TAG – Lesen bildet!?

TAG - Lesen bildet!?In diesem TAG geht es, unter anderem, um die Frage ob Lesen bildet!? Ausgedacht hat sich den TAG und seine insgesamt 8 Fragen das Lilaeulenkind. Getaggt wurde ich von Betty alias Aurora8181. Ich finde diesen TAG echt schwer und habe lange überlegt, was ich dazu sagen kann. Das Lilaeulenkind ist ja schon ziemlich wissenschaftlich an das Thema rangegangen und man kann hier viel Blödsinn verzapfen und dem ein oder anderen schnell auf die Füße treten. Ich werde versuchen die Fragen rein nach meinem Empfinden und mehr für mich zu beantworten.

Die erste Frage, die sich mir hier stellte: Was ist mit „Lesen“ gemeint? Bücher? Ich gehe mal davon aus, da der TAG unter den Buch-Gurus kursiert. Denn lesen kann man Vieles und ich behaupte mal, dass man nicht durch den Tag kommt, ohne irgendetwas zu lesen. Ich mache morgens meine Augen auf und lese den Wecker ab. In der Küche lese ich den Wasserstandsanzeiger der Kaffeemaschine ab und man kann das Kaffeepulver nach den Angaben auf der Packung dosieren. 😀

Ihr merkt es schon, man liest den ganzen Tag. Die Zeitung, Packungsaufschriften, Beipackzettel, Telefonbuch, Strassenschilder, Rezepte, Videotext, TV-Programm, Briefe, eMails, Websites den Abspann beim Film, die Kündigung vom Chef, usw. Ich habe schon als Kind am Frühstückstisch immer gelesen, was hinten auf der Marmelade oder der Milchtüte steht. Und so liest man sich ohne Unterbrechung durch den Tag. Das eine oder andere davon bleibt auch hängen und so lernt man stetig beim Lesen.

Aber ich fange jetzt einfach mal mit dem TAG an…

TAG Lesen bildet!?

Lesen bildet!?

1. Ist lesen nur etwas für intelligente, gebildete Menschen?

Was ist denn intelligent und gebildet? Woran wird das denn gemessen? Ein IQ-Test ist in jedem Land verschieden. Und wenn nun jemand aus einem dieser Tests 2 Fragen nicht oder nicht schnell genug beantworten kann, ist er ja nicht gleich dümmer als ein anderer. Gibt ja auch Leute mit Prüfungsangst. 🙂

Ein Mathematiker ist sicher intelligent, kann aber beim Bäcker an den verschiedenen Brotsorten schon scheitern. Ein Chemiker der alle Formeln auswendig und die tollsten Sprengstoffe zusammenmischen kann, geht bei Jauchs „Wer wird Millionär?“ mit 500 Euro nach Hause, weil er die Beatles nicht kennt.

Meine Oma sagte immer ’schuldumm, weltklug‘. Heißt, es gibt Menschen, die nicht so gut durch die Schule gekommen sind und trotzdem ihr Leben leben, ihren Beruf meistern und auch sonst ganz pfiffig sind. Das Zauberwort heißt hier Allgemeinwissen und das kann man sich auf verschiedene Art aneignen. Um aber auf die Frage zurückzukommen, wer lesen kann und Spaß am Lesen hat, der darf und sollte es tun. Bücher sind für alle da.

2. Welchen Einfluss hat der Schulabschluss / die Ausbildung auf die Literaturauswahl?

Meine Meinung nach keinen oder einen sehr geringen Einfluss. Eine Ausnahme können Sprachen sein. Wer in der Schule englisch, französisch, spanisch usw. lernt, der wird später vielleicht auch Bücher im Original lesen. Ansonsten hat es, bei mir zum Beispiel, keinen Einfluss gehabt. Ich lese was mir gefällt und das geht vom Kinderbuch bis zum Horrorschocker. Und vom Fachbuch für Medizin und Homöopathie über Kochbücher bis hin zu Lexika. Was ich gerade wissen will, schlage ich nach.

Natürlich hat man ein besonderes Auge für Bücher, die mit dem Beruf zu tun haben. Eine Köchin wird immer einen besonderen Blick für Kochbücher haben und ein Mediziner für den Pschyrembel. Wenn es aber darum geht, welche Bücher die zur Unterhaltung lesen, kann das in eine ganz andere Richtung gehen.

3. Muss man die Klassiker gelesen haben, um gebildet zu sein?

Auch diese Frage beantworte ich mit nein. Was ist denn ein Klassiker, wer bestimmt das denn? Als Jane Austin „Stolz und Vorurteil“ schrieb, schrieb sie in erster Linie einen normalen Roman. Und Mark Twain hat sich sicher auch nicht vorgenommen mit „Bummel durch Europa“ einen Klassiker zu schreiben, sondern „lediglich“ seine Reiseerlebnisse zu dokumentieren.

Und wer sagt uns, dass in 500 Jahren nicht „Die Tribute von Panem“ oder „Dark Canopy“ zu den Klassikern gehören? Und was lerne ich aus einem Klassiker, das ich nicht in anderen Büchern ebenso lernen kann? Ich hatte in meiner Jugend nur wenig Freude an besagten Klassikern und daher auch nur wenig bis gar nichts daraus mitgenommen. Dumm komme ich mir deshalb aber nicht vor.

4. Sinnfreie und sinnvolle Schullektüre – Beispiele!

Schwierige Frage. Es kommt darauf an, wann man was liest bzw. lesen muss. Ich fand Lessings „Nathan der Weise“ mit 13-14 Jahren echt sinnfrei. „Das Tagebuch der Anne Frank“ hat mich auch nicht vom Hocker gehauen. Die meisten haben sich da durchgequält, wenig bis gar nichts verstanden und pünktlich mit Ertönen der Schulglocke alles wieder vergessen. Niemand in meiner Klasse hat das nach der Schule je wieder freiwillig in die Hand genommen.

Ich hätte damals auch gerne Bücher gelesen wie „Tote Mädchen lügen nicht“ oder „Alice im Netz“. Aktuelle Bücher mit aktueller Thematik sind in dem Alter sicher sinnvoller und interessanter, machen mehr Spaß, berühren und führen die Schüler eher ans Lesen ran, als Goethes Faust.

5. Haben Bücher einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des Charakters / der Persönlichkeit?

Man kann aus Büchern hin und wieder etwas mitnehmen. Zum Beispiel die allseits bekannte „Moral von der Geschichte“. Es gibt auch Bücher, die einen so sehr berühren, dass man eine Sache danach mit anderen Augen sieht. Aber dass das Gelesene einen wesentlichen Einfluss auf den Charakter hat, glaube ich nicht.

Es kommt ja auch darauf an, was man liest. Ich hoffe ja nicht, dass ein Thriller-Fan zu einem Serienkiller mutiert nur weil er in seinen Büchern gelernt hat, wie man jemanden aufschlitzt ohne erwischt zu werden. Ebenso wenig wird jemand Herzchen malend mit rosaroter Brille durch Paris gehen, nur weil er Nicolas Barreau gelesen hat. 😀

6. Wie kann man Menschen zum Lesen animieren?

Das ist sehr schwer. Wer so gar keinen Draht zu Büchern und zum Lesen hat, lässt sich ja nicht einfach umstimmen, nur weil ich ihm vom „Märchenerzähler“ vorschwärme. Müßte ich jemanden animieren, würde ich versuchen etwas zu finden, dass ihn vielleicht interessiert. Ein Begleitbuch zu seinem Lieblingsfilm, wenn es sowas gibt? Oder ein lustiges, dünnes Büchlein, mit dem man schnell durch ist? Keine Ahnung, das ist wirklich schwer.

7. Gibt es Bücher, die dümmer machen? Welche?

Jein, ich denke eigentlich nicht, dass man durch ein Buch dümmer werden kann. Aber auch hier gilt, keine Regel ohne Ausnahme. Es gibt auch in Büchern hin und wieder Rechtschreibfehler oder Übersetzungsfehler und wer es nicht besser weiß, liest sich das vielleicht an. Wer den Fehler aber erkennt, der wird sich das nicht abschauen. Der schüttelt den Kopf und liest drüber weg.

Für viel bedenklicher halte ich, was sich manche hier im Web zusammenschreiben. Ich könnte mir vorstellen, dass einige das nicht mehr auseinander halten können und in der Schule auch mal „iwie“ oder „legga“ schreiben.

8. Wer nicht liest, bleibt dumm?

Nein. Wer absolut gar nichts lesen mag, sich für rein gar nichts interessiert, dem entgeht sicher Vieles und trotzdem muss man nicht gleich dumm sein.

*****

Ich fand den TAG echt schwer und bin noch immer nicht ganz zufrieden mit meinen Antworten. Ich hätte bei manchen Fragen noch viel mehr schreiben können, aber ich belasse es mal dabei.

Ich tagge niemanden. Wer Lust hat, schnappt sich die Fragen und macht mit.

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Über Chaosweib

Jutta - Nachtmensch, Bücherwurm, Spielkind, Teeliebhaberin - chaotisch, frech, neugierig, ungeduldig, experimentierfreudig - bloggt über alles, was ihr unter die Finger kommt und freut sich genau jetzt über deinen Kommentar :)
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5 Antworten auf TAG – Lesen bildet!?

  1. Kai sagt:

    Ich bin dann mal so frei. Interessanter TAG.

    http://www.tritachion.de/wp/?p=1105

  2. Chrisy sagt:

    Interesssanter Tag 😀

    Ich bin gerade auf deinen Blog gestoßen und habe ein bisschen auf deinem Blog gestöbert und mich dazu entschlossen, regelmäßiger Leser zu werden.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn du meinen Blog besuchen würdest und ihn, wenn er dir gefällt, regelmäßig lesen würdest und auch über Verbesserungsvorschläge.

    Liebe Grüße
    Chrisy

  3. Sabienes sagt:

    Hallo Jutta,
    Das ist ja äußerst anspruchsvoll!
    Meine Meinung ist die, dass es immer darauf ankommt, warum jemand liest.
    Der/die eine will sich entspannen und liest einen einfachen Krimi, ein anderer Leser will seinem Alltag entfliehen, der/die nächste will sich bilden usw..

    Lesen kann zur Bildung beitragen, muss aber nicht. Man kann Bildung auf viele Wegen erreichen.

    Sabienes

  4. Aurora sagt:

    Huhu!

    Freut mich, dass du mitgemacht hast. Mann, da hast du dir ja extrem viele Gedanken über die einzelnen Fragen und allgemein über den TAG gemacht. Als ich die Fragen das erste Mal hörte, dachte ich nur: Hoffentlich geht der Kelch an mir vorüber, weil mir so gar nichts einfallen wollte, was ich dazu hätte sagen können. Also bin ich beim Videodrehen fast komplett ins kalte Wasser gesprungen, ohne mir stundenlang den Kopf darüber zu zerbrechen, was ich zu den einzelnen Fragen sagen soll. Ich finde deine Antworten allesamt sehr gut und würde diese sofort unterschreiben – wo ist die Liste? 😉

    Bye bye Betty

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