Buchvorstellung: Ich bin der Herr deiner Angst

ibdhda„Ich bin der Herr deiner Angst“ von Stephan M. Rother ist ein Thriller aus dem rororo Verlag und erschien Anfang April diesen Jahres. Ich bekam das Buch freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt und freute mich total drauf. Menschen sollen mit ihren Ängsten umgebracht werden, das liebte ich schon in meiner Serie „Charmed“. Da hat der Dämon Barbas das auch so gemacht. Ich konnte es kaum erwarten das Buch zu lesen, doch dann wurde es das Buch meiner Angst.

Ich bin der Herr deiner Angst – Inhaltsangabe

Herr deiner Angst

Kurzbeschreibug Amazon: «In unserem Job bekommt man eine Menge Tote zu sehen. Das Bild aber, das sich uns hinter der Tür im ‹Fleurs du Mal› bot, wird mich bis an das Ende meines Lebens begleiten. Viele unserer Leichen sehen so aus, als würden sie schlafen. Das war hier nicht der Fall.» Ein in jeder Hinsicht verstörender Mord führt die Ermittler Jörg Albrecht und Hannah Friedrichs ins Hamburger Rotlichtviertel: Das Opfer war ein Kollege, und es wird nicht das letzte sein. Die Taten nehmen an Grausamkeit zu. Und alle haben sie mit den dunkelsten Geheimnissen der Opfer zu tun, ihrer größten Angst. Irgendwann keimt in Albrecht eine Erinnerung: Der Traumfänger-Fall. Seit dreißig Jahren schlummert er in den Akten. Seit dreißig Jahren sitzt der Täter in der Psychiatrie. Wie es scheint, hat der Alptraum gerade erst begonnen…
©2012 rororo

Kurzbeschreibung Audible: Ein in jeder Hinsicht verstörender Mord führt die Ermittler Jörg Albrecht und Hannah Friedrichs ins Hamburger Rotlichtviertel: Das Opfer war ein Kollege, und es wird nicht das letzte sein. Die Taten nehmen an Grausamkeit zu. Und alle haben sie mit den dunkelsten Geheimnissen der Opfer zu tun, ihrer größten Angst. Irgendwann keimt in Albrecht eine Erinnerung: Der Traumfänger-Fall. Seit dreißig Jahren schlummert er in den Akten. Seit dreißig Jahren sitzt der Täter in der Psychiatrie. Wie es scheint, hat der Alptraum gerade erst begonnen…
Ⓟ2012 Argon Verlag

Hauptkommissar Jörg Albrecht und seine Kollegin Hannah Friedrichs finden in einem Bordell die verstümmelte Leiche eines Kollegen vor. Der Tote ist auf einer Art „Gynäkologenstuhl“ drapiert und was erst aussah wie ein „handelsüblicher“ Knebel, stellte sich schnell als die Genitalien des Opfers heraus. Während sie diese Tat und den Tod des Kollegen noch nicht ganz begriffen haben, wird bereits die zweite Tote gefunden. Wieder ist es eine schwangere Kollegin, die diesmal verstümmelt und radioaktiv verstrahlt auf den Friedhof liegt.

Was geht hier vor? Will da jemand das ganze Revier ausrotten und warum?  Bald gibt es aber auch „außerhalb des Reviers“ Tote und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt und auch gegen die Presse. Bei den Ermittlungen fallen Ähnlichkeiten zu dem 20 Jahre zurückliegenden Traumfänger-Fall auf, aber der Traumfänger sitzt ja noch immer in der Psychiatrie!?

Ich bin der Herr deiner Angst – meine Meinung

Ich bin einfach nicht reingekommen, in das Buch. Der Schreibstil und der Aufbau verwirrten mich. Erzählt wird aus drei Perspektiven. Einmal Hauptkommissar Jörg Albrecht, der in der dritten Person wiedergegeben wird, dann seine Kollegin Hannah Friedrichs, die Ich-Erzählerin in dem Buch und zwischendrin gibt es noch eine weitere Person, die zunächst anonym ist, was sich aber später auflöst.

Die Kapitel sind lang und nochmal mehrfach unterteilt. Es beginnt mit dem Vorspiel, dann kommen die Kapitel, die schlicht „drei“, „vier“ usw. heißen und es gibt Zwischenspiele. Die Schrift ist klein und eng.

Mich hat am Anfang der Wechsel zwischen „Er“ und „Ich“ sehr gestört, da es nicht immer sofort ersichtlich war wer gerade dran ist und es willkürlich wechselt. Dazu kam der Schreibstil, also wie die Geschichte erzählt wird und das war für mich einfach nicht spannend. Ich habe das Buch zur Seite gelegt, wieder hergenommen und wieder zur Seite gelegt. Ich war frustiriert und hatte keine Lust mehr. Es trieb mich regelrecht in eine Leseflaute.

Mich muss ein Buch auf den ersten Seiten packen, sonst ist es nichts für mich. Da es sich aber um Rezensionsexemplar handelte konnte ich es ja nicht so einfach weglegen, also beschloss ich auf das erscheinen des Hörbuchs zu warten. Ich lud mir dann Ende April die ungekürzte Fassung bei Audible runter.

Stephan M Rother - Ich bin der Herr deiner Angst

Der Vorteil am Hörbuch ist der, dass es mit verteilten Rollen gelesen wird und man so halt gleich weiß wer was sagt. Tanja Geke und Simon Jäger machen auch hier wieder einen sensationellen Job. Leider können sie aber auch nur das lesen, was da steht und das wird recht schnell kurios.

Der Autor schreibt viel, sagt aber im Endeffekt wenig. Das Buch hat 576 Seiten und das Hörbuch 18 Std. 11 Min. Zwei Drittel wäre in beiden Fällen genug gewesen. Aber was hat mich nun so gestört, vom Schreibstil mal abgesehen.

Man könnte meinen die Prinzen seien hier Co-Autoren, denn vieles scheint „geklaut“. Was bei anderen schon funktionierte musste so ähnlich auch hier herhalten. Und wir „treffen“ in dem Buch alte Bekannte wieder. Eine blonde Reporterin nahmens Stahmke (Stahnke), einen kettenrauchenden Hamburger Bürgermeister mit Namen Heiner Schulz (Helmut Schmidt) und die Unterhaltungen zwischen Albrecht und dem Traumfänger, dem Psychologen Maximilian Freiligrath, erinnern stark an „das Schweigen der Lämmer“.

Manchmal hätte ich mir auch ein Schweigen des Hauptkommissars gewünscht. Nämlich immer dann, wenn er ständig und überall Sokrates zitierte. Das macht ihn nämlich nicht gebildeter, sondern mit der Zeit auch nerviger. Albrecht, der eigentlich ziemlich abgeranzt ist und dessen Frau mit ihrem Neuen in seinem Haus lebt wird von Rother zum Supermann erklärt.

Kapitel 17 des Hörbuchs:
„Jörg Albrecht konnte zaubern. Wenn er nur wollte, konnte er für ein paar Sekunden die Welt anhalten. Womöglich war ihm das gar nicht bewusst, aber wenn er sich auf eine bestimmte Weise hinstellte, auf eine bestimmte Weise sprach, hatte dieser Mann eine derartige Ausstrahlung, eine natürliche Autorität – man konnte einfach nicht anders. Sekundenlang vergaß man, was man gerade hatte tun wollen. Man stand einfach da und musste ihm zuhören.“

Man kann hier echt ständig mit dem Kopf schütteln. Alles ist so übertrieben, an den Haaren herbeigezogen, unlogisch, langatmig, überflüssig und altbekannt. Es gibt zwar viele Tote, die alle ganz wunderbar zugerichtet sind, aber das alleine ergibt doch noch lange keinen Thriller. Erst recht keinen, der spannend bis zum Schluss und dessen Ende halbwegs logisch ist. Außerdem nervt es, wenn es 20 Leichen gibt und die Protagonisten bei jeder einzelnen erwähnen, dass sie der Anblick bis ans Ende ihrer Tage verfolgen wird, solange sie leben, bis zu ihrem Tod… *gähn*

„Ich bin der herr deiner Angst“ von Stephan M. Rother
Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: rororo (2. April 2012)
ISBN-13: 978-3499258695
Preis: 9,99 Euro

Audio CD gekürzt
Sprecher: Tanja Geke, Simon Jäger
Verlag: Argon Verlag; Auflage: 1 (26. April 2012)
ISBN-13: 978-3839811672
Preis: 12,99 Euro

Exclusiv bei Audible in der ungekürzten Fassung
Sprecher: Tanja Geke, Simon Jäger
Spieldauer: 18 Std. 11 Min. (ungekürzt)
Anbieter: Argon Verlag
Preis: ab 9,95 im Flexi Abo

Hier gibt es jetzt übrigens auch eine App um schnell und bequem im mobilen Shop Hörbücher kaufen, downloaden und anhören zu können.

Ich bin der Herr deiner Angst – Bewertung

Mich hat dieses Buch an den Rand des Wahnsinns getrieben, aber nicht weil es so gut war, sondern weil es nicht gut war und ich dennoch gezwungen war es zu lesen bzw. zu hören. Normalerweise lege ich ein Buch weg, wenn es mir nicht gefällt, aber bei einem Rezensionsexemplar geht das nicht.

Wer das ganze Grauen dieses Buches sehen will, dem empfehle ich diese sensationelle Rezension bei Amazon. Besser kann ich es nicht, ich würde das alles nur wiederholen. Irgendwann die Tage habe ich dann noch dieses Video gesehen, in dem der Autor aus dem Buch vorliest und was dazu erzählt. Hätte ich das nur vorher gesehen…

Ich vergebe gut gemeinte 2 Sterne für die Idee und das Cover. Leider scheiterte die Umsetzung, meiner Meinung nach, am Autor.

Dieses Buch wird mich „bis ans Ende meiner Tage verfolgen“.

2 Sonnenblumen

Ich bedanke mich beim Verlag und bei Audible für die Rezensionsexemplare. Tut mir sehr leid, dass es nicht mein Fall war.

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Über Chaosweib

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9 Antworten auf Buchvorstellung: Ich bin der Herr deiner Angst

  1. Kratzi sagt:

    Zuerst fand ich den Titel ja sehr ansprechend, die Inhaltsangabe war dann schon etwas ernüchternd und dein Urteil sowieso. Laut Amazon scheint das Buch ja dennoch bei einigen Personen Anklang zu finden. Ich hab auch mal in das verlinkte Video reingeschaut.. wenn der Autor genauso schreibt wie er liest, dann verzichte ich gerne ^^
    Ich nehme an du meintest dieses Buch, als du in ein paar Posts geschrieben hast, dass du mit einem bestimmten Buch einfach nicht voran kommst?

  2. Chaosweib sagt:

    Genau aus dem Grund habe ich das Video verlinkt. 😉

    Und ja, das war das Buch von dem ich sprach.

  3. Kai sagt:

    Mhmm.. also, ich habe mir nun diese Rezension durchgelesen und.. bei allem Respekt, was „SciencePress“ da abliefert, ist keineswegs eine Rezension, sondern allenfalls ein hohnvoller Veriss des Buches als Ganzes und besonders im Detail. Mea maxima culpa, aber der Autor möge mir ein Buch zeigen, welches sich keiner der von ihm „bemängelten“ Stilmittel bedient. Besonders im Hinblick auf die „funkelnden“, „strahlenden“, „glimmenden“, „stechenden“, etc, Augen. Wirklich: Das ist Haareraufen, nur um sie in die Suppe zu werfen und DANN den Ober zur Schnecke zu machen, um auch mal metaphorisch ins Klo zu greifen. 😉

    Zugegeben, das Buch MAG schlecht sein. Eventuell sogar grottenschlecht. Aber was „SciencePress“ da abliefert, ist keine Kritik, sondern eine gnadenlose Spottrede. Und somit als Rezension unbrauchbar, allenfalls wäre es als Blogeintrag zu nutzen. Wenn man sich so ein trauriges Artikelungetüm ins eigene Blog laden wollte. Zumal er mit seiner Meinung (und nichts anderes ist das ja nunmal, denn inhaltlich erfährt man nichts weiter über das Buch aus seinem Schrieb) ja nicht nur auf frenetischen Beifall stößt.

    Man beachte: Ich hab mit dem Autor des Romans nix am Hut und wenn er meint, Genitalien im Rachenraum, Sokrates, Dr. Lector und Altkanzler Schmidt ergäben eine schmackhafte Melange, so bezweifle ich das aufs äusserste. Denn gerade im brutalen Bereich der Thriller sollte die Motivation des Täters (auf eine irre Art und Weise, versteht sich) ‚einleuchtend‘ sein – und darüber hinaus möglichst zunächst unerklärlich bleiben, ohne dabei ins Splatter-hafte abzudriften. „Brutal as brutal can“ geht dabei eben ganz andere Wege.

    Schlussendlich, „SciencePress“‚ Artikel würde ich nicht als Maß der Rezensions-Dinge für Bücher nehmen. Aber das ist natürlich nur meine Meinung. Es wäre allerdings faszinierend, eine „Rezension“ von ihm/ihr zu lesen, über ein Buch das ihm/ihr gut gefällt. zwinker

    Und, welches „böse“ Wort findet deine Spam-Biene heute bei mir?
    gespannt im Feierabend,
    Kai

    • Chaosweib sagt:

      Ich fand die „Rezension“ sehr informativ. Er/Sie hat wirklich alles angesprochen, was ich auch blöd fand, drum habe ich darauf verwiesen. Wer sich das Video noch anschaut bekommt ebenfalls einen ganz guten Eindruck.

      Dass jemand, der eine Negativ-Bewertung abgibt bei Amazon nieder gemacht wird, ist ja nichts Neues. Er/Sie hat schließlich nur zitiert und kommentiert, was im Buch auch drin steht. Es gibt aber doch auch genug andere, die der gleichen Meinung sind.

  4. Ralf sagt:

    Der Herr ist wirklich der Herr meiner Angst – und zwar der Angst, dass ich dieses Buch wirklich mal lesen müsste, weil ich gerade nichts anderes in die Finger bekomme.
    Nach der Amazon-Rezension war ich ja schon recht skeptisch, da hat sich jemand wirklich viel Mühe gegeben. Aber als ich dann anfing mir das Video anzuschauen, hat er mir den Rest gegeben 😉
    Danke für die Rezension…

  5. Elvis sagt:

    Also ich hatte letztens noch von dem Buch gehört und am Rande, von meiner Nachbarin, gehört das es sichtig gut sein soll. Wollte auch noch in die Bücherei und mal rein schnuppern, aber jetzt bin ich doch ein wenig enttäuscht.

    Aber nun ja, … Geschmäcker sind verschieden. Mir ist es auch schon oft passiert, dass die ganze Welt irgendwas schlecht geredet hat und ich es richtig toll fand 🙂

    Schöner Beitrag, hat mir sehr gefallen und liest sich echt gut 😉

    Viele Grüße,
    Elvis

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