Exif-Daten – Was deine Fotos über dich verraten

exif-DatenOb bei Facebook, Twitter, Instagram oder Pinterest, noch nie wurden so viele Fotos ins Netz gestellt wie in den letzten Jahren. Und seit der Erfindung des Smartphones ist die Zahl der Bilder noch einmal explodiert. Wo man geht und steht, schnell noch ein Foto davon gemacht und online geteilt. Doch welche Gefahren das auch bergen kann, gerade bei Smartphones, darum wird es heute in diesem Artikel gehen.

Was eure Fotos verraten

Auf das Thema gekommen bin ich, als ich eins meiner Bilder bei Google gesucht habe und dabei folgendes fand.

Google Bildersuche

Wusstet ihr, dass man auf euren Fotos nicht nur sehen kann, was drauf ist, sondern auch was drin bzw. dahinter steckt? Dass die Hersteller eurer Digitalkamera und eures Handys die Geräte so programmiert haben, dass sie alles mitschreiben und speichern? Und dass diese Informationen (Exif-Daten) von JEDEM eingesehen werden können?

Was sind Exif-Daten?

Exif steht für „Exchangeable Image File“, in diesem Format werden Metadaten in euren digitalen Bildern gespeichert. Diese Metadaten können viele Informationen enthalten, die mit jedem Foto hochgeladen werden. Das sind zum Beispiel Informationen wie das Aufnahmedatum, die Brennweite, ob mit oder ohne Blitz geknipst wurde, Belichtungszeit, Bildgröße usw., was ja jetzt erstmal harmlos klingt. Doch das ist noch lange nicht alles.

Es gibt Daten, die jede Kamera und jedes Smartphone selbstständig in die Bilddatei schreiben und es gibt Daten, die man manuell hinzufügen kann. Was zum Beispiel mit jeder Aufnahme automatisch abgespeichert wurde, kann man sich schnell mal in den Bild-Eigenschaften ansehen. Der einfachste Weg ist erstmal über die Eigenschaften. Dazu macht einen Rechtsklick auf das Bild in eurem Bilder-Ordner und wählt im Kontextmenü „Eigenschaften“ und dort den Reiter „Details“.

Exif Daten auslesen

Zu sehen sind nun ganz viele Punkte, die einen vorausgefüllt und zum Teil unabänderbar, die anderen zum manuellen Ausfüllen durch „Reinklicken“ . Ich habe sie euch mal alle hier aufgelistet.

Zuerst haben wir da die Beschreibung und den Ursprung. Soweit nichts dramatisches. Man kann hier unter „Beschreibung“ manuell einen Titel vergeben, das Bild bewerten, eine Markierung und einen Kommentar hinzufügen.

Beim Punkt „Ursprung“ kann man den Autor/Fotograf eintragen (je nach Bildbearbeitungsprogramm steht er auch schon mit dem PC-Namen drin, also Vorsicht) und man kann ein Copyright eintragen. Da wäre das Aufnahmedatum inkl. Uhrzeit. Man kann also nicht schummeln und sagen, das Bild ist von heute, man sieht wann es aufgenommen wurde. Inwieweit das in die Privatsphäre von jemandem eingreift, muss jeder selbst entscheiden.

exif-Daten einsehen

Als nächstes ein paar Angaben zum Bild wie Größe, Auflösung usw.

Exif Daten2

Und hier wird es auch schon speziell, denn nun kommt der Kameratyp ins Spiel. Das kann man durchaus kritisch sehen. So zum Beispiel dann, wenn jemand gerne dick aufträgt und rumerzählt, was für eine teure Ausrüstung er hat und dann so ein Billigteil in den Exif-Daten steht. Oder umgekehrt, wenn jemand nicht möchte, dass andere von der teueren Kamera erfahren.

Exif Daten einsehen

Ein paar erweiterte Fotoeigenschaften, die für Experten vielleicht von Bedeutung sein können.

Exif Daten auslesen und ändern

Und zum Schluss und das ist unabänderbar, die Dateidaten wie Ordnerpfad, Besitzer und Computer. Hier bin ich mir allerdings nicht sicher, ob die nur mir angezeigt werden oder die auch ein Fremder auslesen kann. Ich denke aber in dem entsprechenden Programm schon, denn wenn ich ein Bild bei Facebook hochlade, dann muss ich ja zum Beispiel den Ordnerpfad angeben um das Bild zu übertragen und im Ordnerpfad steht ja meist der Name des Computers.

Exif Daten löschen

Fluch und Segen von Exif-Daten

Man kann diese Daten von zwei Seiten betrachten. Die eine, die ich schon kurz erwähnt habe ist, dass nicht jeder sehen muss ob ich eine 2.000,- oder eine 50,- Euro Kamera habe, oder wann das Foto aufgenommen wurde.

Auf der anderen Seite gibt es kaum einen besseren Copyrightschutz, gerade wenn man noch den Namen des Fotografen einträgt. Zudem können einige Daten, wie Auflösung, Weißabgleich uws. für den Druck nützlich sein.

Die Vor- und Nachteile sind individuell und jeder sollte selbst entscheiden was er in der Datei haben möchte und was nicht. Wichtig ist nur, dass er überhaupt davon weiß.

Exif-Daten entfernen

Denn wer von diesen Daten keine Ahnung hat, lädt sie mit jedem Foto bei Facebook, Instagram & Co. hoch und so weiß jeder, auch Google was drin steht. Daher solltet ihr entfernen was geht, bevor ihr die Bilder online teilt. Auch das geht über das Eigenschaftenmenü. Ganz unten findet ihr diesen Link.

Exif Daten entfernen

Es geht ein neues Fenster auf in dem man aus zwei Punkten wählen kann:

  • Kopie erstellen, in der alle möglichen Eigenschaften entfernt sind
  • Folgende Eigenschaften aus dieser Datei entfernen

Exif Daten löschen

Das kann man bei 2 bis 3 Bildern durchaus so machen. Wer aber nun all seine Fotos auf der Festplatte bereinigen will, der hat mit dieser Methode einiges zu tun. Doch zum Glück gibt es hierfür Programme, die dabei helfen (zum Beispiel Easy Efix Delete).

Und noch mehr Exif-Daten und mögliche Gefahren

Es kann aber auch richtig gefährlich werden, wie ich finde. Was ich hier oben gezeigt habe, ist nämlich noch längst nicht alles. Wer einen Exif-Viewer ((z.B. diese Freeware oder hier ein Add-on für Firefox) installiert hat, der sieht noch mehr. So ist in jedem Bild nochmal extra ein Thumbnail versteckt oder bei Smartphones werden die GPS-Daten gespeichert und mit jedem Bild hochgeladen.

Thumbnails

Die Gefahr des Thumbnails besteht darin, dass es sich dabei IMMER um die Originalaufnahme handelt. Wer zum Beispiel nur einen Bildausschnitt hochladen möchte, weil der Rest des Bildes nicht gezeigt werden soll, oder wer andere Personen durch Ausschneiden entfernen oder unkenntlich machen möchte, der sollte nicht vergessen, dass in den Exif-Daten das Originalbild enthalten ist. Jeder, der es auslesen kann, kann es auch veröffentlichen, was dann wiederum zu rechtlichen Problemen (Urheberrecht, Recht am eigenen Bild) führen und teuer werden kann.

Links seht ihr, dass ich von meinem Beispiel-Bild einen Ausschnitt erstellt und abgespeichert habe. Rechts seht ihr, dass der Exif Viewer als Thumbnail trotzdem das Origianl erkennt und anzeigt. Das halte ich zum Beispiel für sehr bedenklich.

Exif Viewer Beispiel

GPS-Koordinaten

Die Gefahr bei GPS-Daten sind auch nicht so ganz zu vernachlässigen. Viele junge Frauen stellen stolz Modelfotos von sich ins Netz, ohne zu wissen, dass sie dadurch ihren Standort oder gar Wohnort verraten. Ein Stalker – und es gibt im Netz mehr kranke Leute als man denkt – kann dann ganz schnell mal vor der Tür stehen. Wer jetzt sagt, die Koordinaten sind doch nicht so genau, der sollte mal kurz darüber nachdenken was sicherer ist: Nicht zu wissen in welcher Stadt man suchen muss oder ein Gebiet von 200 Meter Umkreis zu observieren?

Da ich keine Smartphones mag und darüber nicht viel sagen kann, schaut euch bei Interesse bitte das folgende Video von SemperVideo an:

Speicher- und Datenwahnsinn von anderen Geräten

Für alle, die davon zum ersten Mal hören oder lesen, eure Digital- und Videokameras oder euer Smartphone sind nicht die einzigen Geräte, die relevante und verräterische Spuren hinterlassen.

Drucker, Kopierer, Fax

Sie hinterlassen auf Veranlassung von Geheimdiensten auf jedem Ausdruck einen Code (Machine Identification Code, kurz MIC). Dabei handelt es sich um winzige Bildpunkte, die mit bloßem Auge nicht zu sehen sind, um so beispielsweise Fälschungen zu erkennen. Dieser Code enthält unter anderem Geräteinfos wie Name und Seriennummer, Datum, Uhrzeit und sogar den Namen es Besitzers, wenn er diesen im Gerät eingegeben oder sich irgendwo registriert hat. Ein Gerät kann auf jemand bestimmtes registriert sein, wenn es mit Kreditkarte bezahlt, eine Garantieverlängerung angemeldet oder eine Reparatur durchgeführt wurde. Dadurch kann man das Dokument auch ohne seperate Eingabe des Names dem Ersteller genau zuordnen.

Brenner

Das gleiche gilt für den Brenner, auch hier wird ein Code auf jeder CD (Source Identification Code, kurz SID) und DVD (Recorder Identification Code, kurz RID) hinterlassen mit dessen Hilfe man den Brenner bis hin zum Ersteller (wenn der wie oben irgendwo registiert ist) identifizieren kann. So können zum Beispiel illegale Kopien erkannt und verfolgt werden.

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Ihr seht, man hinterlässt mehr Spuren als man denkt und will. Wir werden überall ausspioniert und als potentielle Terroristen angesehen. Big Brother is watching you 😀

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Über Chaosweib

Jutta - Nachtmensch, Bücherwurm, Spielkind, Teeliebhaberin - chaotisch, frech, neugierig, ungeduldig, experimentierfreudig - bloggt über alles, was ihr unter die Finger kommt und freut sich genau jetzt über deinen Kommentar :)
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5 Antworten auf Exif-Daten – Was deine Fotos über dich verraten

  1. horrorbiene sagt:

    Oha! Danke für deinen Beitrag! Das war mir alles überhaupt gar nicht bewusst!!!

    LG

  2. Daniela D sagt:

    Ich danke Dir auch Jutta, ich habe davon zwar ein paar Dinge gewusst, doch ein paar Einzelheiten waren mir auch neu! Es ist echt erschreckend, wie weit man das zurück führen kann!!
    Ich werde jetzt erst mal das was ich ändern kann, ändern ,danke noch mal!
    LG
    Daniela

  3. Pingback: Vorsicht vor GPS-Daten in Bildern | Mamagie

  4. Pingback: Coole Blogbeiträge Woche 33Always sunny

  5. annyxxx sagt:

    Ganz lieben Dank Jutta, für diesen ausführlichen Bericht, das das alles so exakt nachvollzogen werden kann, war mir nicht bewußt.
    In Zukunft werde ich die Informationen von meinen Bilder löschen bevor ich sie auf meinem Blog/Facebook/etc hochlade.

    liebe GRüße
    Anita

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