Rezension: Dunkle Gebete von Sharon Bolton

Dunkle Gebete von Sharon Bolton Gestern Mittag kam die erste Teillieferung von Amazon an. Da drin das Buch „Schlehenherz“. Am Abend wollte ich dann, wie ich das oft mache, die erste Seite anlesen und schwupp war ich auf Seite 98, als mir einfiel, dass ich ja noch unbedingt diese Rezension schreiben muss. Nun ist es mitten in der Nacht, ja fast schon morgen und ich habe nur mit Mühe das Buch aus der Hand bekommen. Und was sagt uns das? Schlehenherz ist spannend. Doch nun geht es erstmal um ein Hörbuch, dass ich am vergangenen Wochenende gehört habe. Es geht um Sharon Boltons „Dunkle Gebete“ und wie dunkel genau die waren, erzähle ich euch jetzt.

Dunkle Gebete von Sharon Bolton

Wie gerade schon erwähnt und wie auch auf dem Bild zu sehen ist, geht es hier um das Hörbuch. Aber auch diejenigen, die keine Hörbücher mögen, sondern lieber ein Buch in der Hand haben, können dran bleiben, denn es gibt natürlich auch das Buch und die Story ist ja die gleiche. 😀

Dunkle Gebete von Sharon Bolton - Hörbuch

Kurzbeschreibung laut Audible und Amazon
DC Lacey Flint ist eine junge Londoner Ermittlerin mit undurchsichtiger Vergangenheit und einem morbiden Interesse an Serienkillern. Mit einem echten Mord hatte sie bisher allerdings nie zu tun – bis jetzt, da eine aus zahlreichen Stichwunden blutende Frau an der Tür von Laceys Wagen lehnt und in ihren Armen stirbt. Lacey wird zunächst nur als Zeugin vernommen, doch bald wird klar, dass sie in dem Fall eine ganz besondere Rolle spielt: Ein blutiger Bekennerbrief ist unmissverständlich an sie adressiert. Unversehens findet sich Lacey im Mittelpunkt einer Mordserie, die in einem besonderen Zusammenhang mit ihr selbst stehen muss. Doch wie findet man einen Killer, der sich einen nie gefassten Serienmörder zum Vorbild genommen hat?
©2012 Manhatten Ⓟ2012 Der Hörverlag

Zunächst mal sieht das Cover klasse aus und war mit ein Grund, warum ich auf das Buch aufmerksam wurde. Aber auch Aussagen der Presse wie „First-Class-Krimi“, „beste Thriller des Jahres“ und „komplexer psychologischer Thriller“ machten neugierig. Ich entschied mich dann für das Hörbuch, da es bei Audible in der ungekürzten Fassung vorlag.

Dunkle Gebete – die Story

Auf dem Weg zum Auto findet Detective Constable (DC) Lacey Flint eine halbtote Frau, die an ihrem Wagen lehnt. Überall Stichwunden, das Messer steckt noch, da sinkt sie auch schon tot zu Boden. Die herbeigerufene Rettung und die Kollegen denken zunächst Lacey sei verletzt, weil sie völlig blutverschmiert war. Doch dann klärte sie die Beamten auf, dass es nicht ihr Blut sei und sie hier eher als „Beweismittel“ zu behandeln sei. In einen weißen Overal, wie ihn die Spurensicherung trägt, gehüllt trafen sie dann im Revier ein und Lacey machte ihre Zeugenaussage.

Als gleich darauf ein zweiter Mord geschieht und ein Bekennerbrief direkt an Lacey gerichtet ist, steckt sie mitten drin. Mitten drin in einem Fall, der so aussieht als morde hier jemand nach dem Schema von „Jack the Ripper“. Zeitpunkt, Verletzungen und Stellung der Opfer ähneln erschreckend den Fällen von 1888. Und mit dem kennt sich Lacey besser aus, als jeder andere.

Lacey wird also in die Ermittlungen einbezogen und bekommt neben einem GPS-Handy auch den Kollegen Marc zur Seite gestellt. Dieser ist ein bisschen misstrauisch, was Lacey angeht, aber er bemüht sich. Ob er ahnt, dass sie ein Geheimnis hat?

Dunkle Gebete – meine Meinung

Zuerst bekam ich einen Schreck, da die Sprecherin bei mir sicher nicht in die engere Wahl gekommen wäre, aber die Neugier auf die Story ließ mich dranbleiben. Nach einiger Zeit wurde sie dann besser oder ich hatte mich dran gewöhnt. Jedenfalls konnte ich dann entspannt weiterhören. Für Leser des Buches, gibt es in dieser Richtung aber kein Problem.

Die Ich-Erzählerin Lacey wirkt irgendwie merkwürdig, undurchsichtig. Mir war sie nicht wirklich sympatisch. Ich war zwar neugierig was passierte und wie es ausging, aber ich konnte mit keinem der Charaktere eine Beziehung herstellen. Die Autorin schreibt flüssig, aber geht auch sehr ins Detail. Wir wissen am Ende wirklich alles über „Jack den Aufschlitzer“ und die Kindheit der Protagonistin. Mir war das beim Hören manchmal ein bisschen viel und zu langatmig, aber die eine oder andere Information macht am Ende dann doch noch Sinn, zumindest die über die Protagonistin.

Die Geschichte hatte für mich, trotz mehrerer Leichen, für einen Thriller zu wenig Spannung. Der berühmte Showdown wird zumindest beim Hörbuch mit dem gleichen Ton gelesen, wie die Beschreibung des Wetters. Und ob es sich bei dem, von mir geglaubten, Showdown wirklich um einen solchen handeln sollte wird am Ende nochmal in Frage gestellt. Denn eine unvorhersehbare Wendung bzw. „Aufklärung“ wirft nochmal alles über den Haufen.

Das Wissen mit dem der Leser dann zurückgelassen wird befriedigt keineswegs, denn man bleibt mit offenem Mund zurück und ahnt, dass es hier eine Fortsetzung geben muss. Und genau die kommt auch und zwar diesem Monat noch, zumindest im Englischen. Kann man sich antun, muss man aber nicht.

Dunkle Gebete – meine Bewertung

Ich will nicht unfair sein, es war ein durchschnittlicher Thriller, der in meinem Fall ein bisschen an der Sprecherin, aber auch ein bisschen an der Autorin gescheitert ist. Hier wäre sicher mehr drin gewesen. Jack the Ripper fasziniert die Leute ja noch immer, da man bis heute nicht weiß wer er wirklich war. Die Spannung wer letztendlich in diesem Buch der Täter ist, hätte man, meiner Meinung nach, daher mehr ausbauen können.

Das Buch ist nicht schlecht, aber auch kein Reißer. Der Spannungsbogen war sehr ausgeleiert und hing mehr rum, als dass er gespannt war. Trotzdem kann man sich davon unterhalten fühlen, ich empfand es jetzt nicht als Zweitverschwendung, aber Teil 2 muss ich, glaube ich nicht haben. Hier wird es mir genügen, die Rezesnionen der anderen zu lesen um zu erfahren, was hier noch offen ist. 😀

Ich möchte es weder empfehlen, noch davon abraten. Hier solltet ihr selbst entscheiden. Geschmäcker sind ja verschieden, wie wir schon vom Affen mit der Seife wissen. Ich gebe 3,5 von 5 möglichen Punkten.

Chaosweibs Bewertung: 3,5 von 5 möglichen Punkten

„Dunkel Gebete“ von Sharon Bolton
Broschiert: 512 Seiten
Verlag: Manhattan (23. Januar 2012)
ISBN-13: 978-3442546794
Preis: 14,99 Euro

Audible Download
Sprecher: Dana Geissler
Spieldauer: 13 Std. 52 Min. (ungekürzt)
Anbieter: Der Hörverlag (2012)
Preis: exklusiv für Audible-Abonnenten 9,95 Euro

Noch kurz ein Wort zum Audible Flexi-Abo. Dieses Hörbuch und viele andere, die ungekürzt zu haben sind, sind ausschließlich und exclusiv für Abonnenten. Wenn man sich aber mal die Preise von Audio-CDs und anderen Downloads anschaut, ist Audible hier sehr günstig. Ein Abonnent bekommt JEDES Hörbuch für 9,95 Euro (die ersten 3 Monate sogar nur 4,95 Euro), egal was es regulär kosten würde und wir wissen, dass es sich da nicht selten um das Doppelte handelt.

Für Hörbuch-Liebhaber ist 1 Hörbuch im Monat auch nicht viel und auch jedes weitere würde nur 9,95 Euro kosten. Es ist monatlich kündbar. Ich möchte mein Abo nicht mehr missen, da ich viele Hörbücher höre. Wer es testen möchte bekommt die ersten 3 Monate ein Hörbuch für nur 4,95 Euro und kann bei Nichtgefallen danach sofort kündigen. Ich glaube billiger geht es nicht und schneller hat man kein Hörbuch auf dem iPod. *meine Meinung*

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Über Chaosweib

Jutta - Nachtmensch, Bücherwurm, Spielkind, Teeliebhaberin - chaotisch, frech, neugierig, ungeduldig, experimentierfreudig - bloggt über alles, was ihr unter die Finger kommt und freut sich genau jetzt über deinen Kommentar :)
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6 Antworten auf Rezension: Dunkle Gebete von Sharon Bolton

  1. Daniela D sagt:

    Ich bin mit Hörbüchern immer sehr vorsichtig, ich bin zwar auch bei Audible und zum Glück kann man vorher immer rein hören ob der Sprecher einem gefällt°!^
    leider passen die nicht immer und das hält mich oft von Hörbücher ab!

    • Chaosweib sagt:

      Der Sprecher ist das A und O bei einem Hörbuch. Ein mieser Sprecher kann jedes Buch zunichte machen und ein Guter Sprecher kann das Telefonbuch vorlesen und es wäre spannend. 😉

      Es gibt so 2-3 SprecherInnen, bei denen ich mich frage, ob der Regisseur taub war und was der Verlag sich denkt, wenn er diesen Sprecher trotz vernichtender Kritik ein weiteres Hörbuch lesen lässt.

  2. Kratzi sagt:

    Zu Anfang dachte ich mir noch, dass das Buch recht interessant klingt. Aber ein eher offenes Ende mag ich bei solchen Büchern nicht und durchschnittliche Thriller gibt es sowieso zu Hauf. Da investier ich lieber in spannendere und bessere Bücher ^^

  3. Nelly sagt:

    Hallöchen,
    ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass ich deine Rezension auf meinem Blog verlinkt habe. Du kannst dir das HIER anschauen.

    Alles Liebe, Nelly

    • Chaosweib sagt:

      Ich habe keinen Schimmer, ob Google meinen Kommentar gefressen hat, oder ob er in der Moderation gelandet ist. Es wird mir nichts darüber angezeigt, der Kommentar ist einfach verschwunden. Zweimal hintereinander. Daher hier nochmal.

      Hallo Nelly,
      danke fürs Verlinken. Da habe ich natürlich nichts dagegen. Ich freue mich für Dich, dass Dir das Buch so gut gefallen hat. Ist halt Geschmacksache. Lass mich mal wissen wie der zweite Band ist, vielleicht lasse ich mich ja auch nochmal hinreißen, ist ja nun schon fast 4 Jahre her, dass ich das hier gehört habe.

      Liebe Grüße

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