Buchtipp: CUT von Amanda Kyle Williams

CUT von Amanda Kyle Williams„CUT“ heißt der Debütroman von Amanda Kyle Williams und ein „CUT“ geht durch das ganze Buch. Ein fühlbarer Schnitt quer über dem Cover, Prägeschrift und Spotlack machen neugierig auf den Inhalt. Ein Thriller. Der Auftakt einer Reihe um eine interessante und sympathische Protagonistin. Für diese Thriller Serie nahm die Autorin extra Unterricht bei dem bekannten Kriminologen und Profiler Brent Turvey, arbeitete als Privatdetektivin und Gerichtsbotin. Wenn das mal keine idealen Vorrausetzungen für eine gelungene Story sind. Ich war jedenfalls sehr gespannt…

Zunächst nochmal kurz zum Aussehen des Buches. Erschienen im September 2011 gibt es bisher nur die gebundene Ausgabe und die Kindle Edition. Ein Hörbuch ist für November geplant. Das Buch mit Schutzumschlag in beige/rot gehalten, würde recht unspektakulär aussehen, wäre da nicht dieser Cut vorne drauf. Wie ich oben schon kurz schrieb, zieht dieser sich durchs ganze Buch und zwar auf der Rückseite und zu Beginn eines jeden Kapitels.

CUT CoverCUT Kapitel

Im inneren des Schutzumschlages finden wir einen kurzen Klappentext und eine Info zur Autorin.

CUT Klappen

Unter dem Schutzumschlag haben wir einen grauen Einband mit roter Schrift auf dem Buchrücken.

CUT ohne SchutzumschlagSoviel zum Aussehen des Buches. Weitaus interessanter und wichtiger ist aber der Inhalt. Die Geschichte der Keye Street und ihrem ersten Fall.

CUT – Die Story

Rückentext
Liebster Lieutenant,
wollen Sie wissen, wie ich es getan habe?

Ich habe so lebendige Erinnerungen daran, wie ich vor ihrem Haus stand und den Dunst aus der Küche roch. Als sie die Tür öffnete, lächelte sie.

Das Letzte, was sie hörte, abgesehen von ihrem Wimmern, war das Klicken meiner Kamera und das leise Knacken ihres Genicks, als würde ein Wunschknochen entzweibrechen.

Dr. Keye Street ist die Protagonistin und Ich-Erzählerin dieses Romans. Ihr Lebenslauf wird gleich auf den ersten Seiten bekannt und machte mir den Einstieg fast kaputt. Drogenabhängige Eltern, asiatischer Großvater, Waisenhaus, dann Adoptiveltern. Abschluss und Promotion in Kriminologie und Verhaltenspsychologie. Psychologische Gutachterin beim FBI, dann Rauswurf wegen Alkoholismus. Geschieden von Dan, jobbt sie, mittlerweile trocken, als Privatdetektivin und Kautionseintreiberin.

Wir lernen Keye kennen als sie auf der Veranda eines Kautionsflüchtlings auf den richtigen Moment des Zugriffs wartet. Es dauerte 7 Seiten, bis sie das Haus stürmt, weil die Autorin gleich zu Beginn alles über ihre Heldin erzählt, was mir beinahe zu lange gedauert hat. Doch ab da wird es zum Glück keine Sekunde mehr langweilig.

Keye wird von ihrem Ex-Kollegen und guten Freund Lieutenant Rauser gebeten beim Fall des „Wunschknochenmörders“ zu helfen. Es werden immer neue, scheinbar willkürliche Opfer mit den gleichen Verletzungen gefunden. Dazu zählen unter anderem auch Bisswunden. Die Opfer werden jedesmal speziell hindrapiert und der Tatort gereinigt. Der Täter ist mittlerweile so frech und schreibt den Beamten Mails mit Hinweisen zu seinen Taten. Doch das ist nicht alles. Der Täter schreibt auch in einem Blog darüber.

Zitat Seite 283

MESSERSPIELE.COM
Deine scharfe Community im Netz: Fetisch- & Messerspiele -> schärfer als SCHARF, eine Phantasie von BladeDriver -> Titel: Only the Lonely

Ich liebe es, ihr zuzuschauen. Sie ist so engagiert. Das sind wir beide, aber natürlich mit unterschiedlichen Zielen. Ihr geht es vor allem um einen flachen Bauch und einen festen Arsch, damit sie in enge Laufhosen passt. Ich dagegen weiß, wann ihre Nachbarn zu Hause sind und wann ihre Haushälterin kommt. Und ich kenne ihre Katze. Mittlerweile genieße ich diese abendlichen Läufe. Sie trägt die ganze Zeit ihre Kopfhörer und tut so, als wüßte sie nicht, dass ich da bin, aber ich weiß, dass sie mich spüren kann. Sie liebt die Aufmerksamkeit. Sie will genauso wie ich, dass meine Klinge ihre gepflegte Haut ausschlitzt.

Ich drehe das Radio auf. es ist unser Lied. Melissas und meins. „Only the Lonely. Dum, dum, dum, dum-de-do-wah. Now the way, I feel tonight. Only the Lonely. Dum, dum, dum, dum-de-do-wah. Now this feeling, ain’t right.“

Ich lege einen Gang ein und fahre langsam hinter ihr her. Ich spiele das Lied für sie, für uns. Ich singe sogar mit. Ich kann nicht anders, ich freue mich so sie zu sehen. There goes my baby. There goes my heart. Oh, oh, oh, oh…yeah…

CUT – Meine Meinung

Die Story spielt im Süden, Atlanta, Georgia, Tallahassee. Die Morde bzw. Taten werden zwar beschrieben, aber nicht bis ins letzte Detail. Bei Amazon liest man oft „knallharter Psychothriller“, „nichts für Zartbesaitete“… Für mich ist es einfach nur ein tolles Buch, aber ich habe auch schon recht viele Horrorstreifen gesehen. Wenn ein Opfer niedergestochen wird, dann muss da auch Blut fließen, finde ich. Alles andere ist Kinderkram.

Hier erfährt man auch ein bisschen was über die Ermittlungen wie zum Beispiel Analyse von Faserspuren, Winkel der Einstichkanäle, Reichweite von Blutspritzern usw. Die Spannung um den Täter hält sich komplett bis zum Ende. Erst wenige Seiten vor Schluss weiß man wer es war und mit dem Ende hatte sicher niemand gerechnet.

Ein spannender Thriller mit einer sympatischen Heldin und einem netten Ermittlerteam von denen man gerne eine weitere Geschichte lesen möchte. Ich fühlte mich, auch dank des flüssigen, leichten Schreibstils wirklich sehr gut unterhalten. Die Fortsetzung soll bereits in Arbeit sein und ich werde auch diese ganz sicher lesen.

CUT von Amanda Kyle Williams
Gebundene Ausgabe: 428 Seiten (ohne Danksagung)
Verlag: Wunderlich (16. September 2011)
ISBN-13: 978-3805250061
Preis: 19,95 Euro

Wer mehr über die Arbeit der Autorin und der Serie wissen möchte, dem empfehle ich die Autoren-Website. Die ist allerdings in englisch, aber ein Blick lohnt sich.

Ein Dankeschön geht noch an den Wunderlich Verlag, der mir dieses Buch freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

CUT LeseexemplarEine kurze Kritik an den Verlag bezüglich des Leseexemplares muss aber sein: Hier wurden extra Cover gedruckt auf denen „Unverkäufliches Leseexemplar“ steht. Ich verstehe warum man das draufschreibt, aber ein Stempel IM Buch hätte doch genügt. Ich persönlich möchte mir das Buch ja ins Regal stellen und da sieht das vorne drauf eben nicht schön aus. Ein Stempel im Buch hätte den gleichen Effekt, würde aber das Cover nicht verschandeln. Außerdem wäre es billiger und man wäre mit der Anzahl der Leseexemplare flexibeler.

4.5 von 5 Sonnenblumen

PS: Wer lieber Hörbücher mag, der wartet bis 11. November. Die DAISY Edition des Argon Verlag wird gelesen von Franziska Pigulla. Eine der besten Sprecherinnen, die es gibt. Das wird hundertprozentig ein Genuss!! Seit ich die „Smoky Barrett-Reihe“ mit ihr gehört habe, bin ich hin und weg.

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Über Chaosweib

Jutta - Nachtmensch, Bücherwurm, Spielkind, Teeliebhaberin - chaotisch, frech, neugierig, ungeduldig, experimentierfreudig - bloggt über alles, was ihr unter die Finger kommt und freut sich genau jetzt über deinen Kommentar :)
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12 Antworten auf Buchtipp: CUT von Amanda Kyle Williams

  1. Sabienes sagt:

    Es scheint so, als gäbe es auf dem Buchmarkt nur noch Thriller zu kaufen. Autoren wie Tess Gerritsen oder Stieg Larsson oder Simon Beckett haben da ziemliche Vorgaben gemacht.
    Aber mir soll es Recht sein!
    „CUT“ klingt interessant, ich werde auf die Taschenbuchausgabe warten.
    LG

  2. nasch sagt:

    Klingt gut, werde aber wohl auf die Hörbuch Variante warten *g*

  3. alexandra sagt:

    danke, wandert auf meine liste. das hört sich interessant!

  4. Sandra sagt:

    Na dann weß ich ja was ab dem 11. Novmber auf emine Ohren kommt. Danke für den Tipp, klingt gut.

  5. Tina sagt:

    Freut mich das „Cut“ dir auch gefallen hat – nachdem wir ja bei „Die Blutlinie“ festgestellt haben, das Dein Magen unempfindlicher und/oder Deine Nerven wohl deutlich besser sind als meine 🙂

    LG

    Tina

  6. Tina sagt:

    Hm…eigentlich wollte ich das mit dem Google+ Button empfehlen, aber irgendwie will das nicht??

    • Chaosweib sagt:

      Was hat denn nicht geklappt? Ich kann kein Problem festellen. Vielleicht auch Google heute Mittag gesponnen. 😐

      • Tina sagt:

        Als ich ihn geklickt habe hat er sich in Luft aufgelöst und ist verschwunden und laut meinem Google+ erscheint er auch nicht bei meinen +Klicks
        Ich mag Google+ auch nicht besonders, vielleicht weiß Google das und mag mich jetzt auch nicht mehr??? Bei mir im Blog hat dieses Ding nie funktioniert, mittlerweile habe ich ihn rausgeworfen.

  7. Kai sagt:

    Okay, ich nehm den schwarzen Peter.

    Bin ich der einzige, dem das Buch so erscheint, als wäre es eine Copycat von McFadyens Smoky Barrett Zyklus? Okay, nehme ich das mal so hin. Aber irritierenderweise, wo mich der Klappentext von McFadyens Büchern schon neugierig gemacht hat, entlockt dieser mir nur ein halbherziges „Mhm.“ – und ich vertraue meinem Bauchgefühl bei Büchern schon eine halbe Ewigkeit.

    Sehe ich das falsch? Ist die Story eigenständig genug um gegen (die recht etablierte) Miss Barret und ihr Team als ‚Original‘ zu stehen? Mag ein interessantes Buch sein – aber wenn ich ständig das Gefühl hätte „Hier hätte auch Smoky stehen können“ oder „Das hätte auch Leo sein können“, würds mir die (vielleicht sogar unterhaltsame, wenn schon nicht originelle) Geschichte arg verderben.

    Mag mir jemand diesbezüglich den Argwohn austreiben? =)

    Kai

    • Chaosweib sagt:

      Ich bin ja bekennender Smoky Barrett Fan und wenn man vergleichen will, dann findet man auch was. Ich konnte mich aber auf das Buch einlassen und habe nicht verglichen. Ich kann Dir da nur schwer was raten. 😐

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