Facebook-Verbot – das Sommerloch-Thema 2011

Facebook verbieten WARNUNG AN ALLE: DIESE WEBSITE NUTZT FACEBOOK PLUGINS! WER NICHT GETRACKT WERDEN WILL, VERLÄSST BITTE UMGEHEND DIESE SEITE, LÖSCHT ALLE COOKIES UND FORDERT SCHNELL EINE NEUE IP AN. DARÜBER HINAUS HAT JEDER DIE MÖGLICHKEIT SOFORT SEINE INTERNETVERBINDUNG ZU BEENDEN, DIE DSL-LEITUNG ZU DURCHTRENNEN UND/ODER DAS MODEM ANZUZÜNDEN. DENN WER HÄTTE ES GEDACHT, ALLE ANDEREN WEBSITES TRACKEN IHRE USER AUCH!!!

ULD verbietet Facebook

Nun zurück zum neuen Sommerloch-Thema, dem Facebook Verbot des ULD (Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz). Seit genau einer Woche hat das ULD Schleswig-Holstein eine Pressemitteilung und eine „Datenschutzrechtliche Bewertung der Reichweitenanalyse durch Facebook“ herausgegeben, die Webseitenbetreiber, derzeit nur die, die in Schleswig-Holstein sitzen, auffordert die Facebook-Plugins auf ihren Seiten zu entfernen. Hier geht es im Augenblick vordergründig um den „Gefällt mir“-Button und die Fanpage.

Facebook tracke die User und sende die Daten in die USA, wo genaue Nutzerprofile erstellt würden. Dies geschehe sowohl mit Usern, die bei Facebook eingeloggt seien, als auch mit völlig unbescholtenen Usern, die gar nichts mit Facebook zu tun haben. Mit jedem Klick auf eine Internetseite, die Facebook-Plugins eingebunden hat, werden bei Facebook genaue Statistiken der User erstellt.

Sowas ist BÖSE. Sowas schadet den DEUTSCHEN. Sowas gehört VERBOTEN.

Tja und genau das tut das ULD jetzt. Es verbietet Facebook. Alle Schleswig-Holsteiner Webeitenbetreiber, die solche Plugins nutzen, werden aufgefordert diese sofort, spätestens aber bis Ende September, von ihren Seiten zu entfernen. Man legt ihnen auch gleich nahe sich gar nicht erst bei Facebook anzumelden. Wer dem nicht nachkommt, dem drohen Bußgelder bis zu 50.000 Euro.

Facebook weist diese Vorwürfe allerdings zurück und erklärt: Das Unternehmen halte sich bei der Verwendung der Social Plugins vollständig an die Datenschutz-bestimmungen in Europa. Bei Nutzung des „Gefällt mir“-Buttons könne man nur die IP sehen und diese würde nach 90 Tagen gelöscht, was den üblichen Branchenstandards entspräche. Quelle: ZDF
lllll

Und nun?

Seit der Veröffentlichung der Pressemittleilung hat das Thema im Netz und vor allem bei Bloggern hohe Wellen geschlagen. Die Aufregung ist groß und die Angst geht um. Klar, erstmal nur bei den Webseitenbetreibern in Schleswig-Holstein, aber die anderen Bundesländer könnten in Kürze nachziehen. Und was passiert, wenn alle Deutschen ein Facebook Verbot bekommen und andere Länder nicht? Ist das überhaupt umsetzbar und wieso soll der kleine Seitenbetreiber zahlen, der doch gar nichts von den Datensammeleien mitbekommt und rein gar nichts davon hat?

Fanpage Verbot

Nach den ganzen Berichterstattungen und dem Aufschrei der Webseitenbetreiber gab der „mitverantwortliche“ Dr. Moritz Karg den Moderatoren von Jurafunk ein Interview in dem er schon ein Stückchen zurückgerudert ist. Nämlich insofern, dass sie nicht gegen den klein und kleinst Fanpagebetreiber vorgehen wollen, sondern eigentlich Facebook bewegen wollen, dahingehend was zu ändern. Das Interview ist hier im mp3 Format hinterlegt.

Spielen wir das mal durch

Nehmen wir mal an, den Datenschützern gelingt es irgendwann Facebook-Plugins oder gar die Nutzung von Facebook zu verbieten. Dann wären unsere Daten vor Facebook sicher, aber was geschieht mit meinen Daten, wenn ich andere Seiten ansurfe? Wenn ich eine Seite in Österreich oder der Schweiz aufrufe, die eine Facebook Fanpage haben? Wer schützt mich und meine Daten denn dann? Wird uns vielleicht als Nächstes verboten ins Ausland zu surfen? Wird man ums deutsche Internet eine Mauer ziehen? Und haben ausländische Firmen und Blogger dann einen Vorteil mir gegenüber, weil sie ihre Seiten via Facebook promoten dürfen? Haben deutsche Firmen dann einen wirtschaftlichen Nachteil?

Was wenn die deutschen Datenschützer Zuckerberg in ihrem Land endlich ausgelöscht haben? Wer ist dann dran? Google-Streetview haben wir ja schon verpixelt. Google Analytics soll ja auch so böse sein und ist schon lange im Visier der Datenschützer. Werden bald die Google+ Buttons und Profile verboten? Wissen nicht auch alle anderen Suchmaschinen welche Seiten ich wie oft suche und ansurfe? Dürfen die das? Woher wissen die, dass ich das gesucht habe und nicht mein Besuch? Werden Suchmaschinen auch verboten? Was ist mit all den Werbebannern auf Webseiten? Die telefonieren doch auch alle nach Hause, oder nicht?

Woher weiß Amazon was ich mir wann angesehen habe? Und wieso empfiehlt man mir trotzdem die falschen Sachen? Da schaut man einmal für eine Freundin nach Kinderspielzeug und schon bekommt man ewig Kindersachen empfohlen obwohl man gar keine Kinder hat. Ich denke sowas weiß Amazon, oder nicht?

Was ist generell mit Online-Shops? Die speichern nicht nur die Rechnungsadresse, nein auch die Lieferadresse und sogar meine Bankdaten und Kreditkartennummer. Was ist mit Online Bezahldiensten wie PayPal, ClickandBuy oder Sofortüberweisung? Letztere verlangen sogar, dass man die Pin eingibt. Jeder Supermarkt übrigens auch, wenn man mit Karte zahlt. Ergo, alles verbieten, sofort.

Wieso steht eigentlich im Login-Feld der Telekom-Seite automatisch mein voller, realer Name, wenn ich die Seite (oder alle anderen Seiten, die der Telekom gehören) aufrufe? Tracken die mich auch? Wie unhöflich!! Das gehört doch verboten, oder? Weiß das ULD das schon?

Fazit

Ihr seht, eigentlich müßte man das ganze Internet verbieten und wieder Briefe schreiben. Obwohl, da muss ich ja auch meinen Absender draufschreiben. Ja, die Post trackt uns auch! Die wissen ganz genau wann ich wem schreibe, die bringen die Briefe sogar persönlich dorthin. Die haben da extra Leute für angestellt. SKANDAL!!!

So ein Verbot ist nicht umsetzbar, die können maximal Facebook dazu zwingen den veralteten deutschen Datenschutz einzuhalten oder den endlich mal an das 21. Jahrhundert anzupassen. Und auch dann würde das NUR für Deutschland gelten und wäre wieder hinfällig, wenn ich auf ausländische Seiten surfe.

Um der Wahrheit die Ehre zu geben, muss ich dazu sagen, dass es dem ULD eigentlich darum geht, dass man Profile nicht mit realen Namen und somit mit echten Personen erstellen darf, was Facebook zumindest bei Mitgliedern tut. Die sind ja schließlich mit ihrem echten Namen angemeldet, haben ein Geschlecht und ihr Geburtsdatum angegeben und bestimmt auch noch Adresse und Telefonnummer hinterlegt. Tja, selbst schuld, wenn sie das alles angeben, aber diese Mitglieder haben auch die Nutzungs- und Datenschutzbedingungen von Facebook akzeptiert.

Von Fremden, also von Nichtmitgliedern, oder nicht eingeloggten Personen kann Facebook nur die IP tracken und die wird in den meisten Fällen täglich neu vergeben, oder von Usern auch mehrmals täglich gewechselt. Damit kann Facebook also nicht viel anfangen.

Google+ macht ja jetzt übrigens das gleiche. Es verlangt Realnamen und kann damit auch personenbezogene Profile erstellen. Hat es aber auch schon vorher gemacht, wenn man sich einen Account oder eine Gmail-Adresse mit realen Namen und Angaben angelegt hat. Was heißt, nach Facebook ist wieder Google dran. Dann wird Google+ verboten und danach Twitter, WKW, StudiVZ, Xing, Apple und jeder andere Bösewicht, der es wagt unsere Daten zu sammeln, zu speichern und auszuwerten. Übrigens: alle WordPress-Blogger sollten auch schnell das Land verlassen. WordPress hat ja seit neustem ein Kommentarformular mit Social Media Login. Böse Falle!

……

Juhu, dann kommt auch endlich bald die GEZ dran und der Zensus und die Krankenkassen und die Post und die Telekom und das Einwohnermeldeamt und das Finanzamt und und und. Und zum Schluss verbietet sich der Staat selbst – Stichwort:  Vorratsdatenspeicherung. Hach, dann haben wir endlich ein Leben wie Gott in Frankreich. Apropos Gott? Trackt der uns nicht auch von da oben? Scheiße!

…..

Aufklärung statt Verbote!

Ich bin dafür, dass man die User aufklärt. Dass man ihnen zeigt welche Spuren und Daten man im Internet hinterlässt und wie man das verhindern kann, ohne gleich wieder trommeln zu müßen. Ja trommeln, denn beim Telefonieren werden wir ja auch abgehört.

Zuerst sollte man mal die Cookie-Einstellungen anschauen. Man kann Cookies nämlich auch verbieten, oder zumindest die von Drittanbietern. Dann kann man zwar möglicherweise nicht mehr alle Websiten uneingeschränkt nutzen, aber wer will das schon? Bei mir im FireFox habe ich zum Beispiel eingestellt, dass Cookies nur solange gespeichert werden, bis ich den Browser schließe, was mehrmals am Tag geschieht, aber doch mindestens einmal täglich, wenn der PC runtergefahren wird. Wer sich auf bestimmten Seiten nicht ausloggen möchte, kann diese Seiten in die „Ausnahmen“ setzen. Und Obacht, Flash-Cookies nicht vergessen! Diese kann übrigens hier wunderbar verwalten.

Wer eine Website aufruft, sollte zuerst einen Blick in deren Datenschutzbestimmungen werfen. Bei mir stehen die zum Beispiel im Impressum. Dann gibt es Adblock Plus, ein Browser Add-on mit dem man einiges blockieren kann. Dazu gibt es diverse Filter, die man wählen kann. Es gibt sogar von Google ein Deaktivierungs-Add-on für Browser mit dem man sich vor der Sammelwut von Google schützen kann und es gibt einen Facebook Blocker. Es gibt natürlich auch Tools mit denen man fast völlig anonym surfen kann. All das und noch mehr, kann man nutzen um zu verhindern, dass die eigenen Daten gesendet und gespeichert werden.

Man kann sich auch anonyme eMailadressen (Wegwerfmail) anlegen um sich damit in Foren, Comunnities und Blogs anzumelden. Sowas schützt natürlich auch vor Spam. Auch sollte jeder darauf achten, was er im Internet für Daten preisgibt und was er schreibt. Man kann auch falsche Namen und Daten angeben, solange man nicht die Absicht hat jemanden zu betrügen bzw. eine Straftat plant. Und man muss in sozialen Netzwerken nicht schreiben, dass man von dann bis dann im Urlaub ist und die Wohnung solange leer steht. Erst recht nicht, wenn man im Profil seine Adresse angegeben hat. Und 4.000 Gäste auf einer Party/Geburtstagsfeier braucht auch kein Mensch, oder? Manchmal genügt es schon, wenn man mal sein Hirn einschaltet.

Ich finde, DAS sollte ein Datenschutzzentrum tun, aufklären und Lösungen aufzeigen und nicht alles einfach verbieten, was eigentlich nicht zu verbieten ist.

Mitdiskutieren via Kommentarfunktion
So und nun ist die Diskussionsrunde eröffnet. Ich erwarte zahlreiche Kommentare mit eurer Meinung zu diesem Thema. Was denkt ihr darüber? Wer wohnt in Schleswig-Holstein und hat eine Fanpage? Habt ihr sie schon entfernt oder habt ihr es vor? Was haltet ihr von unseren Datenschutzgesetzen? Habt ihr einen WordPress-Blog mit aktueller WP-Version?

Weitere interessante Links zum Thema
Warum Schleswig-Holstein Facebook-Fanpages und Likes verbieten will [Interview] via zbw-mediatalk.eu
WICHTIG: Schleswig-Holsteinisches Datenschutzzentrum droht mit Bußgeldbescheiden für Verwender von Facebook Social-PlugIns und Fanpages! via socialmediarecht.wordpress.com
Schleswig-Holstein will Facebook-Aktivitäten verbieten via wuv.de
ULD an Webseitenbetreiber: “Facebook-Reichweitenanalyse abschalten” via netzpolitik.org

PS: Ob das ULD auch festellen kann wer wie oft das PDF aufgerufen hat oder ihre Website besucht?

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Über Chaosweib

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14 Antworten auf Facebook-Verbot – das Sommerloch-Thema 2011

  1. Michael sagt:

    Na toll, so einen Facebook gefällt mir Button hat doch fast jeder. Ich natürlich auch. Sollte man den nun entfernen oder auf die ersten Abmahnungen warten? Ich werde den Gefällt mir Button wohl wieder entfernen.

  2. Tina sagt:

    Ich finde diese ganze Datenschutznummer eigentlich nur nervig. Wenn ich mir so überlege, was der Staat alles so „trackt“ – natürlich nur wegen der Sicherheit und den Antiterrorgestzen, für’s Finanzamt und so weiter…dafür schreien andere Politiker dann wieder man sollte im Internet alles nur mit seinem Realnamen machen dürfen?? Dinge, von denen ich nicht möchte, das andere sie wissen, gebe ich im Internet nirgends an und andere Dinge kann von mir aus jeder wissen….und das was meine Kinder im Internet so treiben sehe ich mir regelmäßig an, sowie Eltern das eben machen sollten. Ich denke so ein bisschen Eigenverantwortung sollte man seinen Bürgern schon zutrauen, aber vielleicht liegt’s auch daran, dass meine 12jährige Tochter mehr Ahnung davon hat wie man im Internet anonym unterwegs ist als die meisten Politiker und mittlerweile mir dazu Tipps gibt? Mir persönlich ist es echt egal ob Amazon mir Werbung anzeigt oder ob sonstwer mir Werbung per Email schickt…dafür habe ich einen Spamfilter, genau wie ich zu Hause eine Altpapierkiste habe.

  3. Kai sagt:

    Irgendwie kam mein Trackback nicht an (hab ich die falsche URL benutzt? oO), aber hier halt nochmal ein Link zu mir, denn für einen Kommentar war mir das doch viel zu voluminös. 😉
    http://www.tritachion.de/wp/?p=526

  4. Guten Morgen 🙂

    Ein hervorragender Artikel!

    Mir sträuben sich auch die Haare über die Dinge, die sich unsere Politiker, Datenschutzbeauftragte und wer-auch-sonst-noch den lieben langen Tag so ausdenken.

    Manche Ansätze sind vielleicht gar nicht so verkehrt, aber einiges ist so hanebüchener Unsinn, dass ich nicht verstehen kann, wie man Zeit, Energie und wahrscheinlich auch Unsummen an Steuergeldern darauf verschwenden kann, darüber zu philosophieren.

    Ich gehöre zwar nicht zu den weltbesten und fanatischsten Facebook-Nutzern, doch auch ich habe einen Account dort eröffnet und freue mich darüber, viele alte Bekannte dort wiedergetroffen zu haben, zu denen sich der Kontakt im Laufe des Lebens „im Sande verlaufen“ hatte.

    Facebook und das Internet an sich sind keine bösen Instrumente – es gibt nur sehr wohl „böse Nutzer“ und naive Nutzer.

    Daher wäre ich persönlich auch dafür, dass mir der Staat nicht vorschreibt, was ich wann im Internet zu sehen und zu tun habe (wenn es sich im legalen Rahmen bewegt! Wenn jemand ein Forum zum Thema „Wie plane ich am Besten den nächsten Massenmord an meiner Schule?“ eröffnet, sollte dort doch mal genauer hingeschaut werden.), sondern anfängt, Zeit und Gelder in Aufklärung zu investieren.

    Denn seien wir ehrlich – wirklichen „Datenschutz“ kann es nur geben, wenn wir alle Stecker ziehen und uns allein (Familienmitglieder könnten mich auch überwachen und meine Daten sammeln =P) in eine weit abgelegene Höhle verziehen, diese zumauern, uns auf den Boden hocken und den ganzen Tag die Melodie von Biene Maja summen.

    Wie du siehst .. ich finde es manchmal einfach lächerlich und nicht Ernst zu nehmen, was uns da so Alles präsentiert wird.
    Ich bin gespannt, wie sich die Sache entwickelt.

    lG
    Alex

  5. Kil sagt:

    Meiner Meinung nach, haben die Datenschützer einfach nur ein legitimationsproblem. Das gilt übrigens auch für Politiker. Daher auch dieser ganze Aktionismus mit der Sicherheit. Ist ja nach der Privatisierungsaktion der letzten Jahrzehnte, das einzige Feld wo sie noch was machen können. Nachdem die Datenschützer die Voratsdatenspeicherung nicht verhindern konnten und eine Wiedereinführung sicher nicht verhindern können, sollte es nochmal soweit kommen, versuchen sie sich auf anderen Feldern zu profilieren.

    Im Gegensatz zur Vorratsdatenspeicherung, gebe ich meine Daten im Internet freiwillig heraus. Wenn ich mich bei FB nicht abmelde und damit ein persönliches Profil ermögliche bin ich auch selbst Schuld. Allein mit meiner IP können sie ja nicht viel anfangen, außer sie würden beim Provider nachfragen dürfen, wer die denn zu dem Zeitpunkt inne hatte. Das darf aber nur die Polizei. Das Behören einfach mal so die Konten von Bafög oder H4 Empfängern abfragen dürfen, das regt ja keinen mehr auf. Das war ja ursprünglich nur für die bösen Terrroristen gedacht.

    Mit Sommerlochthema triffst du das ja ganz gut. Man sollte die Gelegenheit nutzen und mal über Datenschutz und das unzeitgemäße Gesetz in Deutschland diskutieren. Datenschutz ist natürlich wichtig. Solange da aber mit zweierlei Maß gemessen wird bringt das meiner Meinung nach nichts.

  6. Sandra K. sagt:

    Super gesagt 🙂

    Ich hatte ja auch mit Dr. Karg telefoniert und mich schlau gemacht. Außerdem meinen Anwalt befragt, denn ich wohne in S-H. Nervig, dass wir mal wieder ne Ausnahme machen ….

    Der Anwalt hatte es noch mal schön auf den Punkt gebracht – es gibt verschiedene Bundes- und Landesebenen. Und S-H ist nun das erste Bundesland, in dem bestimmte Dinge von Facebook verboten werden. Kann also durchaus sein, dass irgendwann Deutschland gespalten ist – in fb und nicht-fb-Nutzer 😉

    Dr. Karg hatte auch am Tel. schon ein bisschen zurückgerudert als ich ihm erzählte, dass ich einen Text in den Datenschutzbestimmungen stehen habe. Wäre wohl sehr viel mehr als die meisten haben, sagte er.
    Seit Tipp: Erstmal nichts tun, Lage beobachten und dann entsprechend handeln. Ich hab sofort gehandelt und mein Like-Button ist weg. Die Fanbox hab ich noch, aber die wird sonst auch noch gekickt.

    Womit wir schon beim nächsten Problem wären – der Wettbewerb:
    Jüngst erst bei Facebook: „Teste und Berichtet über uns. Bedingungen: Fans bei Facebook und viele eigene Leser“. Wie aber will ich die Nachweisen, wenn ich keine Fanbox und ähnliches haben darf? Ganz Deutschland darf testen, nur S-H. nicht – weil die ja nicht bei fb sein dürfen. Super.

    Bin sauer. …

    Hatte Dr. Karg aber auch wegen Google+ gefragt. Da sind sie wohl mit den Ermittlungen nicht so weit und Google würde sich auch sehr anstrengen, alles Datenschutzkonform zu bauen. Klang generell positiver.

    Ich werde auf jeden Fall beobachten und bezweifle stark, dass das ULD das erreicht, was es will: das Facebook aufwacht und sich ändert. Warum auch – die haben so viele User, ein paar aus S-H weniger fallen da auch nicht auf.

  7. astrid sagt:

    Hallo,
    ich denke da genau wie du. Nur wenn Daten, ohne dass ich es weiß gesammelt werden, vermute ich Böses. Weiß ich aber Bescheid, liegt es an mir, richtig darauf zu reagieren. Wenn Amazon mir etwas vorschlägt, muss ich es ja nicht kaufen. Und wie manipulierbar ich bin, liegt an mir.
    Oft ist es aber so, dass die vielen Informationen einfach zu komplex sind. Wenn man sich alle AGB wirklich bis zum Ende durchliest (wobei ich dein Impressum bis Allergiker-Hinweis gelesen habe :-)) raucht man nicht mehr viele andere Dinge zu tun. Und hier sehe ich in diesem Falle die Aufgabe des Datenschutzes: Aufklären und auf mögliche Risiken, die im Kleingeschriebenen unter gehen könnten, noch einmal aufmerksam zu machen!
    Ich glaube auch nicht, dass verbieten viel bringt. Auch falls das Verbot greifen würde, findet der, der wirklich sucht eine andere „Datenabschöpfmöglicheit“.
    Liebe Grüße
    Astrid

  8. BrummelBrot sagt:

    Alles super zusammen gefasst. Ich werde den Text mal in meinem Blog verlinken. Bitte beschweren, wenn nicht erwünscht.
    Oh, jetzt muss man mich aber auch verbieten oder o.O Ich mein. Ich mach ja andere Menschen über das böse Medium Internet auf dich aufmerksam. Oi. Ich stell mich dann mal in die Ecke und denke darüber nach was ich getan habe.
    Über manche Entscheidungen kann man einfach nur den Kopf schütteln… Traurig traurig, dieses Unvermögen

  9. Joy sagt:

    Du schreibst, man könne nicht registrierte Nutzer nicht tracken. Das Stimmt so nicht, denn man kann ein persistentes Cookie setzen, also dass auch über die 24 Stunden einer Ip hinaus gültigkeit hat. Außerdem gab es mal eine Studie, dass nicht mal Cookies zwingend erforderlich sind. Man kann Nutzer auch über die installieren Browserplugins, Betriebssystem + IP identifizieren.

    Bei Google erkennt man das Tracking sehr gut am retargeting von Adsense. Man bekommt Werbung zu Seiten eingeblendet, die man vor 2 Minuten besucht hat 😀

    Du schreibst man brauche Aufklärung und hier stimme ich Dir zu. Aber wie man mit den Datensammlern im Netz umgehen soll weiß ich nicht. Ich finde es hier gut, dass es einen Datenschutz gibt. Und dass man sich dazu Gedanken macht. Die Aufklärung wird durch diese Facebook Verbots Aktion allemale gefördert. Würdest Du ohne die Aktion zu dem Problem bloggen?

    Aus technischer Sicht, kann man auch den Seitenbesuch ohne Plugins Tracken, nämlich über die Browserhistory und CSS Hacks. So spielt man eine Liste versteckter Links ein und formatiert z.B. je Link für a:visited diesen mit einem individuellen Bild. böseseite.tld/tracking/link_123linkid_userid.png als Border.

    Nun kann man mit htaccess diese Bilder an einen php Datei weiterleiten.

    RewriteRule tracking/link_(\d+)_(\d+).png tracking.php?user=$2&link=$1

    Der Browser wird alle dieses Bilder auch wenn die links in einer hidden div box stehen laden.
    Dann kann man per php in der Datenbank speichern welche Webseiten besucht wurden.
    So testet man dann beispielsweise die 1000 meistbesuchten Webseiten zuerst ab. Und kann dann das Tracking mit Javascript verfeinern. Wenn man dann bei einem Treffer weitere Links der Kategorie und auch Links von Unterseiten einspielt (mit Ajax) kann man ein sehr genaues Nutzerprofil OHNE LIKE BUTTON erstellen und das geht in sekunden ganz automatisch im Hintergrund.

    Schutz bringt hier, wenn man in den Browsereinstellungen für a:visited ein festes Stylesheet mit !important angibt, am Besten dann auch für normale links.

  10. wenn ich darf, würde auch ich gerne deinen super beitrag auf meinem blog verlinken….
    wieso wird es uns deutschen eigentlich immer so schwierig gemacht, alles richtig zu machen?!?!

    danke für den beitrag!

  11. MrsJennyenny sagt:

    Toller Bericht! Ich habe eben auch auf „Gefällt mir“ geklickt. Ich glaube ich wurde getrackt!

    LG und ein schönes WE!

  12. Joy sagt:

    Hallo soll das ein Scherz sein? Natürlich kommentiere ich blogs auch damit ich ein paar mehr Links bekomme. Aber ich achte darauf auch was zum Thema beizutragen. Jetzt nehme ich mir hier über 20 Minuten Zeit und schreibe einen wahren Beitrag zum Thema und dann löscht ihr meinen Link raus?

    Vielen DANK !!!!

    • Chaosweib sagt:

      Dann verlinke in Zukunft bitte regelkonform. Hier ist ein Link zur Startseite des Blogs erlaubt, aber keine speziellen Artikellinks, es sei denn sie gehören zum Thema.

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