Rezension: Die Zahlen der Toten

Die Zahlen der TotenPainters Mill, Ohio: Eine junge Frau wurde bestialisch ermordet. Fesselmale an Handgelenken und Knöchel, dazu eine römische Zahl auf den Bauch eingeritzt – XXIII. Ist er zurück? Kann das sein? Der Schlächter, der vor 16 Jahren hier so viele Frauen abgeschlachtet hat? Polizeichefin Kate Burkholder (30) steht vor einem Rätsel, weiß sie doch nur zu genau, dass das nicht sein kann. Sie muss den Fall so schnell wie möglich lösen, bevor es noch mehr Opfer gibt, doch dabei droht ein dunkles Geheimnis ans Licht zu kommen. Alles steht jetzt auf dem Spiel, sogar Kates Job…

Die Zahlen der Toten von Linda Castillo

Nach über zwanzig ausgezeichneten Liebesromanen haut Castillos erster Thriller, der ins deutsche übersetzt wurde, gleich mächtig rein. Sie muss sich hinter den großen Namen ihrer Autorenkollegen keinesfalls verstecken.

Die Zahlen der TotenDie Zahlen der Toten – die Story

Die Zahlen der Toten spielt im Winter in Painters Mill, einem ziemlich verschlafenen kleinen Ort, in dem viele “Amish People” leben. Eine Glaubensgemeinschaft, die nicht nur auf alles Morderne und Technik verzichtet. Amische lehnen auch jegliche Gewalt ab. Das einzig aufregende in Painters Mill sind ausgebüxte Kühe. Doch eines Tages geschehen dort grausame Morde, die an einen Fall von vor 16 Jahren erinnern. Kate Burkholder ist auch eine Amische, aber sie hat sich nach einem dramatischen Ereignis in ihrer Jugend von ihrem Glauben gelöst und lebt nun “englisch”, wofür sie aus ihrer Familie verbannt wurde. Heute ist sie die neue Polizeichefin und muss jetzt dringend einen Mörder suchen. Einen Mörder aus ihrer Vergangenheit, von dem sie genau weiß, dass er tot ist. Oder doch nicht? Kann es wirklich sein, dass der Schlächter noch lebt und nun von neuem Frauen tötet? Alles spricht dafür…

Die Zahlen der Toten - Prolog

Die Zahlen der Toten – Meine Meinung

Die Story beginnt mit einem Prolog aus der Sicht eines Opfers. Wir sind sofort in der Geschichte drin und die Spannung baut sich von da an stetig auf. Die Story wird hauptsächlich aus der Sicht von Kate erzählt, aber auch Kollegen, Familie und Opfer kommen mal “zu Wort”. Das ist keinesfalls verwirrend, das ist wohl dosiert und liest sich einfach so weg. Das Umfeld mit den Amischen ist mal was anderes, aber es wird nicht zu sehr breit getreten. Bis auf eine Stelle, in der mir das Problem eines Polizisten zu langatmig behandelt wurde, ist das Buch durchweg spannend und ich fühlte mich gut unterhalten. Das Ende, welches so nicht unbedingt vorhersehbar war, setzt dann nochmal einen drauf, da will man dann gar nicht mehr aufhören zu lesen.

Die Zahlen der Toten – Meine Bewertung

Linda Castillo, die schon viele Liebesromane veröffentlicht hat, ist eine, wie ich finde, wunderschöne Frau von der man nicht sofort annimmt, dass sowas in ihrem hübschen Köpfchen schlummert. Dennoch ist ihr erster Thriller wirklich gelungen. Das Cover zeigt wunderbar das weite, schneebedeckte Land der Amish People und passt sehr schön zum Thema. Die Story ist durchweg spannend und der Schreibstil flüssig zu lesen. Ich fand es jetzt nicht sehr blutig, ich habe aber auch schon viel gelesen und keine Probleme mit “pathologischen” Ausführungen. Klar wird beschrieben wie die Tote(n) aufgefunden werden, aber ist das in Filmen nicht anderes. Schließlich handelt es sich ja um einen Thriller und nicht um ein Märchenbuch. Alles nicht so schlimm, finde ich, hier wäre durchaus noch Luft nach oben gewesen. :D

Kurze Einblicke in die Welt und das Leben der Amischen sind mal was anderes und durchaus interessant, aber es wird sich auch da jetzt nicht in epischer Breite aufgehalten. Sie fahren halt mit Pferdekutschen statt mit Autos, verheiratete Männer tragen Vollbart ohne Schnurrbart, Frauen tragen Häubschen. Bis auf die eine Stelle, die ich oben kurz erwähnt habe, gibt es auch keine unnötigen Längen in dem Buch. Mich hat die Geschichte wirklich sehr gut unterhalten, ich habe mitgerätselt und am Ende mitgefiebert. Kate ist sehr sympatisch, ihr Handeln nachvollziehbar und das schreckliche Geheimnis, dass sie mit ihrer Familie teilt, welches im direkten Zusammenhang mit dem Fall steht, ist äußerst spannend. Kurze Kapitel, kaum länger als 20 Seiten geben einem das Gefühl durch das Buch zu fliegen, verleiten aber abends im Bett dazu noch eins und noch eins zu lesen, bis einem das Buch quasi auf die Nase fällt. Kurz gesagt, mir hat es sehr gefallen, ich habe mir bereits Castillos zweiten Thriller  “Blutige Stille” gekauft.

Es handelt sich hier zwar um eine Serie (Amish Crime Thriller Series), aber es sind abgeschlossene Fälle. Im neuen Buch geht es lediglich um die gleiche Ermittlerin und die gleiche Umgebung, was ich mitunter ganz angenehm finde, da man sich mit dem bekannten Gesicht gleich “wohl” fühlt. Das dritte Buch “Breaking Silence” gibt es auch schon und erscheint bei uns im Mai 2012 unter dem Titel “Wenn die Nacht verstummt”. Man darf gespannt sein…

Von mir gibt es 4 volle Punkte von 5 möglichen für einen guten Plot und auf jeden Fall eine Empfehlung.

Chaosweibs Bewertung 4 von 5 Sternen

“Die Zahlen der Toten” von Linda Castillo
Broschiert: 430 Seiten
Verlag: Fischer (Tb.)
ISBN-13: 978-3596184408
Preis: 8,95 Euro

Hörbuchfans kann ich auch hier das Hörbuch ans Herz legen. Wunderbar vorgetragen von Tanja Geke und ungekürzt (13 Std.) auf audible.de für 9,95 Euro im Flexi-Abo (monatlich kündbar) verfügbar.

Ich empfehle auch
Die Website von Linda Castillo
Die Video-Rezension von Kossi

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Über Chaosweib

Jutta - Nachtmensch, Bücherwurm, Spielkind, Kaffeejunkie, Teeliebhaberin - chaotisch, frech, neugierig, ungeduldig, morgenmuffelig, experimentierfreudig - bloggt über alles, was ihr unter die Finger kommt und freut sich genau jetzt über deinen Kommentar :)
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5 Antworten auf Rezension: Die Zahlen der Toten

  1. Bonny sagt:

    Das Buch hatte ich kürzlich ausgeliehen und gelesen – es ist wirklich spannend. Ich fand es toll ;D

    … und vielen Dank für den Hinweis auf das neue Buch der Autorin (davon wusste ich bislang nichts).

  2. nasch sagt:

    Ich habe es auch gelesen und fand es wirklich gut :)

  3. Sabienes sagt:

    Das Buch hat mich auch sehr fasziniert! Überhaupt ist auch diese verschwiegene Gemeinschaft der Amischpeople interessant.
    LG
    Sabienes

  4. MrsJennyenny sagt:

    Huhu!

    Hört sich gut an. Das Buch wollte ich eh lesen und hoffentlich kann ich es dann auch bald. :)

    Danke für die Rezension Jutta!

    LG Jenny

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