Lebensmittel – wer ist schuld, dass so viel weggeworfen wird?

Lebensmittel Im Morgenmagazin der ARD, das bei mir heute morgen zufällig lief, weil ich mit Lanz eingeschlafen bin, wurde das Thema Lebensmittelmüll angesprochen. Wir, die Verbraucher, werfen zuviel weg. WIR SIND SCHULD! Ich weiß, dass viele Verbraucher mit dem MHD überfordert sind und meinen alles wäre mit Erreichen des MHD gestorben und müsse im Mülleimer beerdigt werden. Vielleicht sollten wir mal drüber nachdenken auch „Best before“ draufschreiben.

Was der sogenannte Experte dann aber als Begründung für die Müllberge von sich gab, war einfach nur schwachsinnig und hanebüchen. Den Blödsinn will ich gar nicht wiederholen, aber einen Punkt möchte ich dann doch aufgreifen.

Verbraucher wollen nur schöne Lebensmittel

Dabei ging es um krumme Karotten und kleine, schrumplige Äpfel. Da der Kunde nur gerade Karotten und pralle, schöne Äpfel kauft, werden die nicht so schönen und schiefen Teile weggeworfen. HALLO??? JEMAND ZU HAUSE???

Aepfel

Davon ausgehend, dass der erste Teil der Aussage stimmt, Kunden kaufen lieber schönes Obst und Gemüse, würde ich den Herren gerne mal fragen ob er zulange Football ohne Helm gespielt hat. Ich kenne so viele Verwendungsmöglichkeiten für Obst und Gemüse, das aus der „Form“ geraten ist. Wegwerfen ist da nicht dabei.

Beispiel schiefe Karotten, die nimmt man dann für:

  • Dosengemüse, da ist es kleingeschnibbelt und egal wie es vorher aussah
  • Tiefkühlgemüse, in Würfel oder Scheibchen
  • Babynahrung (Gläschen), pürriert
  • Dosensuppen, pürriert, also auch wurscht ob gerade oder krumm
  • Fertigessen, wird auch kleingeschnibbelt oder pürriert
  • Karottensaft, gepresst, den Trester fressen die Schweine
  • Kantinen, denen ist auch egal, was sie schälen und kochen
  • Caritas, Essen auf Räder, die kochen auch damit
  • Die Tafeln nehmen auch krumme und schiefe Karotten
  • Wenn dann noch eine krumme Möhre übrig ist, unser Nutzvieh freut sich drüber

Beispiel nicht so schöne Äpfel, aus denen macht man:

  • Apfelmus, pürriert, da sieht man das nicht mehr
  • Tiefkühl-Apfelkuchen, kleingeschnitten juckt das niemand
  • Apfelkuchen vom Bäcker, der nimmt die Äpfel auch, wenn sie billiger sind
  • Babynahrung (Gläschen)
  • Tafeln
  • Trockenobst
  • Apfelsaft, Apfelwein
  • Den Rest wieder als Viehfutter fürs Nutzvieh

Wieviel muss man jetzt wohl noch wegwerfen? Und sollten wir dadruch in Apfelmus und Karottensaft ersticken, dann gebt es mal billiger ab, dann wird es auch wieder gekauft. Lieber 70% verdienen als 100% wegwerfen, oder?

Nimm doch das große Glas, das ist billiger

Ein großes Problem sind in meinen Augen auch die vielen Großpackungen. Ich soll ein großes Glas Mayonnaise kaufen, weil es billiger ist und werfe am Ende das halbe Glas weg, weil ich Mayonnaise nicht 4-6 Wochen angebrochen im Kühlschrank haben will. Das ist zum Beispiel ein Lebensmittel, bei dem ich vorsichtig bin, da eine Lebensmittelvergiftung oder auch nur Salmonellen bei mir schon tödlich sein kann. Hier kaufe ich nur noch kleine Gläser, die werden dann auch leer.

Es ist aber auch billiger 6 abgepackte Äpfel zu kaufen als 2 lose, oder 1 kg abgepackte Tomaten, statt der 2, die ich gerade brauche. All diese XXL-Packungen verführen zum Kauf, dabei ist es am Ende viel teuerer, weil die Hälfte weggeworfen wird.

Aber gerade auch das MHD sollte nochmal überdacht werden. So sind zum Beispiel trockene Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Gewürze, Fix-Produkte, Zucker, Mehl, Tee usw. viel länger haltbar als da draufsteht. Wenn die trocken und kühl stehen, kann da gar nichts passieren. Am besten in geschlossenen Dosen aufbewahren, dann bleibt auch das Aroma länger drin.

Bei feuchten Lebensmitteln und Fleisch, Wurst, Gemüse und Obst verlässt man sich einfach auf seine Augen, Nase und den Geschmack. Ist das MHD bei der Milch erreicht, einfach mal probieren ob sie noch gut ist, statt gleich wegzukippen. Gerade H-Milch hält sich noch Monate über das MHD hinaus, vorrausgesetzt die Packung war noch zu, also bei Vorräten zum Beispiel. Das MHD ist nur ein grober Richtpunkt.

Ich hatte schon Sauerrahm, der laut Stempel noch 6 Tage haltbar war, beim Öffnen war er aber schon schimmelig. Wenn die Verpackung beschädigt ist oder Gewitter war, kann die Ware auch schon mal vorher verderben. Dann esse ich sie ja auch nicht, nur weil das MHD noch 6 Tage Genießbarkeit verkündet. Und nur weil ein MHD erreicht ist, muss der Joghurt an dem Tag nicht gleich sterben. Der ist ja zum Glück noch nicht so programmiert wie der teure Flatscreen, der pünktlich einen Tag nach Ablauf der Garantie Suizid verübt.

Lasst euch also nicht von dem blöden Datum auf dem Deckel kirre machen. Die Hersteller sind verpflichtet da was draufzuschreiben und je früher das Datum, desto eher kaufen die Kunden was neues. Schaut euch die Sachen an, riecht dran und probiert, bevor ihr es wegwerft. Und kauft lieber mal wieder die kleinere Packung.

Achtung

Vorsichtig solltet ihr aber bei Lebensmitteln sein wie Mayonnaise, frisches Fleisch, Wurst und Fisch. Das würde ich nicht zu lange angebrochen im Kühlschrank lassen, da man sich dort schnell Salmonellen holen kann. Gerade bei Babys, Alten und Kranken kann das gefährlich werden und das ist keine Majo für 1,99 wert.

Alles andere ist kein Problem. So schmeckt die Tütensuppe von Maggi oder Knorr auch noch 1 Jahr nach dem MHD. Es darf halt nur keine Feuchtigkeit drankommen, sonst schimmelt es. Und eine Konservendose, die laut Stempel 5 Jahre haltbar ist, die kann auch gerne noch 6 weitere Monate im Keller stehen. Warum soll die plötzlich nach 5 Jahren und 3 Tagen schlecht werden?

So, das musste jetzt raus, der Typ heute morgen hat mich echt Nerven gekostet. 😀

PS: Noch ein Wort zum Thema Wegwerfgesellschaft und wir Verbraucher werfen ja lieber weg und kaufen neu. Da frage ich doch mal wer uns technische Geräte verkauft mit fest eingebauten Akku? Geräte verschraubt mit Schrauben, die niemand mehr öffnen kann? Bauteile verschweißt statt verschraubt? Warum sagt mir jeder Elektrohändler, dass man das nicht mehr reparieren kann? Ging doch früher auch? Nein, es ist die GIER der Hersteller, die bauen Sachen, die nicht mehr repariert werden können und die pünktlich mit Ablauf der Garantie kaputt gehen. Denn nur so steigern sie ihren Umsatz. Stichwort: „Geplante Obsoleszenz“

Aber immer schön auf den Verbraucher hauen, der Dummkopf hält ja still.

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Über Chaosweib

Jutta - Nachtmensch, Bücherwurm, Spielkind, Teeliebhaberin - chaotisch, frech, neugierig, ungeduldig, experimentierfreudig - bloggt über alles, was ihr unter die Finger kommt und freut sich genau jetzt über deinen Kommentar :)
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13 Antworten auf Lebensmittel – wer ist schuld, dass so viel weggeworfen wird?

  1. MestraYllana sagt:

    UND PUNKT!

    Gelesen und vollinhaltlich unterschrieben – klar mag dieser Experte durchaus bei manchen recht haben, die eine halbe Tüte krummer Karotten wegwerfen, aber bei uns zum Beispiel wird auch die krummste Karotte in Scheibchen geschnitten und verwertet – ist es nicht oftmals der Handel, der Großpackungen im Vergleich zu Einzelstücken so unverschämt billig macht, dass man automatisch zur größeren Packung greift?

    Da fange ich gar nicht von nicht wechselbaren Akkus an… traurig, traurig, aber den letzten beißen immer die Hunde!!

  2. Kerstin sagt:

    Ja, es ist schlimm, was alles weggeworfen wird. Und dann heißt es immer „Die Ernte war nicht gut, wir machens teuer“. Dabei sollte man einfach mal die Früchte und das Gemüse nehmen, die nicht so schön sind, und sie verarbeiten. Deine Verwendungsmöglichkeiten sind wirklich super. Oder man macht es eben günstiger, wenn es nicht so „schön“ ist, aber schmecken tut ein nicht so runder Apfel auch.
    Genauso finde ich es bescheuert, dass dauernd solche Sachen weggeworfen werden, aber wenn sich jemand, der Hunger hat, es aus dem Container rausnimmt, derjenige angezeigt wird, da es ja Diebstahl ist. Brot wird in Supermärkten und Discountern schon zwei Tage vor (!) dem MHD aussortiert. Kann ja irgendwie nicht sein. Das kann man doch dann den Tafeln geben.

    Mit dem MHD das kann ich auch nicht verstehen, selbst Joghurt ist noch mindestens ne Woche drüber genießbar, wenn nicht sogar länger. Das MHD ist einfach nur die Garantie des Herstellers, dass das Produkt bis dahin auf jeden Fall noch genießbar ist, obwohl das manchmal auch nicht der Fall ist. Das MHD ist kein Verfallsdatum.

    Die Leute sind allgemein einfach viel zu pingelig und verwöhnt meiner Meinung nach.

  3. Kerstin sagt:

    Entschuldige für diesen Doppelpost aber das muss ich noch eben loswerden:

    Die Hersteller und sonstige sind übrigens mit schuld, das so viel weggeworfen wird. Die Vielfalt, die wir haben und die Massen, die produziert werden, sind meistens gar nicht nötig. Wozu brauchen wir 20 Langkornreissorten von verschiedenen Herstellern? Warum brauchen wir 10 verschiedene Mayo Hersteller?
    Oder die Bäcker… warum wird nicht bei Bedarf nachgebacken, anstatt die ganze Theke voll zu packen und den Rest wegzuwerfen. Manche verkaufen ja wenigstens am nächsten Tag zum halben Preis.

    • Chaosweib sagt:

      Hallo Kerstin,
      Apropos am nächsten Tag zum halben Preis: Ich hab letztes Jahr im Wasgau einen abgepackten Schinken aus dem Regal gefischt, der ein paar Tage überm MHD war. Als ich dem Chef anbot den zum halben Preis mitzunehmen, hat er mir den Schinken regelrecht aus der Hand gerissen und gemeint, nein, der wird weggeworfen.

      Mittlerweile, nach all den Skandalen frage ich mich, warum er mir den so dermaßen entrissen hat. Wohlmöglich wird der auch nochmal umgepackt und mit neuem Datum zurück ins Regal gelegt!?

      Früher bekam man im Globus übereifes Obst wie zum Beispiel schwarze Bananen in Tüten gepackt für 1,- Euro zum Mitnehmen, was gerade für ärmere Leute eine schöne Geste war. Seit dem neuen Chef gibt es das nicht mehr, lieber wird es weggeworfen, als es dem Kunden ein paar Cent billiger zu machen. Ist doch seit dem Euro eh viel zu teuer.

      Wenn wir über Nacht die D-Mark nochmal einführen würden, ich wette die Geschäftsleute würden vor ihren eigenen Preisen erschrecken.

      • Kerstin sagt:

        Ja das Problem dabei ist, dass die das nicht dürfen und wirklich arge Probleme damit bekommen können, wenn jemand krank wird und dann noch so mies ist und erzählt, er habe die Ware aus dem und dem Laden bekommen. Das zieht üble Konsequenzen nach sich und deswegen gehen sie da auf Nummer sicher, denke ich.

  4. Brummelbrot sagt:

    Mir kommt bei dieser Thematik regelmäßig der blanke Hass hoch. Ja, Hass.
    Die Leute heute haben überwiegend die Achtung vor den Lebensmitteln verloren. Meine Großeltern würden ausflippen, wenn sie das erleben müssten.

    Meine Schwägerin zum Beispiel. Was vom Essen übrig bleibt, wandert unmittelbar in den Müll. Weil Reste ja so eklig sind und die eh keiner mehr isst. Ja, bei der Denkweise oO

    Oder das Drama mit dem MHD. Wozu hat man denn nen funktionstüchtigen Riechkolben? Und Augen? Und überhaupt. Obst, welches überreif is, wandert eben in den Mixer oder den Kochtopf. Echt traurig sowas.
    Aber was will man von einer Gesellschaft erwarten, in der es wichtiger ist, viel Geld zu bunkern und sich teure Klamotten leisten zu können… Als noch kochen zu können. Immer schön Packerlzeugs.

  5. Miriam sagt:

    Huhu,

    grundsätzlich muss ich dir mit deinem Artikel recht geben und ich sehe es ähnlich wie du. Allerdings muss ich dir in deinem ersten Punkt widersprechen.
    Es ist zwar ein von der Lebensmittelindustrie gemachtes Problem, aber die Mehrheit der Verbraucher/Konsumenten möchte perkfektes Gemüse/Obst/Lebensmittel.
    Wir sind so darauf getrimmt, dass alles perfekt und appetitlich aussehen muss, dass es einfach den größten Teil der konsumstarken Bevölkerung eben doch stört, wenn ein Apfel Stellen hat oder die Möhre krumm ist.
    Ich persönlich finde das auch vielzu übertrieben und kann manchmal nur mit dem Kopf schütteln, dass man auf Hochglanz polierte Äpfel in den Ablagen findet, aber wir sind verdorben worden, was das Thema angeht.

    Die wenigsten sind vielleicht noch eigenes Obst vom Baum oder aus dem eigenen Garten gewohnt und weiß, dass es halt nicht immer super perfekt aussieht und man trotzdem etwas damit anfangen kann.

    Wie gesagt, von der Lebensmittelindustrie selbst geschaffenes Problem, aber es ist leider da und daher entspricht es leider der Wahrheit, dass Supermärkte viel Obst und Gemüse wegschmeißen, weil sie kaum bis keine Abnehmer finden. An die örtliche Tafel spenden wäre ja mal eine Option…wer weiß, warum das nicht häufger gemacht wird…

  6. Picomol sagt:

    Also ich glaube nicht, dass die Lebensmittelindustrie an dem Schlamassel schuld sind. Wenn der Verbraucher die Möglichkeit hat, zwischen einem roten, knackigen und einem grauen, kleinen, schrumpligen Apfel, dann wird dieser zu ersterem greifen. Das kann man ihm jetzt auch nicht unbedingt vorwerfen, der Mensch ist ein Augentier und entscheidet nach dem, was er sieht.

    Allerdings stimme ich in dem Punkt zu, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum sehr oft missverstanden wird. Milchprodukte zum Beispiel sind sehr oft nach Ablauf des MHD genießbar. Aber die Menschen haben verlernt, sich auf ihre Sinne (vor allem auf ihren Geruchssinn) zu verlassen und trauen eher einer aufgedruckten Zahl. Das ist irgendwie traurig, da das früher, wo es noch keine Industrie und kein MHD gab, mal jeder konnte (und können musste).

    Vorsicht ist hauptsächlich bei Fleisch, Fisch und evtl. Eiern geboten. Dort heißt das aber auch nicht MHD sondern Verbrauchsdatum (mit gutem Grund).

  7. gismolinchen sagt:

    Mir geht das Thema – oder sagen wir mal, wie damit in den Medien umgegangen wird – echt auf den Zünder. Natürlich herrscht eine riesengroße Lebensmittelverschwendung, keine Frage und wir hier überlegen auch, wie wir das verbessern können. Ich bin ja auch so erzogen, daß man keine Lebensmittel wegschmeißt. Aber mir zu erzählen, daß ich nur formschönes Obst mag, ist eine glatte Frechheit. Das ist einfach nicht wahr. Aber das ist echt ein Thema, worüber man sich aufregen könnte und wir hier tun das regelmäßig.

  8. Sandra sagt:

    Hallo Jutta,

    ich schaue mir Dokus über das Thema an und lese auch ab und an ein Buch. Das MHD ist doch im Grunde gemacht, damit die Produzenten mehr verkaufen. Viele raffen es wirklich nicht, dass zum Beispiel die Marmelade in ihrem Glas oder der Käse in der Verpackung nicht weiß, wann er abzulaufen hat. Oder nimm mal das Bier, da hat früher kein Hahn nach gekräht, wenn eine Kiste ein bis zwei Jahre im Keller stand, man hat es einfach getrunken. Und bitte, was soll damit passieren? Es kann höchstens weniger Kohlensäure haben, aber sonst? Und das schärfste ist das Obst und Gemüse, was einer Norm entsprechen muss. Der Kartoffelbauer kann nur die an den Pommes-Hersteller verkaufen, die eine bestimmte Norm erfüllen, und die Tomaten usw. da schwillt mir der Kamm. Und Großbäckereien, die soviel Brot wegwefen, das man einen Monat mit heizen könnte. Das ist wirklich nicht nur der Endverbraucher, da ist viel künstlich hervorgezaubert. Konsum und der schnöde Mammon zählt da eben mehr. Ich kaufe wenn ich auf dem Markt bin auch krumme Möhren (na die nicht, weil ich keine esse 😉 ), aber ansonsten ist mir die Form bzw. Farbe wurscht, Hauptsache es schmeckt.

    Liebe Grüße
    Sandra

  9. Denise sagt:

    Nicht nur Lebensmittel sind ein Problem in unserer heutigen Konsumgesellschaft.
    Aber wie schon manch Kommentar hier verrät, der Mensch ist schon ein „Augentier“ (ich zitiere dieses Wort mal. 😉 Vielleicht nicht bei allem, aber wenn man im Geschäft steht kauft man schon die „schöneren“ Lebensmittel. Man kontrolliert ob die Äpfel Flecken oder Wurmlöcher haben, ob die Gurken noch fest oder gummiartig sind, ob Tomaten eingeditschte Stellen haben und ob die Kartoffeln noch schön fest sind und nicht keimen. Das liegt aber auch daran, dass uns die Industrie das einfach einbläut und entsprechend verkauft. Lebensmittel werden mittlerweile einfach genormt…Früher haben wir uns zum Großteil aus dem Garten ernährt, haben Zwetschgen, Äpfel, Kirschen und Birnen usw. vom Baum gepflückt und gegessen, ganz gleich ob sie der Norm entsprachen oder nicht. Braune Stellen wurden weggeschnibbelt usw. – nur wenn der Wurm drin war, überliess man das gute Stück den Vögeln. 😉

    Ich habe vor einiger Zeit eine Doku gesehen, wo auch die elektrischen Teile angesprochen wurden. Die älteste Glühbirne der Welt leuchtet bereits seit über 100 Jahren, das muss man sich mal vorstellen! Man kann das Teil sogar immernoch live beobachten. Kaufe heute eine Glühbirne und sage mir, dass sie ein halbes Jahr oder länger überlebt…keine Chance. Produkte werden heutzutage kaputt konzipiert, damit der Kunde wiederkommt und nachkauft. Andernfalls kann die Industrie nicht überleben, wenn alles hundert Jahre und länger hält. Nichts wird mehr auf Langlebigkeit hergestellt, alles bekommt Fehler eingebaut, damit der gekaufte Gegenstand in absehbarer Zeit kaputtgeht. Das ist eigentlich erschreckend, aber scheinbar funktioniert unser Leben so.

    Aber zurück zum Essen und dem MHD. Ich schmeisse auch nicht alles weg, was den „Todestag“ erreicht hat. Joghurt usw. darf auch mal drüber sein, Trockenwaren wie Reis und Nudeln sowieso, wobei ich garnicht soviel einlagere, dass solche Dinge wirklich ans MHD kommen. 😀

    Aber schaut euch doch mal die Epas (Einmannpackungen) bei der Bundeswehr an. Die früheren Warmverpflegung hatten eine Haltbarkeit von 20 Jahren, die Herstellergarantie ging sogar bis zu 30 Jahren und drüber! Mittlerweile werden die in dieser Form nicht mehr hergestellt, nun halten sie angeblich nurnoch 3-4 Jahre (bei gleicher Verpackungsweise), aber selbst das ist gegen unser Supermarkt-Konservenfutter noch eine Ewigkeit mehr…Komisch oder? 😉

    LG

  10. belouni sagt:

    Vollkommen recht hast du!
    Danke für den tollen Artikel!

    Hast du schon mal was über foodsharing gehört? auf der Seite http://foodsharing.de/ findest du viele Infos darüber und ich finde die Idee, die dahinter steht, nämlich Dinge die man selbst nicht (mehr) benötigt, zu verschenken statt sie wegzuwerfen, prima.

    Lieben Gruß,

    Nina

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