Rezension: Mein böses Herz von Wulf Dorn

Wulf Dorn - Mein böses Herz Ich habe das letzte Wochenende mit dem Hörbuch „Mein böses Herz“ verbracht. Ganze zwei Tage habe ich für das fünfeinhalb Stunden Werk von Wulf Dorn gebraucht. Oder besser gesagt „nur“ 2 Tage, was heißen soll, dass es schon mal spannend war. Ich glaube, wenn ich am Samstag keinen Besuch gehabt hätte, hätte ich es schon am ersten Tag fertig gehört. Doch wovon schwafele ich hier überhaupt? Wulf Dorn, Autor von „Trigger“, „Kalte Stille“ und „Dunkler Wahn“ hat sein erstes Jugendbuch veröffentlicht. Ich war sehr neugierig und habe mir die Hörbuch-Version runtergeladen.

Nachdem ich „Trigger“ wegen des, sagen wir mal, unglücklich gewählten Sprechers *räusper* abgebrochen hatte, „Kalte Stille“ so durchwachsen war, habe ich mich an „Dunkler Wahn“ noch nicht rangetraut, obwohl es schon bei bei mir „subbt“. Als ich jedoch von dem neuen Buch ein paar Rezensionen gesehen hatte, war die Neugier groß und ich habe es gewagt.

Mein Böses Herz – die Story

Kurzbeschreibung via Amazon: Was tust du, wenn du nicht mehr weißt, was Realität ist und was Fantasie?
Seit dem Tod ihres Bruders wurde Doro von Halluzinationen verfolgt, aber eigentlich dachte sie, das in den Griff gekriegt zu haben. Doch als sie mit ihrer Mutter aufs Land zieht, scheint die neue Umgebung erneut etwas in ihr auszulösen. Stimmen verfolgen sie. Und eines Nachts sieht Doro in ihrem Garten einen Jungen: verstört, abgemagert, verzweifelt. Der Junge bittet sie um Hilfe – und ist dann verschwunden. Wenig später erfährt Doro, dass er schon vor ihrer Begegnung Selbstmord begangen hat. Doro kann nicht glauben, dass sie sich den Jungen nur eingebildet hat. Doch die Suche nach der Wahrheit wird schnell zum Albtraum. Und tief in Doros Seele lauert ein dunkles Geheimnis …

Mein Böses Herz von Wulf DornErzählt wird die Geschichte von Doro, einem Teenager, der eines morgens den kleinen Bruder Kai tot in seinem Bettchen vorfindet und seit diesem Erlebnis an Halluzinationen leidet. Die Eltern trennen sich nach diesem schweren Schicksalsschlag und Doro, die eine Therapie hinter sich hat, zieht mit ihrer Mutter in ein kleines Häuschen nach Ulfingen. Bereits bei der Anreise kommen sie an einem großen Feuer vorbei und auch was Doro in der neuen Heimat erlebt lässt nicht nur sie selbst zweifeln. Doro wird durch eine klappernde Gartentür geweckt und als sie nachsehen will um die Tür zu befestigen sieht sie einen Jungen. Einen halb toten Jungen, der sie anfleht ihm zu helfen. Der Teufel sei hinter ihm her.

Als Doro Hilfe holen will, hört sie Stimmen in ihrem Kopf. Geht es etwa schon wieder los? Hat Doro wieder Halluzinationen? Julian, der Sohn des Psychiaters, der Doro weiter behandelt, kommt dazu und Doro verläßt den Ort des Geschehens um die 112 anrufen. Was Doro am Telefon erzählt klingt nicht sehr glaubhaft und als die Polizei und der Notarzt eintrifft ist der Junge nicht mehr da. Doros Mutter muss den Einsatz bezahlen und ist wütend auf ihre Tochter. Was wenn Dir niemand glaubt? Was tut man, wenn man nicht mehr weiß was wahr und was Einbildung ist? Ist Doro nur ein irrer Freak oder war da wirklich jemand?

Mein böses Herz – meine Meinung

Ein Buch, das durchweg spannend und flüssig geschrieben ist. Die Sprecherin ist sehr gut gewählt, sie macht das ganz toll und sorgt mit dafür, dass man dran bleibt. Sie kann die einzelnen Charaktere so wiedergeben, dass man sie klar unterscheiden kann und sie kann die Spannung prima transportieren.

Was Doro erlebt und was man ihr glaubt bzw. nicht glaubt zerrt sogar beim Leser/Hörer an den Nerven. Man merkt gleich, dass hier etwas stimmen kann und beginnt zu spekulieren. Leider liegt man immer wieder daneben, denn was sich hier vor einem auftut, kann man nicht wirklich alles vorhersehen. Doro sieht nicht nur diesen halb toten Jungen, sie sieht auch immer wieder ihren Bruder Kai vor sich, der sie anklagend anschaut. Doro weiß, dass sie das niemandem sagen kann, sonst stecken sie sie wieder in die Klapse, aber dass man ihr das mit dem Jungen nicht glaubt, macht sie genau so wahnsinnig. Julian zeigt Verständnis, auch wenn sein Vater es nicht gerne sieht, dass er mit Doro rumhängt. Julian will Doro helfen den Jungen zu finden.

Zitat Kapitel 13/14: Als ich noch ein kleines Mädchen war, hatte mir meine Großmutter die Geschichte vom Hirtenjungen erzählt, der aus Einsamkeit und Langeweile „Wolf“ gerufen hatte. Die anderen Hirten eilten ihm zu Hilfe, doch da war kein Wolf und sie ärgerten sich. Am nächsten Tag fühlte sich der Hirtenjunge wieder einsam, also rief er abermals „Wolf“. Sofort kamen alle wieder angelaufen. Als wieder kein Wolf zu sehen war, schimpften sie mit ihm und gingen zu ihren Herden zurück. Doch am dritten Tag kam dann tatsächlich der Wolf und fiel über die Schafe des Jungen her. Aber so sehr der Junge auch um Hilfe schrie, niemand kam. Keiner glaubte ihm mehr.

Als ich aufstand und aus dem Fenster sah, war außer ein paar Pfützen auf der Straße und dem nassen Gras im Garten nichts mehr vom Gewitter der vergangenen Nacht zu sehen. Fast schien es, als hätte ich alles nur geträumt. Ich war übernächtigt und mein Kopf schmerzte als ich zu Mum in die Küche hinabging. Sie stand am Fenster, hielt mit beiden Händen ihre Kaffeetasse umklammert und sah in den Garten hinaus. Als sie mich mit einem knappen „Guten Morgen“ begrüßte, ohne sich dabei umzusehen, musste ich an Omas Geschichte von dem Hirtenjungen denken. Auch mir wollte niemand mehr glauben. Nur war der große Unterschied, dass ich nie aus Einsamkeit oder Langeweile „Wolf“ gerufen hatte. Ich hatte damals tatsächlich Kai gesehen. Er hatte schrecklich ausgesehen, so wie an jenem Morgen als ich ihn in seinem Bettchen gefunden hatte…

Mein böses Herz – meine Bewertung

Haben wir alle ein böses Herz? Das ist die Frage, aber viel mehr kann ich gar nicht erzählen, das wäre bereits zu viel. Ich fand das Buch rundum spannend und gelungen. Doro ist sehr sympatisch und man leidet quasi mit ihr, wenn sie den anderen klar machen will, dass sie nicht fantasiert. Das Ende überrascht dann völlig, damit hatte ich nicht gerechnet. Die Altersempfehlung finde ich gut so, behaupte aber mal, dass Erwachsene da auch Gefallen dran finden. Ich fands toll und vergebe 5 von 5 möglichen Punkten.

Chaosweibs Bewertung: 5 Sonnenblumen

Mein böses Herz von Wulf Dorn
Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: cbt (27. Februar 2012)
ISBN-13: 978-3570160954
Altersempfehlung: 14 – 17 Jahre
Preis: 16,99 Euro

Audio CD
Sprecher: Laura Maire
Verlag: cbj audio; Auflage: gekürzte Lesung (27. Februar 2012)
ISBN-13: 978-3837113235
Preis: 16,99 Euro

Audible Download
Spieldauer: 05 Std. 28 Min. (gekürzt)
Sprecher: Laura Maire
Anbieter: Random House Audio, Deutschland
Preis: ab 9,95 Euro im Flexi Abo

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Über Chaosweib

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4 Antworten auf Rezension: Mein böses Herz von Wulf Dorn

  1. Kratzi sagt:

    Klingt mal wieder interessant und ist schon gespeichert.
    Ich war letztens kurz davor, mir „Fünf“ von Ursula Poznanski zu kaufen, da du es ja empfohlen hattest. Aber jetzt wirds echt mal Zeit, meine bereits gekauften Bücher zu lesen, ehe ich mir noch mehr zulege ^^ Sobald ich mal eins von deinen vorgeschlagenen Büchern gelesen habe, melde ich mich aber natürlich wieder 🙂

    • Chaosweib sagt:

      Wenn ich mit neuen Büchern warten müßte bis ich die ungelesenen gelesen hätte, ich bräuchte die nächsten Jahre kein Buch mehr zu kaufen. Ich bin froh, dass es den SuB gibt, da kommen die neuen Bücher alle drauf. *gg*

  2. Ela sagt:

    Huhu,
    mir gefiel ja schon „Trigger“ sehr gut aber „Mein böses Herz“ war noch besser :o))
    Das war so spannend!
    Werde die Tage noch die Rezis hochladen (schriftliche und Video) – bin immer noch total begeistert :O)
    LG Ela

    • Chaosweib sagt:

      Ja, das Buch hier war toll. Trigger konnte ich leider nicht genießen, weil Hörbuch und Autorenlesung. Einfach nur furchtbar. Gott sei Dank hat er sich die Bewertungen zu Herzen genommen und die folgenden Romane von Profis einlesen lassen. 😉

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