von „Kalle Blomquist“ seine Lesekenntnisse vertieft, einer lesbischen Staatsanwältin, dem Hacker und Sohn der Bürgermeisterin, einen Eukalyptusbonbons lutschenden Unbekannten und natürlich von Laura, die nun bei ihr wohnt und ja schon fast Fünf ist.

Leseprobe:
„Hans, Lutz? Wenn jemand meiner Katharina das Herz bricht, dann brecht ihr ihm alle Finger!“
„Ach Antonio, ich kann schon auf mich selbst aufpassen.“
„Ich weiß Kind, aber ich wollte Hans und Lutz eine kleine Freude machen.“
Er zog sie am Arm ins Wohnzimmer.
„Ich habe hier was für dich. Will aber nicht, dass das jeder sieht.“
In dem Paket, dass er ihr feierlich überreichte, verbarg sich ein polierter, schwarzer Holzkasten. Sie öffnete ihn. Auf rotem Samt lag eine Stockert & Rohrbacher Modell 1. Der gebürstete Stahl der Pistole glänzte matt. Die Griffe waren aus dunklem Holz gefertigt. Am unteren Ende waren in Gold zwei Kerben eingraviert. Neben dem Beschussstempel und der Seriennummer fand sich der Schriftzug „Killer Queen“.

WestEnd Blues – Mein Fazit

Woher kommt eigentlich der Ausdruck „Regional-Krimi“? Diese Bezeichnung hätte mich beinahe davon abgehalten das Buch zu lesen bzw. es überhaupt zu kaufen.  Ich meine jeder Roman spielt doch irgendwo!? Ich konnte nicht feststellen, dass es hier vermehrt um Frankfurt und Umgebung ging. Für mich ist das ein „normaler“ Krimi.

Dennoch war dieses Buch für mich eine echte Überraschung. Ich hatte einfach „was lesbares“ erwartet und am Ende konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Es ist sehr flüssig geschrieben, hat keine Längen, dafür sorgt es für den ein oder anderen Schmunzler. Die Charaktere sind gut gezeichnet, man kann sie sich leicht vorstellen. Die Story spielt über die Dauer von 14 Tagen ist vom ersten bis zum letzten Tag fesselnd.

Leider endet das Buch mit einem gewaltigen Cliffhanger. Das macht natürlich neugirieg auf den nächsten Fall von Katharina, aber ich lese ganz gerne Bücher, die in sich abgeschlossen sind. Wenn ein Buch gut war, lese zwar auch noch andere Bücher des Autors, aber ich mag trotzdem nicht so gerne Serien.

Ansonsten ist die Schrift recht klein, finde ich. Auch verstehe ich nicht, warum die Kapitelüberschriften alle englisch sind. Abgesehen davon, dass ich nur die Hälfte verstehe, macht es bei einem deutschen Buch, aus einer deutschen Stadt, von einem deutschen Autor keinen Sinn, oder?

Das Buch ist aber auf jeden Fall sehr empfehlenswert. Ein tolles Buch, ich hatte echt Spass beim Lesen. Bitte mehr davon.

Ich vergebe 4 von 5 Sonnenblumen. Eine ziehe ich aber wegen der oben beschriebenen Punkte (englische Überschriften, Schriftgröße, mega Cliffhanger) ab.

Ich werde jetzt auf jeden Fall den Nachfolger „African Boogie“ lesen. Will unbedingt wissen wie es weitergeht…

ich empfehle auch
Die Autoren-Website
Die Website der Sonderermittlungseinheit
Die Website vom Sutton Verlag
Die Seite von Blogg dein Buch

“Westend Blues – Ein Katharina-Klein-Krimi aus Frankfurt am Main” von Helmut Barz
Sutton Verlag (1. September 2009)
ISBN-13: 978-3866804845
Preis: 14,90 €

Chaosweib's Bewertung: 4 Sonnenblumen

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Über Chaosweib

Jutta - Nachtmensch, Bücherwurm, Spielkind, Teeliebhaberin - chaotisch, frech, neugierig, ungeduldig, experimentierfreudig - bloggt über alles, was ihr unter die Finger kommt und freut sich genau jetzt über deinen Kommentar :)
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12 Antworten auf Rezension: WestEnd Blues – Die Krimi-Überraschung

  1. Mella sagt:

    Hi, ich dachte die Überschriften sind die Lieder auf der CD, die in dem Buch auch eine Rolle spielt.

    Täusche ich mich?

    Mella
    Mir hat es übrigens auch gut gefallen und mit Regional-Krimi eigentlich nichts zu tun.

  2. Helmut Barz sagt:

    Guten Tag,
    erst einmal herzlichen Dank für die Kritik.

    Mella hat recht: Die Kapitel sind nach Jazz-Klassikern benannt, die sich auch auf der CD von Andreas Amendt und Marianne Aschhoff wiederfinden, die im Buch eine gewisse Rolle spielt.

    Und ich dachte eigentlich, dass die meisten Titel so bekannt wären, dass sie sich von selbst erklären. Aber ich habe mir Ihre Kritik zu Herzen genommen und einen entsprechenden Eintrag auf der Website zu den Büchern verfasst:
    http://www.sonderermittlungseinheit.de/index.php?option=com_content&view=article&id=141:was-hat-es-eigentlich-mit-dem-titel-und-den-englischsprachigen-kapitel-ueberschriften-auf-sich&catid=45:faq&Itemid=112

    Die Schriftgröße ist in der Tat Ergebnis einer Debatte zwischen Lesbarkeit und Buchumfang gewesen. Mir persönlich ist sie nicht zu klein – aber ich kann das Problem nachvollziehen.

    Und, nun, der Cliffhanger ist in der Tat gemein, das gebe ich zu: Aber trösten Sie sich – einen Auflösung erhalten Sie bereits im nächsten Buch … somindest so ziemlich 😉

    • Chaosweib sagt:

      Hallo Helmut,
      lieben Dank für Ihren Kommentar. Das freut mich jetzt aber.

      Vielleicht konnte ich mir das mit dem Songtiteln nicht denken, weil ich eben kein englisch kann und die ab dem dritten Kapitel gar nicht mehr beachtet habe. 😉

      Zur Schrift: Ich bin gerade in dem Alter, in dem die Arme von Tag zu Tag kürzer werden. Da ist so ein kleiner Druck nicht mehr ohne Mühen zu lesen. Wenn ich Ihnen sage, dass ich das Buch mit zwei Brillen übereinander gelesen habe… 😉

      Was heißt denn „somindest zu ziemlich“? Das ist ja gemein. So kann man auch den Verkauf ankurbeln *lach*

      Auf jeden Fall haben Sie da einen super Krimi hingelegt. Ich hatte Spass und das ist ja die Hauptsache. An alles andere diskutieren wir uns halt ran. 😛

  3. Helmut Barz sagt:

    Na ja, etwas Geheimnis bleibt auch – aber wir erfahren alles, was wir schon immer über Andreas Amendt wissen wollten. Ach ja, falls es Sie interessiert: Am nächsten Sonntag gibt es eine „virtuelle Lesung“ über’s Internet – Ich lese drei Kapitel aus „African Boogie“, dem Westend Blues Nachfolger, vor und beantworte Fragen per Chat: http://www.facebook.com/event.php?eid=124585197629103

    • Chaosweib sagt:

      Mal sehen. Ich kriege den zweiten Band wahrscheinlich von Verlag geschickt, da will ich nicht so viel vorweg wissen. Ich merke es mir aber mal vor. 😉

      • Helmut Barz sagt:

        Ich lese auch nur die ersten drei Kapitel, die dafür Wort für Wort. So viel wie in der Leseprobe …

        • Chaosweib sagt:

          Sorry, musste heute Mittag weg. Ich habe mich mal an die Veranstaltung drangehängt. Vielleicht schaue/höre ich mir die 3 Kapitel an und lese dann im Buch einfach beim 4. weiter. 😉

  4. Nadine sagt:

    Blogg dein Buch? Coole Aktion, hatte ich noch nichts von gehört *rotwerd*

    Aber nun zum Buch… Ich such noch was für den Sommer, zum Lesen auf der Wiese wenn man mal draussen sein kann ohne Regen! Bisher war ich eigentlich von diesen Städte-Schinken von relativ unbekannten Autoren eher abgeschreckt, aber das Buch hab ich jetzt bei Amazon geordert. Bin gespannt 😀

  5. Nadine sagt:

    Hab es als Kindle-Version gekauft, ist günstiger gewesen 😀

    So hab ich es nun im Zug immer schön dabei und kann schmöckern! Aber das zweite gibt es scheinbar nicht als eBook… Egal, wenn mir der Blues gefällt, order ich das andere noch als Buch.

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