Oh mein Gott, was für eine Mutter!

Die MutterIch kann kaum schreiben, weiß nicht wie ich das hier erklären soll… Ich habe ein Buch gelesen, soviel weiß ich noch. Aber was war das, das ich da gelesen habe? Ich bin irgendwie verwirrt! Mal sehen ob ich euch erklären kann, was in diesem Buch passiert. Habt ihr starke Nerven? Und einen stabilen Magen? In diesem Buch geht es nämlich mächtig zur Sache und das schon gleich zu Beginn. Ich gestehe, ich habe eine Weile gebraucht um es zu Ende zu lesen, aber es lud auch regelrecht dazu ein Pausen zu machen, weil es eigentlich gar kein… Oder nein wartet, ich sollte wohl besser von vorne anfangen…

Die Rede ist von „Die Mutter“, einem Roman von Brett McBean. Erschienen Juni 2010 im Festa Verlag, ist dieses 384 Seiten starke Werk als „Horror TB 1528“ gekennzeichnet.

Die Mutter von Brett McBean

So sieht es aus und ich finde das Cover passt zum Buch. Es ist dunkel und ein bisschen angsteinflößend. Die Oberfläche sieht aus wie Leder und es fühlt sich auch ein bisschen so an. Was mir auch sehr gut gefällt, ist der Buchrücken. Hier sieht man noch einmal das Coverbild und hat so im Bücherregal einen guten Überblick. Darunter steht dann auch gleich die Nummer mit der im Festa Verlag die Bücher dieses Genre wohl gekennzeichnet werden?! Sieht auf jeden gut aus, finde ich.

Buchrücken von Die MutterNeugierig gemacht haben mich der Klappentext und die Stimmen zu dem Buch. Ein ultraharter Psychothriller wurde mir da versprochen. Eine Mutter, die den Mörder ihrer Tochter jagt klingt nach viel Spannung und da stehe ich ja drauf. Aber ich zitiere erstmal den Klappentext, damit ihr wisst worum es geht.

Inhaltsangabe auf der Rückseite
Sie steht seit vielen Monaten am Rande des dröhnenden Highways und fährt per Anhalter. Sie steigt nur bei Männern ein. Längst hat sie vergessen, wer sie ist, woher sie kam, denn sie lebt nur noch, um den Mörder ihrer Tochter Rebecca zu finden. Per Handy konnte Rebecca ihr noch einen einzigen Hinweis geben: Auf dem linken Arm trägt der Mann ein Tattoo, auf dem STIRB MUTTER steht. Jeder Fahrer der anhält könnte der Killer sein oder jemand noch viel Schlimmeres …

Die Mutter ist ein sehr ungewöhnlicher, ultraharter Psychothriller.

Die Mutter – die Story

Rebecca will zu ihrem Vater. Ihre Mutter ist davon alles andere als begeistert. Sie war 16 als Rebecca geboren wurde und der Vater offenbar keiner, den man sich für sein Kind wünscht. Rebecca ist nun alt genug und hat ihn ausfindig gemacht. Sie ist fest entschlossen ihn endlich kennenzulernen und wenn sie dahin trampen muss! Nach einem Streit mit der Mutter ist Rebecca verschwunden. Am Kühlschrank ein Zettel mit folgendem Text:

Trampe auf dem Hume nach Sydney, um Dad zu treffen. Mach dir keine Sorgen um mich. Ich rufe dich heute irgendwann an, damit du weißt, dass es mir gut geht. Unser Streit letzte Nacht tut mir leid. Hab dich lieb, Bec.

Die Mutter, Seite 219

Die Mutter hat ihre Tochter nicht mehr lebend gesehen. Es gab noch einen letzten Anruf auf dem Anrufbeantworter und Rebecca ist für immer verstummt. Tot. Ermordet. Von einem Mann, der auf dem Arm eins der auffälligsten Tattoos überhaupt hat. Eines mit den Worten „Stirb Mutter“. Das hat Bec jedenfalls gesagt, als sie den versprochenen Anruf tätigte. Als sie sagt, ich bin mit dem netten Mann unterwegs, der mich bis Sydney mitmimmt und der dieses Tattoo trägt.

Das letzte was die Mutter von Bec sieht, ist ihre Leiche beim Identifizieren im Leichenschauhaus. Von dem Zeitpunkt an reift ein Plan in der Mutter. Sie will den Mörder ihrer Tochter finden. Doch sie sagt nicht etwa der Polizei was sie weiß, sondern schreibt einen langen Abschiedsbrief, zahlt ihre Schulden, sagt Freunden sie brauche Urlaub und stellt sich dann an den Highway und trampt los.

Sie trampt den Freeway rauf und den Highway runter. Und das nicht etwa einen Tag oder zwei, nein, sie ist monatelang unterwegs. Sie steigt nur bei Männern ein, am besten bei solchen, bei denen sonst keiner einsteigen würde. Sie erlebt und überlebt die schlimmsten Dinge, die man sich vorstellen kann. Oder besser, die sich keiner vorstellen kann. Man hat das Gefühl als sei die Strasse voller Bestien. Von Vergewaltigung über Erniedrigung, Schläge bis hin zu Folter, erlebt die Mutter deren Namen wir noch nicht einmal kennen tagein, tagaus den gleichen Horror.

Die Mutter ist in drei Teile unterteilt.

Die Mutter – meine Meinung

Das Buch ist in drei Teile unterteilt. „TEIL EINS Der Freeway“, „TEIL ZWEI Die Kreuzung“ und „TEIL DREI Der Highway“. Das Buch beginnt mit dem Brief, den die Mutter schreibt. Man erfährt ein bisschen was und sie macht sich auf den Weg den Hume Freeway zwischen Melbourne und Sydney auf und ab zu trampen.

Die Geschichte wird immer aus der Sicht des Fahrers erzählt, der die Mutter gerade mitnimmt. So fährt sie zum Beispiel bei Gavin, dem Künstler mit oder steigt zu Don, dem Biertrinker ins Auto. Eigentlich ist das Buch eine Sammlung von Kurzgeschichten. Es wird einfach immer die Geschichte des aktuellen Fahrers erzählt, wie die Mutter sich bei ihm nennt und was der mit ihr anstellt. Da wir ja den Namen der Mutter bis zum Schluss nicht erfahren, sich aber zwischen Fahrer und Tramperin auch mal Gespräche entwickeln, nennt sich immer anders. Mal Betty, mal Julia, mal Cynthia. Doch egal, wie sie sich gerade nennt, ihr passiert jedes Mal die gleiche Scheiße und sie erträgt all das ohne mit der Wimper zu zucken. Die Bestien auf dem Highway wundern sich manchmal darüber, aber was solls, haben sie mal wieder eine leichte Beute. Dazwischen gibt es immer wieder ein paar weitere Zeilen aus dem Brief und man erfährt Stück für Stück etwas aus ihrem Leben und was sie antreibt das hier zu tun.

Meist stehen auf Büchern noch ein paar Stimmen von Autoren-Kollegen und auf diesem Buch steht unter anderem…

McBean schleift Dich einmal durch die Hölle und zurück und dabei schreist Du die ganze Zeit. (Steve Gerlach)

Und das trifft auch den Nagel auf den Kopf. Ich habe wirklich die ganze Zeit geschrien und zwar: Warum?? Warum tut sie sich das an?? Hey, der Täter hatte eins der auffälligsten Tattoos überhaupt. Wie schwer wäre es wohl für die Polizei den zu finden und einzubuchten? Aber nein, sie behält diese überaus wichtige Information für sich und spielt den Rächer das Opfer. Über Monate! Bis man sie kaum noch erkennt, so abgemagert, verlebt, geschunden und was weiß ich nicht alles, diese Frau am Ende ist. Ich habs einfach nicht verstanden.

Für mich ist das auch kein Horrorbuch, es grenzt eher an einen Po*rno. Ultrahart und sehr detailliert wird hier beschrieben, was der Mutter alles widerfährt. Da wird kein Blatt vor den Mund genommen. Wenn ich das hier alles wiederholen würde, müßte Google einen neuen Filter erfinden. Ich frage mich immer wieder, wie krank ist der Autor? Wer diesem Link folgt, kann links ein Bild von McBean sehen und wirklich gesund sieht der Mann nicht aus, oder? Erinnert mich irgendwie an ein Foto vom Hofgang in der Vollzugsanstalt. 😀

Für mich war dieses Buch wirklich sehr grenzwertig. Kurz vor Schluss mußte ich tatsächlich mal laut loslachen. Da gingen dem Autor wohl kurzfristig die Drogen aus und er verirrte sich ins Fantasy-Genre. Das Ende hat dann aber nochmal so richtig reingehauen. Es läßt den Leser nach 368 Seiten einfach nur sprachlos und ratlos zurück. Ich hab das Buch hinten zugeklappt und war nicht viel schlauer als Tage zuvor wo ich es vorne aufgeklappt hatte.

Klappentext von Die Mutter

Die Mutter – meine Bewertung

Ich weiß bis heute nicht, was ich da gelesen habe und was ich davon halten soll. Gefreut habe ich mich auf ein Horrobuch, einen knallharten Psychothriller, doch davon habe ich nichts gefunden. Stattdessen gab es po*rno*gra*fische Kurzgeschichten, sehr detailliert, aber ohne wirklichen Sinn. Wäre diese Frau mit ihrem Wissen gleich zur Polizei gegangen, uns wäre viel erspart geblieben.

Die zwei Sterne Sonnenblumen gibt es zum einen für das tolle Cover und zum anderen für den flüssigen Schreibstil. Mehr ist wirklich nicht drin, tut mir leid.

Trotz allem würde ich mich aber noch an das zweite Buch von McBaen wagen, da es eine ganz andere Story beinhaltet. Der Schreibstil ist wirklich gut und die Bewertungen sind auch besser als bei diesem hier. Hier scheiden sich wirklich die Geister und ich weiß jetzt auch warum.

Chaosweib's Bewertung: 2 Sonnenblumen
„Die Mutter“ von Brett McBean
Broschiert: 384 Seiten
Verlag: Festa; Auflage: 1 (Juni 2010)
Art.Nr.: HORROR TB 1528
ISBN-13: 978-3865520937
Preis: 13,95 Euro

Ich empfehle auch
Die Website des Festa Verlags
Die Website des Autors
Die Video-Rezension von David alias DaveAndy89

Ich möchte nicht versäumen mich beim Festa Verlag für dieses Rezensionsexemplar zu bedanken. Es tut mir wirklich in der Seele weh, dass ich es nicht besser bewerten kann. Entschuldigung! 😳

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Über Chaosweib

Jutta - Nachtmensch, Bücherwurm, Spielkind, Teeliebhaberin - chaotisch, frech, neugierig, ungeduldig, experimentierfreudig - bloggt über alles, was ihr unter die Finger kommt und freut sich genau jetzt über deinen Kommentar :)
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14 Antworten auf Oh mein Gott, was für eine Mutter!

  1. nasch sagt:

    Och menno, das klang anfangs so vielversprechend *soifz* wollte es schon auf den Wunschzettel packen, aber das klingt nicht toll… ich glaub ich lasse es besser!

  2. Gismolinchen sagt:

    dafür hat mir aber Deine Rezension sehr viel Freude bereitet – echt, wunderbar geschrieben und neugierig bin ich nun trotzdem und Recht hast Du, irgendwie sieht der Typ nicht wirklich gesund aus, aber nun gut, bei solchen Gedanken, die er so in sich trägt und niederschreibt auch kein Wunder……

  3. Heike Päßler sagt:

    Verdammt gute Rezension, hast Du wirklich sehr gut geschrieben. Ich würde das Buch trotzdem gerne lesen, ich lese gerne so verwirrte Sachen. Klingt nämlich trotz allem spannend.

  4. Daniela D. sagt:

    Hallo Jutta,
    auch bin vor 2 Tagen mit dem Buch lesen fertig geworden, und gebe Dir recht, unter einem Psychothriller stelle ich mir etwas andres vor. Es ist wirklich sehr viel hardcore ….. dabei, naja werde meine rezension die Tage schreiben und gut!

  5. Sabienes sagt:

    Dabei wäre der Titel vielversprechend, auch der Anfang mit dem Mädchen, dass zu ihrem Vater trampen will …
    Viele Autoren gehen zur Zeit dazu über, in Ermangelung von Erzählstoff Sexy Szenen einzubauen, z.B. Katie McAlister, die eigentlich wirklich gut schreiben kann, deren Bücher man inzwischen auch vielleicht im Beate Uhse Katalog finden könnte.
    Danke, dass du dich für das Buch geopfert hast. Dann brauche ich mich nicht mehr damit rumärgern!
    LG

  6. Sandra sagt:

    Ich werde es nicht lesen, aus folgendem Grund: ich hatte selbst mal ein solches Buch, was allerdings nichts mit Por++n+o zu tun hatte, aber bei dem ich die beschriebene seelische Grausamkeit so sehr selbst empfunden habe, dass ich bis heute daran knabbere. Ich habe mich durch Evil gelesen, weil ich bis zum Schluss auf ein gnädiges Ende gehofft habe. Leider vergebens.

  7. Kai sagt:

    Nur bitte eins bei der Sache nicht vergessen: Die Autoren treten in den seltensten Fällen an einen Verlag mit den Worten „ich hab hier ein Buch der Kategorie Thriller geschrieben“ – diese Einteilung in eine Schublade übernimmt der Verlag selbst.

    Mag man von dem Buch also halten was man will (ich bin jetzt erst recht neugierig und wills unbedingt lesen), der Autor kann wenig bis nichts dafür, dass in Deutschland sein Buch als Thriller auf den Markt kam. =)

    • Chaosweib sagt:

      Ich scheine hier ja viele neugierig gemacht zu haben. Laut Amazon gibt es durchaus Leute, die das Buch toll fanden. Mir hat man heute Mittag gesagt, ich hätte das Buch nicht verstanden. 😀

      • Kai sagt:

        Ich hab einfach einen skurrilen Geschmack. *g* Bei den Büchern von Mcfadyen feiere ich quasi jeden Blutstropfen und stehe im Geist sabbernd daneben, wenn „le Mörder“ mit einer Rasierklinge am Opfer rumschnitzt. *kicher* Sollte also „Die Mutter“ brutale Details enthalten – nur her damit, ich warte mitsamt Popcorn und Cola darauf. 😀

        Bevor nun jemand die Kripo ruft: Ich bin trotzdem ein ganz furchtbar doll lieber Mensch. Ich kuschel mit meinen beiden Katzen (die dürfen sogar auf mir übernachten^^), helfe alten Menschen mit schweren Koffern aus dem Zug und habe ausser in der Küche keinerlei Mordwerkzeuge im Haus. 😉

        • Chaosweib sagt:

          LOOL. Aber ich verstehe Dich. Wenn ich so ein Buch lese, dann will ich auch Blut vorfinden. Aber die Mutter ist nicht blutig, nur gaaaanz wenig und einmal als der Autor wohl im Drogenwahn war. Ansonsten nur 7 minus 1 😉

          Kennst Du „Closer“ von Donn Cortez? Da wird einem schon schlecht, wenn der nur seine Tasche auspackt. Und dann fängt er gaanz langsam an zu schnibbeln. *uahhah* 😀

  8. gismolinchen sagt:

    Ich habs zwar schon angefangen, bin aber noch nicht weit gekommen, da mir ein anderes dazwischen gekommen ist 😉 und so habe ich es im Bad liegen gehabt und mein Mann hat es gelesen und mich gestern gefragt: Was für einen Kranken Sch… ich kaufen würde 😉 *lach*, war ja auch nicht für ihn bestimmt.
    LG

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