Rezension: Die Insel der besonderen Kinder

Ransom Riggs: Die Insel der besonderen KinderOh mein Gott, was wurde dieses Buch gehypt. So viele waren restlos begeistert und ich wollte es also unbedingt haben. Dann bekam ich die Möglichkeit über die Aktion „Blogg dein Buch“ und wurde tatsächlich kurz vor Weihnachten ausgewählt. Ich hatte so hohe Erwartungen daran und war so gespannt wie es denn sein würde. Alleine das Aussehen war ja schon vielversprechend. Mystisch, geheimnisvoll und ein bisschen gruselig. Da ich Weihnachten und Silvester noch keine Zeit zum Lesen hatte, stieg die Spannung fast ins Unermessliche. Und dann war es soweit, endlich konnte ich mit dem Lesen beginnen.

„Die Insel der besonderen Kinder“ von Ransom Riggs

Die Insel der besonderen Kinder

Inhaltsangabe in meinen Worten
Der kleine Jacob aus Florida (Englewood) hat einen wunderbaren Großvater. Abraham Portman hat in seinem Leben schon viel erlebt. Aus Polen geflüchtet, von Nazis verfolgt, die Familie tot. Er lebte im Waisenhaus, war im Krieg, im Zirkus, bereiste die Meere, durchquerte die Wüste, war ein Waffennarr und Überlebenskünstler. Er musste seinem Enkel keine Geschichten vorlesen, nein, er hatte genug Wahres zu berichten, auch wenn das, was er „Yakob“ erzählte alles andere als wahr klang. Grandpa Portman erzählte von einer Insel auf der besondere Kinder leben, die alle besondere Fähigkeiten haben und von Monstern, die ihn verfolgten. „Schrecklich aussehende, bucklige Wesen, mit fauler Haut und schwarzen Augen.“

Der Großvater untermauerte seine Geschichten mit Fotos. Alte Aufnahmen, die Kinder zeigen, die schwebten, Felsen stemmten, einen Hundekörper hatten und überhaupt. Als Jacob klein war, war er von den Geschichten fasziniert, doch je älter er wurde, desto weniger glaubte er daran. Als Jacob 15 war rief sein Grandpa ihn auf der Arbeit an und fragte nach dem Schlüssel des Waffenschranks. Die Monster seien wieder da und hinter ihm her. Aufgrund es hohen Alters von Grandpa Portman hatte man ihm den Schlüssel vorsorglich abgenommen und glaubte nun der alte Herr drehe durch, er hätte seine Medikamente nicht genommen. Jacob rief seinen Vater an und sollte bitte hinfahren um nach Grandpa zu sehen.

Mit seinem Freund Rick machte dieser sich auch gleich auf den Weg und sie suchten verzweifelt im ganzen Haus. Doch sie konnten Abraham Portman nicht finden. Stattdessen fanden sie einen mords Riss in der Fliegentür, wie von einem Wildschwein. Als Jacob seinen Großvater weit hinterm Haus im Dickicht fand, lag dieser blutüberströmt mit dem Gesicht nach unten da. Kurze Zeit später starb er in Jacobs Armen. Alles, was er noch sagen konnte war:

„Finde den Vogel. In der Schleife. Auf der anderen Seite vom Grab des alten Mannes. 3. September 1940. …… Emerson – der Brief. Erzähl ihnen, was passiert ist, Yakob.“

Nach Grandpas Tod war für Jacob nichts mehr wie es war, denn Jacob war sich sicher ein Monster im Wald gesehen zu haben. Es folgten Depressionen und Albträume und dann versucht er herauszufinden, was an der Geschichte wirklich dran ist…

Die Insel der besonderen Kinder – meine Meinung

Zuerst mal möchte ich kurz auf die Aufmachung des Buches eingehen. Hier hat der PAN Verlag mal wieder ganze Arbeit geleistet. Alleine das Aussehen des Buches zieht bestimmt etliche (Cover)Käufer an.

Ransom Riggs Buchschnitt

Das Cover in „altem, mattem Schwarz/Grün“ mit Ranken aus Spotlack und einem, über dem Boden schwebenden, Mädchen sieht schon toll und zugleich unheimlich aus. Der Buchschnitt lässt auch sofort erahnen, dass hier viele Bilder drin sein müssen. Genau so ist es auch, Bilder und braune Kapitelseiten. Dazu eine nette Verzierung am unteren Seitenrand. Das Buch macht zweifellos was her und ist ein Hingucker in jedem Bücherregal.

Die Insel der besonderen Kinder - Fotos und Kapitelseiten

©Pan Verlag

Die Geschichte konnte mich dann aber doch nicht fesseln. Nach 153 Seiten habe ich das Buch zum ersten Mal abgebrochen. Ich bin einfach nicht in die Geschichte reingekommen, ich konnte auch nicht wirklich mit Jacob mitfühlen. Nachdem er dem Polizeizeichner ein Monster mit langen Zungen beschrieb und seine Eltern ihn zum Psychiater schicken, schickt dieser ihn dann nach England um der Sache auf den Grund zu gehen. Jacobs Reise nach Wales und was er da findet ist für mich einfach nur unglaubwürdig. Die „Figuren“, die er dort trifft, kommen mir vor wie aus einem schlechten Film. Auch Jacobs Handeln ist manchmal nicht nachzuvollziehen und nicht immer nett. Und obwohl die Story im Zeitalter von Handys spielt, ist der zweite Weltkrieg mehr als präsent.

Ich kann den Hype um dieses Buch nicht wirklich verstehen. Ich werde den Eindruck nicht los, dass die Geschichte um die Bilder herum geklöppelt wurde. Dazu kommt ein halb offenes Ende. Wieder einmal ein Mehrteiler für den der Autor erst noch neue Fotos suchen muss. Warum kann ein Buch heutzutage nicht mehr zu Ende sein, wenn man die letzte Seite gelesen hat? Diese Mehrteiler nerven langsam nur noch, erst recht, wenn der erste Teil schon nicht überzeugen konnte.

Die Insel der besonderen Kinder

ohne Schutzumschlag

Die Tatsache, dass das Buch ein Rezensionsexemplar ist, machte mir zusätzlich Druck und ich habe es noch ein paar Mal versucht. Nach weiteren 30 Seiten habe etwas quer gelesen und es dann endgültig in die Ecke gelegt. Ich habe also noch einiges erfahren, möchte aber hier nicht spoilern. Die Rezension habe ich die ganze Zeit vor mir hergeschoben, ja ich habe das Buch schon regelrecht gehasst. Es hat mir komplett die Freude am Lesen genommen, ich hätte so gerne ein gutes Buch gelesen, aber ich konnte nicht.

DidbK Klappentext

Die Insel der besonderen Kinder – meine Bewertung

Außer einer schönen Fasade und der Aufmachung im Inneren, hatte dieses Buch für mich nicht viel zu bieten. Flache Charaktere, flache Story, flaches Ende. Die einzig spannende Stelle, war für mich, als Jacob den Großvater suchte und hinterm Haus fand. Weiteres Lesevergnügen wollte bei mir nicht wirklich aufkommen. Für die gelungene Aufmachung, die sicher einen Teil Käufer anzieht vergebe ich 2 Sterne, maximal einen halben Stern gibt es noch für die Idee. Leider ist die Umsetzung in meinen Augen nicht gelungen. Ich hatte immer einen Jahrmarkt und die berühmte „Frau mit Bart“ aus Stummfilmzeiten vor Augen.

Chaosweibs Bewertung 2.5 Sonnenblumen

„Die Insel der besonderen Kinder“ von Ransom Riggs
Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: PAN (2. November 2011)
ISBN-13: 978-3426283684
Altersempfehung: 14 – 16 Jahre
Preis: 16,99 Euro

Wer dennoch neugierig geworden ist und sich seine eigene Meinung bilden möchte – was ich jedem empfehle – der bekommt das Buch unter anderem hier.

Danke an den PAN Verlag und an „Blogg dein Buch“ für das Rezensionsexemplar.

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Über Chaosweib

Jutta - Nachtmensch, Bücherwurm, Spielkind, Teeliebhaberin - chaotisch, frech, neugierig, ungeduldig, experimentierfreudig - bloggt über alles, was ihr unter die Finger kommt und freut sich genau jetzt über deinen Kommentar :)
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11 Antworten auf Rezension: Die Insel der besonderen Kinder

  1. sweet veggie sagt:

    Hi!

    Also mich spricht weder der Inhalt noch das Cover an. Aber bei Amazon ist es ja auch top bewertet! Werde es mir also mal aus der Bibo ausleihen, weil neugierig bin ich (Wie du) doch 🙂 Möchte es aber nicht für 17€ kaufen wenn es nicht gut ist.
    Ich bin auf jeden Fall gespannt!

    Viele Grüße,
    lucie
    P.S. Ich finde deine Rezensionen immer sehr gelungen, habe schon viele Büchertipps von dir mitgenommen. Aber dein ganzer Blog gefällt mir sehr gut!

    • Chaosweib sagt:

      Danke für das Lob. Ausleihen ist sicher eine gute Alternative. Wenn es dann widererwarten doch gefällt, kann man es ja immer noch kaufen. 😀

      • sweet veggie sagt:

        gerne 🙂
        und wegen dem Buch: genauso sehe ich das auch obwohl ich mir Jugendbücher nur selten kaufe (aus Platzgründen). Da muss mir geschichte und cover gefallen. und letzteres gefällt mir hier ja schonmal gar nicht^^

  2. CappuCcino sagt:

    Hallo 🙂
    Du hast so ein tolles Blog. Ich lese immer mit Freude bei dir und deshalb würde ich dir gerne einen Award verleihen 😉

    Liebe Grüße
    CappuCcino

  3. Susi sagt:

    Ich hatte mir das Buch gekauft, vor allem wegen der guten Rezension bei Kossi 😉 Der Anfang war etwas schwach, aber gegen Ende hatte die Story deutlich zugelegt. Mit hat es sehr gefallen, doch Geschmäcker sind eben verschieden. 🙂

    • Chaosweib sagt:

      Ich habe Kossis Rezension auch gesehen und auch all die anderen. Nur Stephi (dieSteie) hat gesagt, dass das Buch Mist ist und da drauf kann ich meistens gehen. Es flog dann auch von meiner Wunschliste runter, aber als es ein Exemplar bei BdB gab, dachte ich okay, wenn es ja nichts kostet, kann man es ja mal probieren. Ich habe mich aber echt damit rumgequält.

  4. christopher sagt:

    Muss man ein Buch nicht ganz lesen, um es rezensieren zu können?

    • Chaosweib sagt:

      Nein, nicht unbedingt. Um zu sagen, dass es mir nicht gefällt genügen 180 komplett gelesene Seiten. Ich habe den Rest quer gelesen und weiß wie es weiter- und wie es ausgeht.

  5. Zimtschnute sagt:

    Wow… eine tolle Rezension… Ich habe meine erste auch über dieses Buch schreiben „müssen“ und hab mir einen abgebrochen… Rezensionen wird man somit nicht mehr auf meinem Blog finden – dazu kann ich noch nicht gut genug schreiben… Das überlass ich anderen – so wie dir… 😉

    Ich lese eigentlich nur Horror/Thriller und daher fand ich das Buch recht interessant… (auch weil mich die Leseprobe so fasziniert hat) – nur leider hatte diese mit dem Buch überhaupt nichts zu tun. Die las sich viel spannender. Fantasy les ich normal gar nicht – habe mich aber mit dem Buch auch etwas schwer getan… Ja, für Fantasy-Leser find ich das Buch toll… ich bin allerdings „härtere“ Handlungen gewöhnt und daher werde ich mir den zweiten Teil davon auch nicht kaufen…

    Ganz lieben Gruß
    Zimtschnute

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