(Hör-)Buchtipp – die Thriller von Arno Strobel

Bücher von Arno Strobel Ich habe die letzten Wochen mit einem Mann verbracht, der mich wirklich zu unterhalten wußte. Die Rede ist von dem saarländischen Autor Arno Strobel. Okay, ich war jetzt nicht wirklich mit ihm persönlich zusammen, sondern nur mit seinen Büchern. Mit Anfang 40 begann er nämlich zu schreiben und veröffentlichte zunächst im Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv) seine ersten beiden Thriller „Magus – Die Bruderschaft“ (2007) und „Castello Cristo“ (2009). Ich gestehe, die Bücher kannte ich vorher nicht, ich mag aber auch nicht so gerne Geschichten lesen, die von der Kirche handeln. Ich bin erst 2010 das erste Mal auf Arno Strobel aufmerksam geworden.

In einem Gewinnspiel zum Erscheinen seines Thriller „Das Wesen“ wurden 3 Exemplare verlost und ich hatte Glück. Irgendwie subte das Buch aber bei mir lange Zeit, da ich erst im letzten Jahr wieder so richtig mit dem Lesen begonnen habe. Im Januar diesen Jahres kam dann „Das Skript“ raus und ich habe mich dann mal genauer mit den Inhaltsangaben beschäftigt. Mir gefiel an den Büchern alleine schon die Covergestaltung. Die sehen alle so klasse aus. Auf der einen Seite schlicht, auf der anderen Seite unheimlich. Sie ziehen einen schon in den Bann. Ich habe dann beschlossen die drei letzten Bücher von Arno Strobel zu lesen bzw. zwei davon zu hören. Ich wollte sie auf jeden Fall in chronologischer Reihenfolge lesen/hören, weil ich nicht wußte ob in den weiteren Büchern irgendwie Bezug auf die Vorgänger genommen wird, oder gar das gleiche Ermitterteam eine Rolle spielt. Jetzt weiß ich, dass dem nicht so ist und wenn ihr die Bücher noch lesen wollt, könnt ihr einfach mit einem anfangen, alle sind abgeschlossen und eingenständig. Finde ich schon mal sehr gut.

Ich wollte euch auch nicht von allen dreien eine Rezension vorsetzen, weil ich denke, dass ich mich da teilweise wiederholen und euch vielleicht langweilen würde. Ich habe dann beschlossen euch einfach alle zusammen kurz vorzustellen und vor allem ans Herz zu legen, denn ich fand die allesamt mega toll. Da wären also:

Der Trakt

Der Trakt von Arno StrobelAngefangen habe ich mit „Der Trakt“ und zwar in der Hörbuch-Version. Die Story beginnt mit einer Frau, die in einem Krankenzimmer zu sich kommt, das keine Fenster hat. Sie scheint äußerlich unverletzt, erinnert sich auch an ihren Namen (Sibylle Aurich), ihren Mann und den gemeinsamen Sohn Lukas. Und sie erinnert sich daran überfallen worden zu sein. Doch ihr eigener Mann erkennt sie nicht, einen Sohn soll es auch nicht geben und die Frau, die auf dem Hochzeitsbild neben ihrem Mann steht, ist nicht Sibylle. Und statt dass ihr Mann sie nach dem Überfall und ihrer augenscheinlichen Genesung in die Arme schließt, ruft dieser die Polizei. „Was ist hier los?“, denkt Sibylle. Dann sieht sie einen ihrer Ärzte in den Nachrichten. Zudem treten zwei Menschen in ihr Leben, die ihr offenbar dabei helfen wollen das Verwirrspiel aufzuklären, doch einer warnt vor dem anderen. Wem kann Sibylle denn nun trauen und was wird hier eigentlich gespielt?

Spannend bis zum Ende und eigentlich, bis auf einen Messerstich, völlig unblutig hat mich der erste Thriller absolut überzeugt. Ich brauche nicht immer literweise Blut. Wenn die Story so richtig Spannung aufbauen und halten kann, fühle ich mich schon wohl und gut unterhalten. „Der Trakt“ wird bereits in der 6. Auflage als Taschenbuch verkauft und das Hörbuch wird von Tanja Geke ganz hervorragend gelesen. Für lange Autofahrten oder Putzorgien sehr zu empfehlen.

„Der Trakt“ von Arno Strobel
Taschenbuch: 359 Seiten
Verlag: Fischer; 1. April 2010
ISBN-13: 978-3596186310
Preis: 8,95 Euro

Audio CD: 1 Seiten
Verlag: Argon Verlag (12. Mai 2010)
Sprecher: Tanja Geke
ISBN-13: 978-3839850442
Preis: 12,95 Euro

Audible Download
Sprecher: Tanja Geke
Spieldauer: 07 Std. 04 Min. (gekürzt)
Preis: ab 9,95 Euro im Flexi-Abo

Das Wesen

Das nächste Buch von Strobel war „Das Wesen“, das ja bereits seit Erscheinen in meinem Regal verstaubte.

Das Wesen von Arno Strobel
1994 stirbt ein kleines Mädchen und der Täter, ein Psychiater, wandert für 15 Jahre hinter Gitter. Trotz jahrelangen Unschuldsbeteuerungen sitzt er seine Strafe ab. 2009 werden die Ermittler von damals zu einem neuen Fall gerufen. Wieder ist ein Kind verschwunden. Ein anonymer Anruf lockt sie genau zu der Wohnung in der der Täter von damals heute lebt. Aus seiner Wohnung soll das Kind verschwunden sein, aber der Psychiater bestreitet das. Ein Psychoduell vom Feinsten beginnt.

Auch hier kein Blutvergießen, sondern Psycho Thrill pur. Die Handlung springt immer zwischen 1994 und 2009 hin und her und man erfährt dadurch was genau vor 15 Jahren passiert ist und wie die Ermittler den Täter dingfest gemacht haben. Gleichzeitig erleben wir jetzt (2009) einen neuen Fall und versuchen diesen gemeinsam mit den Kommissaren Menckhoff und Seifert zu lösen. Die Psychospielchen zwischen den Kommissaren und dem Psychiater, der immer wieder seine Unschuld von damals wie auch von heute beteuert lassen einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Wendungen die da immer wieder den Gedankengang des Lesers durchkreuzen sind genial und eine davon hat mir auch richtig gut gefallen, weil es mal eine andere Richtung war. Ich will aber nicht zuviel verraten, ich empfehle euch das Buch zu lesen.

„Das Wesen“ von Arno Stobel
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Fischer (Tb.) 11. November 2010
ISBN-13: 978-3596186327
Preis: 8,95 Euro

Audio CD
Verlag: Argon Verlag (14. Dezember 2010)
Sprecher: Sascha Rotermund
ISBN-13: 978-3839810859
Preis: 19,95 Euro

Audible Download
Spieldauer: 06 Std. 52 Min. (gekürzt)
Sprecher: Sascha Rotermund
Preis: ab 9,95 Euro im Flexi-Abo

Das Skript

Das Skript von Arno StrobelDas bisher letzte Buch ist das im Januar 2012 erschiene „Das Skript“. Auch das habe ich als Hörbuch-Fassung genossen. Ja, genossen ist der richtige Ausdruck, denn Sprecher Sascha Rotermund macht das ganz ausgezeichnet. Er liest das Buch mit angenehmer Stimme, geht auf die einzelnen Charaktere ein und er kann auch ganz prima schreien. 😉 Die Story hier ist für mich persönlich die Beste, ohne die anderen zwei abwerten zu wollen. Aber hier geht es um ein Buch im Buch. Eine junge Frau bekommt per UPS eine „Buchsendung“ der besonderen Art. Der Beginn eines Romans, geschrieben auf einem Stück menschlicher Haut, gespannt auf einen Rahmen. Gleichzeitig wird eine junge Frau vermisst. Verdächtig scheint der Autor Christoph Jahn zu sein, in dessen aktuellem Roman genau solch grauenvolle Dinge geschehen. Jemand schneidet jungen Frauen die Haut vom Rücken um darauf die Kapitel eines Romans zu „publizieren“. Da bereits vor Jahren aus einem früheren Roman Jahns Verbrechen nachgestellt wurden und das Buch damals die Bestsellerlisten stürmte, weil jeder von den kranken Taten lesen wollte, liegt eine Wiederholung dessen doch nahe, oder? Die Kriminalbeamten Andrea Matthiessen und Stephan Erdmann müssen herausfinden was an der Sache dran ist und auch hier wieder Psychospielchen par excellence.

Abgesehen davon, dass einigen die Beschreibung der „Hautentnahme“ vielleicht etwas zu ekelig anmuten könnte, ist auch diese Geschichte wieder mehr auf Spannung aus, als auf wirklichen Ekel. Was mich hier so fasziniert hat, ist die Tatsache, dass man ein bisschen Einblick ins Autorenleben bekommt. Wie recherchiert jemand, wie schreibt er, was macht ein Lektor und was der Verlag. Das geniale war, dass das Buch aus dem die Verbrechen nachgestellt werden, genau das Buch ist, das wir lesen. Der gleiche Titel, das gleiche Cover (wird im Buch genau so beschrieben), die gleiche Story. Irgendwie bescherte mir das eine Gänsenhaut, aber nicht nur das. Auch hier ist der Spannungbogen wieder bis zu Anschlag gespannt und alles Spekulieren bringt einen nicht wirklich weiter. Auf die Spitze treibt der Autor den Nervenkitzel in dem er nicht nur die „normalen“ Kapitel(zahlen) benutzt, sondern immer wieder Römische Kapitelzahlen einwirft, die mit „Zuvor“ beginnen. Diese Kapitel handeln aus der Sicht des/der Opfer(s) und die lassen einen teilweise echt den Atem anhalten. Auch hier eine absolute Leseempfehlung.

„Das Skript“ von Arno Strobel
Broschiert: 400 Seiten
Verlag: Fischer (Tb.) 13. Januar 2012
ISBN-13: 978-3596191031
Preis: 8,95 Euro

Audio CD
Verlag: Argon Verlag (13. Januar 2012)
Sprecher: Sascha Rotermund
ISBN-13: 978-3839811085
Preis: 19,90 Euro

Audible Download
Spieldauer: 09 Std. 53 Min. (ungekürzt)
Sprecher: Sascha Rotermund
Preis: ab 9,95 Euro im Flexi-Abo

Meine Meinung

Ich bin wirklich begeistert und auch wenn ich nichts dazu kann, so bin ich ein bisschen stolz darauf, dass der Autor aus dem Saarland kommt. Gerade mal eine halbe Autostunde von mir entfernt wurde er 1962 geboren. Ein halbes Jahr älter als ich und ziemlich gutaussehend, hat er nur einen Fehler: Er ist verheiratet!

Aber Scherz beiseite, ich fand seine Thriller bzw. Psychothriller einfach genial. Er beweist hier eindrucksvoll, dass gute Thriller-Autoren nicht zwingend aus Amerika kommen müssen. Auch die Deutschen haben es drauf, wie uns Sebastian Fitzek, Michael Hübner und Max Bentow schon eindrucksvoll gezeigt haben. Wie gesagt, es muss auch nicht immer Gemetzel sein, es muss einfach spannend sein und mir hat hier wirklich nichts gefehlt. Sogar die „gekürzten“ Hörbücher (darüber läßt sich auch streiten, gell Kai? ;)) haben mir nicht das Gefühl gegeben, als fehlte da was. Wenn ich nicht mal in den zweiten Stock gehe ohne das Buch/iPod mitzunehmen, ich beim Spülen extra noch Töpfe aus dem Schrank hole, um die mal wieder „so richtig“ zu schrubben und ich mich nach einem Korb Bügelwäsche sehne, damit ich endlich weiterhören kann, dann handelt es sich um ein Hammer-Buch. Und das sind diese Drei definitiv.

Wer bis jetzt noch keins davon gelesen hat, der sollte das schleunigst mal ins Auge fassen und wer die Bücher von Arno Strobel kennt, der weiß wovon ich rede. Ich kriege leider auch keinen Cent dafür, dass ich euch hier so vorschwärme, ich bin schlicht und einfach begeistert von dem Schreibstil, der Fantasie (gut, die sollte einen wohl eher erschrecken), den Geschichten, der Spannung, den Wendungen und dass man bis zum Schluss nicht dahinter kommt wer was getan oder nicht getan hat und warum. Und noch was hat mir hier gefallen: keine Liebesbeziehung, keine er*otischen Einlagen, einfach nur purer Psycho Thrill.

Meine Bewertung

Kurz und knapp – ich vergebe die volle Punktzahl für alle drei Strobel Bücher.

Chaosweibs Bewertung: 5 von 5 Sonnenblumen

Geht einfach mal auf die Website des Autors und schaut euch um. Vielleicht sind für den einen oder anderen auch die ersten beiden Thriller, die vor 2010 erschienen, interessant. Die haben bei Amazon auch super Bewertungen, nur das Thema ist nicht so meins.

Ich warte jetzt sehnlichst auf den nächsten Knaller „Der Sarg“, der im Frühjahr 2013 erscheinen soll. Und bitte, bitte bei den Covern bleiben. Ich habe mir extra deswegen die Bücher nochmal bei reBuy nachbestellt, weil die so klasse aussehen. Ich hoffe, der Verlag baut da nicht wieder Mist.

Arno Strobel

Lieber Arno Strobel,
ich finde ihre Bücher total klasse, nicht sehr ekelig, dafür spannend bis zum bitteren Ende. Sie haben mich damit excellent unterhalten, vielen Dank dafür. Hoffentlich geht es schon bald so spannend weiter.

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Über Chaosweib

Jutta - Nachtmensch, Bücherwurm, Spielkind, Teeliebhaberin - chaotisch, frech, neugierig, ungeduldig, experimentierfreudig - bloggt über alles, was ihr unter die Finger kommt und freut sich genau jetzt über deinen Kommentar :)
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13 Antworten auf (Hör-)Buchtipp – die Thriller von Arno Strobel

  1. Kratzi sagt:

    Deine Zusammenfassung find ich super und hab jetzt auch Lust, alle 3 Bücher zu lesen ^^
    Ich finde auch, dass in einem Thriller nicht zwingend Blut vergossen werden muss, denn letzten Endes kommts bei mir immer darauf an, ob ich das Buch spannend finde.
    Mich hat jetzt spontan „Der Trakt“ am meisten angesprochen und ich packs mir mal in die Lesezeichen. Sobald ich mir wieder Bücher bestelle, steht das auf jeden Fall in der engeren Auswahl.
    Mit Hörbüchern hab ich es überhaupt nicht.. Ich kann mich während anderen Tätigkeiten nicht noch auf eine Geschichte konzentrieren, zumindest nicht in dem Maß, in dem ich es beim Lesen machen würde. Da setz ich mich lieber ein paar Stunden hin und lese in Ruhe ein Buch 🙂

  2. nasch sagt:

    Ich fand sie auch super, aber das hast du bei mir ja schon gelesen 😀 Ich freu mich auf das nächste Buch von ihm…

  3. Arno Strobel sagt:

    Liebe Jutta,
    meinen herzlichen Dank für dieses ausführliche und sehr schmeichelhafte Feedback zu meinen Büchern. Ich habe es mit großer Freude gelesen und freue mich sehr darüber.

    Herzlichst
    Arno

  4. Ziblog sagt:

    Wer es schafft, gute Psychothriller ohne Liebesbeziehungen und Erotik zu schreiben, muss sein Handwerk beherrschen.

  5. Kratzi sagt:

    Nun hab ich das Buch an 2 Abenden durchgelesen und muss sagen, dass die Spannung wirklich bis zum Schluss da war. Ich wurde wirklich hereingelegt und war mir sicher, den Täter zu kennen (vor allem als am Schluss die Wohnung durchsucht wird), aber letzten Endes dachte ich doch an die falsche Person ^^
    Ich kann nun verstehen, dass du die Bücher empfiehlst und werde mir bei Gelegenheit auch die anderen beiden Titel zulegen. Die Leseprobe am Schluss fand ich auch gelungen und freue mich schon auf das nächste Buch.
    Ich war außerdem positiv überrascht, dass zwischen den beiden Ermittlern nicht diese typische Liebesgeschichte entstanden ist. Die Figuren an sich fand ich auch sehr gelungen beschrieben.
    Etwas überrascht war ich ja bei dem Auszug aus dem Buch, in dem es in „Das Skript“ geht. Der Autor wird ja schon als „komischer Kauz“ dargestellt und sicher gibt es so kranke Personen, die einen Mord se*xuell erregend finden oder andere Gewalttaten in die Richtung. Das aber nochmal so zu lesen, war schon etwas anderes ^^ Insgesamt war trotzdem alles stimmig und ich bedanke mich für deine Empfehlung 🙂

    • Chaosweib sagt:

      Uii, mit dem Kommentar bist Du im Spam-Ordner stecken geblieben. 😉
      Da hast Du ja schon zwei meiner Empfehlungen gelesen. Freut mich sehr, dass Dir beide gefallen haben. Ich bin auch schon so auf „Der Sarg“ gespannt und ich hatte keine Leseprobe beim Hörbuch.

      • Kratzi sagt:

        Soll ich dir vielleicht die Leseprobe abtippen und per Mail zukommen lassen? ^^ Ich weiß nicht, ob es die auch online irgendwo zu lesen gibt, aber ich fand sie schon mal sehr interessant und kann mir nun auch mehr unter dem Titel vorstellen.

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