Rezension: Du findest mich am Ende der Welt

Nicolas Barreau - Du findest mich am Ende der WeltMit dem Buch „Du findest mich am Ende der Welt“ von Nicolas Barreau stelle ich euch einen Autor vor, der von allen als Geheimtipp gehandelt wird. Obwohl, mittlerweile ist er wohl nicht mehr ganz so geheim, denn es haben schon einige Buch-Gurus darüber berichtet. Nicolas Barreau ist ein junger, 1980 geborener Franzose, der an der Sorbonne Romanistik und Geschichte studierte und nebenbei in einer Buchhandlung arbeitet(e). 2007 veröffentlichte er seinen ersten Roman. „Du findest mich am Ende der Welt“ ist der zweite von drei Romanen, deren deutsche Hardcover-Ausgaben alle im Thiele Verlag erschienen sind.

„Du findest mich am Ende der Welt“ – Das Buch

Nicolas Barreau - Du findest mich am Ende der WeltZu sehen ist ein wunderschön verträumtes Cover.  Bei dem Buch, das ich hier habe, handelt es sich um die 2. Auflage der gebundenen Ausgabe mit Schutzumschlag. Von dem auf der Verlagsseite erwähnten Lesebändchen ist hier nichts zu sehen. Es ist ein recht kleines Buch, wodurch es aber sehr handlich ist. Hier mal im Verhältnis zu einem „normalen“ Hardcover.

Größenvergleich

Klappentext
„Jean-Luc Champollion – für alle seine Freunde nur „Jean-Duc“ – ist das, was die Franzosen einen „homme à femmes“ nennen. Bei den Damen hat der charmante Galerist leichtes Spiel. Und wenn es nach ihm ginge, könnte das Leben an der Seite seines Hundes Cézanne immer so weiter gehen. Doch ein Brief, den Jean-Luc eines Morgens aus seinem Briefkasten zieht, bringt ihn in eine ganz neue Umlaufbahn. Ein überaus bezaubernder Liebesbrief, der direkt aus dem achtzehnten Jahrhundert zu kommen scheint, adressiet an den „Duc“, hoheitsvoll unterzeichnet mit „Die Principessa“. Jean-Luc ist verwirrt. Doch er beschließt, sich auf das Spiel einzulassen. Um jeden Preis will er die Identität der geheimnisvollen Fremden aufdecken, die sich einen Spaß daraus macht, ihn im Ungewissen zu lassen, und die doch einiges über ihn zu wissen scheint. Der Galerist geht den Hinweisen nach, die er in den Briefen zu finden glaubt, und merkt nicht, daß er auf dem besten Weg ist, sich heftig zu verlieben. In die Frau, deren Wesen er bald besser kennt als die Bilder in seiner Galerie. Eine mit wunderbar leichter Hand erzählte Geschichte über das Glück, dass man bisweilen übersieht, weil man denkt, es sei nur am Ende der Welt zu finden.“
Quelle: „Du findest mich am Ende der Welt“ 2. Auflage, Klappentext innenseite

Du findest mich am Ende der Welt - InnenseiteDieser Klappentext ist etwas anders, als der bei Amazon oder auf anderen Websiten. Es ist der Originaltext, der in meinem Exemplar steht und warum ich den abgetippt habe, erläutere ich weiter unten. Nun erst einmal zum Inhalt und meine Meinung zum Buch.

„Mein erster Liebesbrief endete in einer Katastrophe.“, so der erste Satz in diesem Roman. Jean-Luc hatte in der Tat mit 15 ein Erlebnis, das man denken könnte, er hätte für alle Zeit ein Trauma und genug von den Frauen. Doch im Laufe seines Lebens wurde er doch ein „Mann der Frauen“, nur Liebesbriefe, die wollte er nie und nimmer mehr schreiben. Doch als er eines Tages den Liebesbrief einer ihm unbekannten Dame in der Post findet, ändert sich sein Vorhaben schnell. Der Brief ist zweifelsfrei an ihn, an den „Duc“, gerichtet und unterschrieben mit „Die Principessa“. Die Unbekannte gesteht ihn zu lieben, aber gibt lediglich eine eMail-Adresse preis unter der Jean-Luc ihr antworten kann.

Es beginnt ein wunderbarer BriefMailwechsel. Worte, die aus einem anderen Jahrhundert zu stammen scheinen verzaubern Jean-Luc und er ist fest entschlossen die Unbekannte zu finden. Fortan sieht er seine Mitmenschen bzw. die Damen seiner Umgebung mit anderen Augen. Bei jedem weiblichen Wesen fragt er sich ob sie wohl die geheimnisvolle „Principessa“ ist? Er verfolgt jeden noch so kleinen Hinweis oder was auch immer er für einen Hinweis hält um die Frau zu finden, in deren Worte er sich schon längst verliebt hat.

Leseprobe
„Wir hatten den Pont du Caroussel überquert und fuhren gerade an der Glaspyramide vorbei, die sich im Glanz der Morgensonne spiegelte, als mir der Brief von Charlotte wieder einfiel.
Lächelnd zog ich ihn hervor und öffnete den Umschlag. Die Dame war ganz schön hartnäckig. Aber charmant. Im Zeitalter von E-Mail und SMS hatte ein handgeschriebener Brief geradezu etwas rührend Altmodisches, ja Intimes. Abgesehen von den Urlaubspostkarten meiner Freunde war es lange her, daß ich eine solch private Post in meinem Briefkasten vorgefunden hatte. Ich lehnte mich zurück und überflog die beiden Seiten mit der feingeschwungenen Schrift. Dann setzte ich mich so abrupt auf, daß der Taxifahrer neugierig in den Rückspiegel sah. Er bemerkte den Brief in meiner Hand und zog seine eigenen Schlüsse.
»Tout va bien, Monsieur? Alles in Ordnung?« fragte er mit dieser ganz speziellen Mischung aus unverblümter Anteilnahme und nahezu allwissender Menschenkenntnis, die Pariser Taxifahrer auszeichnet, wenn sie ihren guten Tag haben.
Ich nickte verwirrt. Ja, alles war in Ordnung. Ich hielt einen wunderbaren Liebesbrief in meinen ratlosen Händen. Er war an mich gerichtet, ohne Zweifel. Er schien direkt aus dem achtzehnten Jahrhundert zu kommen. Und er war zweifellos nicht von Charlotte. Was mich jedoch in völlige Verwirrung stürzte, war der Umstand, daß die Verfasserin ihre Identität nicht preisgab. Ich kannte die Dame gar nicht, sie aber schien mich recht gut zu kennen. Oder hatte ich etwas übersehen?“
Quelle: „Du findest mich am Ende der Welt“ Seite 46

Du findest mich am ende der Welt - Rückentext„Du findest mich am Ende der Welt“ – Meine Meinung

Das Buch ist aus Sicht des Duc in der Ich-Form geschrieben. Wer Liebesromane liebt und ein Faible für Frankreich und Paris hat, der ist hier genau richtig. Wer es romantisch mag und Worte aus einer anderen Zeit mag, sollte dieses Buch lesen. Es ist wirklich eine wunderbare Geschichte. Nicolas Barreau erzählt romantisch und gefühlvoll eine Geschichte, die wohl gar keine Geschichte ist, wie das Nachwort verrät. Wer sich auf seine Worte einlässt, der kann sich darin verlieren und verlieben.

Ich persönlich kam nicht ganz so gut damit klar. Ich mag diese Sprache, die in den Briefen benutzt wird, nicht so gerne. Ist wohl auch ein Grund ist, warum ich keine historischen Romane lesen kann. Ich mag auch nicht vom Protaginisten angesprochen werden, wie zum Beispiel auf Seite 20. „Ich war nicht gerade erfreut, das können Sie mir glauben.“

Da das alles aber eher subjektiv ist und jeder das anders sieht, ist „Du findest mich am Ende der Welt“ unterm Strich aber ein kurzweiliges, amüsantes und romantisches Buch.

„Du findest mich am Ende der Welt“ von Nicolas Barreau
Gebundene Ausgabe: 244 Seiten
Thiele Verlag, 2. Auflage, (2010)
ISBN-13: 978-3-85179-047-4
Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,4 x 2,6 cm
Preis: 16,00 Euro

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Rezension von Sina alias Glimmerfee jr.

Bewertung: 4 von 5 Sonnenblumen

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Über Chaosweib

Jutta - Nachtmensch, Bücherwurm, Spielkind, Teeliebhaberin - chaotisch, frech, neugierig, ungeduldig, experimentierfreudig - bloggt über alles, was ihr unter die Finger kommt und freut sich genau jetzt über deinen Kommentar :)
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